Dollar gibt nach, während schwächere US-Daten Zinserwartungen dämpfen und das Yen-Risiko fortbesteht

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Der Dollar blieb im asiatischen Handel am Dienstag verhalten, nachdem eine Reihe schwächerer US-Daten die Dringlichkeit einer weiteren kurzfristigen Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) aus Sicht der Märkte verringert hatte. Der Dollar-Index (DXY) lag bei 99,598, EUR/USD bei 1,1581 und USD/JPY bei 159,518. Geopolitische Risiken im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg sowie die Möglichkeit weiterer offizieller Stützung für den Yen verhinderten jedoch einen geradlinigen Rückgang des Dollar.

Der nächste wichtige Test sind die Protokolle der Fed-Sitzung vom Juli, die am Mittwoch veröffentlicht werden. Sie könnten zeigen, wie breit die Vorsicht geteilt wird, die in den jüngsten Daten anklingt – oder ob Inflationsrisiken trotz gesunkener Erwartungen an eine geldpolitische Straffung weiterhin überwiegen.

Aktuelle Entwicklungen am Devisenmarkt

Der Dollar-Index lag in der asiatischen Sitzung 0,04 % unter seinem vorherigen Schlusskurs. Der Euro notierte nach seinem Anstieg in der vorherigen Sitzung nahezu unverändert bei 1,1581. Das Pfund Sterling bei 1,3545 und der australische Dollar bei 0,7108 hielten sich nahe ihrer jüngsten Gewinne. USD/JPY stieg um 0,09 %, womit der Yen im Tagesverlauf leicht nachgab, obwohl er weiterhin fester notierte als Ende Juli. Es handelt sich um zeitverzögerte Kurse eines Datenanbieters, die während des asiatischen Handels erfasst wurden.

Der zuletzt vollständig verfügbare Marktbericht von Reuters beschrieb den Dollar als leicht schwächer, nachdem die Einzelhandelsumsätze vom Juli und weitere US-Daten die Marktteilnehmer dazu veranlasst hatten, ihre Erwartungen an eine unmittelbar bevorstehende Straffung durch die Fed zurückzunehmen. Eine neuere Reuters-Schlagzeile von 01:51 GMT hielt an dieser Richtung fest, rückte jedoch die zunehmende Sorge über den Iran-Krieg stärker in den Vordergrund. Die Kombination ist relevant: Schwächere US-Binnendaten belasten den Dollar über den Zinskanal, während steigende Energiepreise und Nachfrage nach sicheren Anlagen gegensteuern können.

Analyse des Devisenmarkts

Dollar: Schwächere Konjunktur mit Inflationsvorbehalt

Die Fed beließ ihre Zielspanne am 29. Juli bei 3,50 % bis 3,75 % und erklärte, die Inflation sei weiterhin erhöht. Die Entscheidung fiel mit 9 zu 3 Stimmen; drei Mitglieder bevorzugten eine Anhebung um 25 Basispunkte. Die offizielle Haltung war damit keineswegs entspannt.

Die nachfolgenden Daten schwächten dennoch das unmittelbare Argument für eine weitere Straffung. Der Gesamtverbraucherpreisindex stieg im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,1 % und gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,4 %. Die Kerninflation erhöhte sich um 0,2 % beziehungsweise 2,5 %. Die Erzeugerpreise auf Endnachfragestufe blieben gegenüber dem Vormonat unverändert, während die Umsätze im Einzelhandel und in der Gastronomie um 0,6 % sanken.

Das Datenbild ist am Rand schwächer, aber nicht durchgängig disinflationär. Die Erzeugerpreise lagen weiterhin 4,7 % über dem Niveau des Vorjahres, und die Einzelhandelsumsätze waren im Jahresvergleich noch um 5,0 % höher. Die Marktreaktion deutet daher auf ein geringeres Risiko einer kurzfristigen Zinserhöhung hin, nicht auf die Erwartung, dass die Inflation verschwunden ist.

Kit Juckes von Société Générale führte den von Reuters zitierten Dollar-Rückgang auf die Neubewertung nach schwächeren Arbeitsmarkt- und Einzelhandelsdaten zurück. Eine große Netto-Long-Position im Dollar könnte einen Abbau dieser Positionen verstärken. MUFG bewertete die Hürde für eine weitere Zinserhöhung der Fed in seinem Ausblick für August ebenfalls als hoch, ließ jedoch offen, dass höhere Laufzeitprämien oder eine erneute Risikoaversion die US-Währung kurzfristig stützen könnten. Dies hilft zu erklären, warum der Dollar nachgegeben hat, ohne deutlich einzubrechen.

Yen: Interventionsrisiko trifft auf weiterhin großen Politikabstand

Das unmittelbare Problem des Yen besteht darin, dass offizieller Widerstand gegen seine Schwäche den zugrunde liegenden Renditenachteil nicht beseitigt hat. Nach Japans erster Schätzung stieg das reale Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal beziehungsweise um 1,1 % auf Jahresrate hochgerechnet. Das Ergebnis stärkte die Erwartungen an eine rasche Straffung durch die Bank of Japan (BoJ) kaum.

Die BoJ beließ den Tagesgeldsatz am 31. Juli mit einer Entscheidung von 8 zu 1 Stimmen bei rund 1,0 %. Das abweichende Mitglied hatte sich für 1,25 % ausgesprochen. Reuters berichtete über seltene koordinierte Yen-Käufe durch Japan und die Vereinigten Staaten. Das japanische Finanzministerium hatte den monatlichen Gesamtbetrag für die Operation Ende Juli bis zum Redaktionsschluss jedoch noch nicht veröffentlicht. Das politische Signal ist damit eindeutig, während der offizielle Betrag noch aussteht.

Nach Einschätzung von OCBC können Interventionen den Aufwärtsdruck auf USD/JPY begrenzen. Die Differenz bei den realen Renditen könnte das Währungspaar jedoch weiter stützen, bis die BoJ stärker strafft, als die Märkte bereits erwarten. Auch eine von Reuters wiedergegebene Strategiebewertung von Morgan Stanley sieht aufgrund einer robusten globalen Risikostimmung und einer hohen Einpreisung des US-Endzinssatzes Spielraum für Unterstützung von USD/JPY. Der Yen steht damit zwischen einer politischen Begrenzung seiner Abwertung und einem makroökonomischen Umfeld, das noch keinen nachhaltigen Boden geschaffen hat.

Euro: Unterstützung durch relative Zinsen, nicht durch einen EZB-Kurswechsel

Die Widerstandsfähigkeit von EUR/USD beruht vor allem auf den nachlassenden Erwartungen an eine US-Straffung und nicht auf einem neuen Signal der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB beließ Einlagensatz, Hauptrefinanzierungssatz und Spitzenrefinanzierungssatz am 23. Juli bei 2,25 %, 2,40 % beziehungsweise 2,65 % und hielt an ihrem datenabhängigen Ansatz fest.

Scotiabank beschrieb in seinem Ausblick vom Juli die mittelfristige Tendenz des Dollar als leicht negativ, da die relativen geldpolitischen Erwartungen weniger unterstützend würden. Verbesserte Zinsdifferenzen könnten dem Euro helfen. MUFG veranschlagte in seinen August-Prognosen EUR/USD für das vierte Quartal auf 1,16 und den DXY auf 99,29. Dieses Profil spricht eher für eine moderate Fortsetzung der gegenwärtigen Bewegung als für einen ungeordneten Dollar-Ausverkauf.

Wichtige Charts zum Devisenmarkt

Entwicklung wichtiger Währungen seit dem 30. Juli

Wichtige Währungen gewinnen an Stärke, während der Dollar-Index seit dem 30. Juli fällt

Der australische Dollar führte die Gruppe vom täglichen Beobachtungszeitpunkt am 30. Juli bis zu den Kursen der asiatischen Sitzung an und gewann gegenüber der US-Währung 1,18 %. Das Pfund Sterling legte um 0,62 % zu, der Euro um 0,50 % und der Yen um 0,42 %, während der DXY um 0,41 % fiel. Die Breite der Bewegung zeigt, dass sie nicht auf ein einzelnes bilaterales Währungspaar beschränkt ist.

US-Inflation, Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsätze im Juli

US-Inflation, Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsätze im Juli

Das Datenbild vom Juli erklärt, warum die Erwartungen an eine kurzfristige Straffung zurückgingen: Der Gesamtverbraucherpreisindex stieg gegenüber dem Vormonat um 0,1 %, die Kerninflation um 0,2 %, der Erzeugerpreisindex auf Endnachfragestufe blieb unverändert und die Einzelhandelsumsätze fielen um 0,6 %. Der Chart zeigt zugleich, weshalb die geldpolitische Schlussfolgerung mit Vorbehalt zu versehen ist: Die Veröffentlichungen schwächten die Dynamik, entscheiden aber für sich genommen nicht über den mittelfristigen Inflationsausblick.

Fazit

Das kurzfristige Basisszenario bleibt ein schwächerer, jedoch von gegenläufigen Kräften beeinflusster Dollar. Weitere schwache US-Daten zur Aktivität oder Inflation würden den zinsbedingten Druck verstärken, der bei den wichtigsten Währungen sichtbar ist. Das Gegenrisiko besteht darin, dass neue Spannungen im Nahen Osten Energiepreise, Inflationskompensation oder die Nachfrage nach sicheren Anlagen anheben und dem Dollar trotz nachlassender US-Konjunkturdaten Auftrieb geben könnten.

Für den Yen bleibt das Interventionsrisiko ein wichtiger begrenzender Faktor, während der geldpolitische Abstand zwischen BoJ und Fed weiterhin dagegen spricht, von einer dauerhaften Trendwende auszugehen. Die für den 19. August um 20:00 Uhr MESZ angesetzten Protokolle der FOMC-Sitzung vom Juli sind der nächste offizielle Test dafür, wie die Währungshüter erhöhte Inflation gegen eine schwächere Nachfrage abwägen. Eine weitere Yen-Schwäche würde zudem den Fokus erneut auf Tokios Kommunikation und die bevorstehenden Interventionsdaten des japanischen Finanzministeriums richten.

Quellen

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