Dollar-Rückgang bleibt bei hohen Zinserwartungen und geopolitischen Risiken begrenzt

Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen stellen keine Garantie für Gewinne oder bestimmte Ergebnisse dar.
Inhaltsverzeichnis

Der US-Dollar-Index beendete den Freitag 0,025 % höher bei 101,47 und verbuchte damit seinen größten Wochengewinn seit Mitte Juni. Ein späterer Rückgang der Ölpreise ließ den Dollar und die Renditen von US-Staatsanleihen von ihren jüngsten Höchstständen zurückfallen. Dies unterstützte eine Erholung wichtiger Währungen gegenüber dem Dollar. Zweifel an der Beständigkeit der Waffenruhe zwischen den USA und Iran sowie die Unsicherheit vor den Entscheidungen der Federal Reserve und der Bank of Japan sorgten jedoch weiterhin für eine vorsichtige Stimmung.

Aktuelle Entwicklungen am Devisenmarkt

Dollar und US-Renditen fallen von jüngsten Höchstständen zurück

Der US-Dollar-Index bewegte sich am Freitag auf erhöhtem Niveau seitwärts und schloss schließlich 0,025 % höher bei 101,47. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen beendete den Handel bei 4,687 %, während die geldpolitisch besonders relevante zweijährige Rendite bei 4,342 % schloss.

Niedrigere Ölpreise trugen dazu bei, dass der Dollar und die Renditen von US-Staatsanleihen nachgaben. Dadurch konnten sich wichtige Währungen gegenüber dem Dollar erholen. Anzeichen für nachlassende Spannungen zwischen den USA und Iran verbesserten die Stimmung etwas. Der Rückgang des Dollars und der Renditen blieb jedoch moderat. Zugleich zeigte der Ölpreis Anzeichen einer Erholung, was darauf hindeutete, dass Anleger weiterhin an der Dauerhaftigkeit der Entspannung zweifelten.

Nach dem starken Ölpreisanstieg der vergangenen Woche erhöhten die Zinsmärkte die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) bei ihrer Sitzung im Juli deutlich. Sie stieg von rund 13 % eine Woche zuvor auf 36,3 %. Eine Zinserhöhung galt zwar weiterhin nicht als wahrscheinlichstes Szenario, doch die veränderten Erwartungen könnten dazu beitragen, den Dollar und die Renditen von US-Staatsanleihen auf erhöhtem Niveau zu halten.

Entspannung zwischen den USA und Iran stützt die Stimmung, Zweifel bleiben

Präsident Donald Trump ordnete eine Pause der US-Luftangriffe auf Iran an, woraufhin Teheran seine Vergeltungsangriffe aussetzte. Eine hochrangige iranische Quelle erklärte, Iran werde weiterhin auf Angriffe verzichten, solange die USA die Waffenruhe einhielten. Saudi-arabische Medien berichteten, Iran habe sich nicht aus den Verhandlungen zurückgezogen und sei weiterhin bereit, die Gespräche mit den USA an mehreren Orten in Genf fortzusetzen.

Iran meldete zudem Fortschritte bei Gesprächen mit Oman über die Steuerung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus. Unabhängig davon berichteten iranische Medien, ein Öltanker sei in der Meerenge auf eine Mine gefahren und explodiert. Ein iranischer Regierungsvertreter erklärte zugleich, die Einrichtungen in Hormus seien „derzeit leer“. Nach Angaben des katarischen Verkehrsministeriums sollten sämtliche Formen des Seeverkehrs und der Schiffsnavigation ab dem 26. Juli vollständig wieder aufgenommen werden. Saudi-Arabien bestätigte außerdem, dass eine multinationale Koalition Huthi-Kräfte im Jemen angegriffen hatte.

Nachdem Trump die fast zwei Wochen andauernden Luftangriffe gestoppt hatte, führten die USA und Iran in zwei aufeinanderfolgenden Nächten keine weiteren Angriffe aus. Angesichts wiederholter Kehrtwenden seit Beginn des Konflikts blieben Anleger dennoch skeptisch. Daten von Prognosemärkten zeigten eine Wahrscheinlichkeit von weniger als 10 %, dass beide Seiten bis zum 31. August ein endgültiges Atomabkommen erzielen würden. Die Wahrscheinlichkeit einer Unterzeichnung bis zum Jahresende lag bei etwa 33 %. Diese Erwartungen könnten einen weiteren Rückgang der Ölpreise begrenzen.

In einer separaten geopolitischen und handelspolitischen Entwicklung warf Trump der Europäischen Union vor, US-Unternehmen „auszuplündern“. Er drohte mit einer Untersuchung nach Section 301 und der Verhängung umfangreicher Zölle.

Zentralbankentscheidungen und US-Daten rücken in den Mittelpunkt

Die geldpolitische Entscheidung der Fed am Mittwoch stellt das wichtigste planmäßige Risikoereignis der Woche dar. Die Märkte werden darauf achten, ob die Zentralbank die Zinsen verändert, welchen Ton sie in ihrer Erklärung anschlägt und wie sich Fed-Vorsitzender Warsh auf der anschließenden Pressekonferenz äußert. Danach folgt die Entscheidung der Bank of Japan (BoJ), deren Leitzins voraussichtlich unverändert bleibt. Im Mittelpunkt stehen stattdessen die aktualisierten Prognosen der BoJ und die Pressekonferenz von Gouverneur Kazuo Ueda.

Die erste Schätzung des US-Bruttoinlandsprodukts für das zweite Quartal dürfte die Veröffentlichung mit dem größten Volatilitätspotenzial in dieser Woche sein. Sie liefert die erste umfassende Einschätzung der US-Wirtschaft während des Krieges mit Iran. Am Donnerstag folgen die Daten zu den persönlichen Einkommen und Ausgaben im Juni sowie zum Kern-PCE-Preisindex. Für Freitag ist der Arbeitskostenindex vorgesehen.

Der US-Kalender des Tages umfasst die Auftragseingänge für langlebige Güter im Juni um 14:30 Uhr deutscher Zeit (12:30 UTC) und den Dallas Fed Business Activity Index für Juli um 16:30 Uhr.

Devisenausblick: Einschätzungen internationaler Marktteilnehmer

Dieser Abschnitt fasst die wichtigsten Einschätzungen internationaler Finanzinstitute und Marktteilnehmer zum Devisenmarkt zusammen. Die jeweiligen Aussagen wurden vom RYOEX-Research-Team auf Grundlage öffentlich zugänglicher Informationen zusammengefasst und strukturiert. Die Nennung eines Instituts oder einer Person bedeutet nicht, dass RYOEX diese oder deren Einschätzung unterstützt.

David Scutt | Ausblick für USD/JPY hängt von Fed und BoJ ab

David Scutt erklärte, US-Dollar/Yen (USD/JPY) habe in der vergangenen Woche den erwarteten Ausbruch nach oben vollzogen und den höchsten Stand seit mehreren Jahrzehnten erreicht. Ob das Währungspaar seinen Anstieg in dieser Woche fortsetzen könne, hänge von den geldpolitischen Entscheidungen der Fed und der BoJ sowie von Konjunkturdaten aus beiden Ländern ab.

Overnight Index Swaps signalisierten eine Wahrscheinlichkeit von ungefähr einem Drittel für eine Zinserhöhung der Fed. Da die Sitzung weder neue Wirtschaftsprognosen noch einen Dot Plot umfasst, werden die geldpolitische Erklärung und Warshs Pressekonferenz die wichtigsten Orientierungspunkte liefern. Scutt zufolge würde eine weitere knappe Erklärung, die wie im Juni die Formulierung „der Ausschuss wird Preisstabilität erreichen“ enthält, die Unsicherheit verstärken. Warsh habe wiederholt erklärt, keine Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs zu geben. Er ziehe es vor, dass die Märkte die Daten bewerten, statt sich auf Signale der Zentralbank zu verlassen.

Sollte die Fed die Zinsen unverändert lassen, könnte der Dollar unter Verkaufsdruck geraten, da die Märkte eine vergleichsweise hohe Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung eingepreist haben. Die weitere Reaktion würde vom Ton der Erklärung und von Warshs Antworten während der Pressekonferenz abhängen.

Von der BoJ wird erwartet, dass sie ihren Leitzins unverändert lässt. Im April hatte die Zentralbank ihre Wachstumsprognose für das Geschäftsjahr 2026 gesenkt, ihre Prognose für die Kerninflation jedoch von 1,9 % auf 2,8 % angehoben. Zugleich hielt sie an ihrer Einschätzung fest, dass die Inflationsrisiken nach oben gerichtet seien.

Da Japan stark von Energieimporten abhängig ist, könnte die jüngste Erholung der Öl- und Flüssigerdgaspreise den Inflationsdruck erhöhen und die Terms of Trade des Landes verschlechtern. Dies würde den Yen belasten. Der am Dienstag anstehende Kern-Verbraucherpreisindex wird Subventionen und andere staatliche Maßnahmen ausklammern und damit ein klareres Bild des zugrunde liegenden Inflationsdrucks liefern. Händler werden prüfen, ob die Erholung der Energiepreise die Einschätzung der BoJ stützt, wonach die Yen-Schwäche und höhere Importpreise die Inflation verstärken könnten.

Scutt bezeichnete außerdem das US-BIP für das zweite Quartal als jene Veröffentlichung der Woche, die am ehesten Volatilität auslösen dürfte. Beim Bericht über persönliche Einkommen und Ausgaben am Donnerstag sei entscheidend, ob das Einkommenswachstum den Konsum aufrechterhalten könne oder ob die privaten Haushalte ihre Ersparnisse weiter reduzieren müssten. Ein stärker als erwarteter Arbeitskostenindex am Freitag würde die Sorgen über eine anhaltende Dienstleistungsinflation verschärfen, während höhere Energiepreise zusätzlichen Druck erzeugen.

Auch die Geschäftsergebnisse von Microsoft, Meta und Amazon verdienen Scutt zufolge Aufmerksamkeit. Eine deutlichere Verschlechterung ihrer Ergebnisse könnte Risikoaversion auslösen und die Gefahr einer Auflösung von Carry-Trades erhöhen.

Julian Pineda | Renditedifferenzen könnten EUR/USD belasten

Julian Pineda wies darauf hin, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Einlagensatz in der vergangenen Woche unverändert bei 2,25 % belassen und am Hauptrefinanzierungssatz von 2,40 % festgehalten habe. Die Erklärung nach der Sitzung habe weiterhin eine vorsichtige, abwartende Haltung erkennen lassen.

Die EZB erklärte, der Inflationsdruck könne hartnäckig bleiben. Zugleich betonte sie, der europäischen Wirtschaft könne es an ausreichender Dynamik fehlen, um weitere Zinserhöhungen zu tragen. Hinsichtlich künftiger geldpolitischer Anpassungen blieb sie weitgehend neutral. Sie bekräftigte, dass Entscheidungen von Sitzung zu Sitzung auf Grundlage der Wirtschaftsdaten getroffen würden, ohne sich vorab auf einen bestimmten Kurs festzulegen.

Pineda zufolge verbesserte die neutrale Haltung der EZB die relative Attraktivität des Euro nicht wesentlich. Die Zentralbank bestätigte die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen nicht ausdrücklich, während die Fed weiterhin signalisierte, dass in den kommenden Monaten ein aggressiverer geldpolitischer Kurs möglich sein könnte.

Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen lagen weiterhin über 4,6 %, während die Renditen europäischer Anleihen rund 3,6 % betrugen. Pineda erklärte, die Renditedifferenz begünstige weiterhin auf Dollar lautende Anlagen. Sollte der Renditeabstand zwischen den USA und Europa unverändert bleiben, könnte Euro/US-Dollar (EUR/USD) in den kommenden Sitzungen weiter unter Verkaufsdruck stehen.

Ghiles Guezout | Australischer Dollar bleibt trotz zunehmender externer Risiken robust

Ghiles Guezout hielt an einem moderat positiven Basisszenario für den australischen Dollar fest. Die Währung profitiere weiterhin von attraktiven Renditen, soliden Institutionen, Australiens AAA-Rating für Staatsanleihen und einer Wirtschaft, die bislang eine Rezession vermieden habe. Hohe spekulative Netto-Short-Positionen verringerten zudem den Spielraum für einen weiteren starken, allein durch spekulative Aktivitäten ausgelösten Ausverkauf.

Die Bedingungen seien jedoch weniger günstig als zu Jahresbeginn. Der australische Immobilienmarkt verlangsame sich, die Konsumausgaben schwächten sich ab und die Produktivität bleibe gedämpft. Chinas Wirtschaft stabilisiere sich, ohne sich zu beschleunigen. Gleichzeitig stützten geopolitische Risiken und Erwartungen eines weiteren US-Zinsanstiegs erneut den Dollar.

Guezout zufolge könnte der Bereich um 0,7000 für Australischer Dollar/US-Dollar (AUD/USD) eine wichtige Kurszone bleiben und nicht nur als konventioneller Widerstand dienen. Sollte die US-Inflation weiter nachlassen und sollten sich die Spannungen zwischen den USA und Iran abschwächen, könnte eine nachhaltige Bewegung in Richtung 0,7200 bis 0,7500 zunehmend wahrscheinlich werden. Ein erneuter kräftiger Ölpreisanstieg in Verbindung mit einer weiteren Straffung durch die Fed könnte das Währungspaar dagegen wieder unter 0,6900 drücken.

Das Hauptrisiko für Anleger bestehe in der Annahme, dass Australiens attraktiver Renditevorteil allein die Währung dauerhaft stützen könne. Carry-Trades könnten dem australischen Dollar unter stabilen Marktbedingungen Unterstützung bieten. In einem risikoaversen, stagflationären Umfeld könnten jedoch die Liquidität und die Funktion des US-Dollars als sichere Anlage erneut dominieren.

Die anstehenden australischen Inflations- und Arbeitsmarktdaten, die Energiepreise und die US-Inflationsberichte werden dazu beitragen zu bestimmen, welches Szenario sich abzeichnet. Guezout zufolge blieb der australische Dollar robust. Seine nächste größere Bewegung dürfte jedoch stärker von den Entwicklungen in Washington, Teheran und Peking abhängen als von jenen in Canberra.

Haresh Menghani | Nachlassende Feindseligkeiten belasten den sicheren Dollar

Haresh Menghani erklärte, die USA hätten ihre Bombenangriffe am Freitagabend nach 13 aufeinanderfolgenden Nächten mit Luftangriffen auf iranische Ziele ausgesetzt. Teheran habe daraufhin seine Vergeltungsangriffe gegen Verbündete der USA im Nahen Osten gestoppt.

Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, erklärte, das US-Militär bleibe in höchster Alarmbereitschaft und einsatzbereit. Trump wolle jedoch Raum für Verhandlungen lassen. Diese Entwicklung verbesserte die Anlegerstimmung und verringerte die Attraktivität des Dollars als sichere Anlage.

Die nachlassenden Feindseligkeiten führten außerdem zu einem starken Rückgang der Ölpreise. Dadurch verringerten sich die Inflationssorgen und die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed kühlten ab. Dies belastete den Dollar zusätzlich und drückte den US-Dollar-Index von seinem in der vergangenen Woche erneut getesteten Monatshoch weg.

Menghani zufolge könnten Händler vor den wichtigen Zentralbankentscheidungen größere Positionen auf weitere Kursgewinne von EUR/USD vermeiden. Die Fed wird ihre zweitägige geldpolitische Sitzung am Mittwoch abschließen. Händler werden nach neuen Hinweisen auf den künftigen geldpolitischen Kurs suchen. Weitere Entwicklungen in der Nahostkrise werden die Nachfrage nach dem Dollar ebenfalls beeinflussen und könnten stärkere Bewegungen bei EUR/USD auslösen.

TD Securities | Fed dürfte die Zinsen unverändert lassen

TD Securities erwartet, dass der Offenmarktausschuss der Federal Reserve seinen Leitzins bei dieser Sitzung unverändert lässt. Das Unternehmen räumte ein, dass der durch die Spannungen im Nahen Osten ausgelöste Ölpreisanstieg die Inflationsrisiken erhöht und die Argumente für eine weitere Zinserhöhung gestärkt habe.

Nach Einschätzung von TD Securities wären jedoch weitere Belege erforderlich, um die Unterstützung einer Mehrheit der Ausschussmitglieder zu sichern. Die restriktive Dynamik innerhalb des Gremiums nehme zu, doch das Unternehmen erwarte nicht, dass Fed-Vorsitzender Warsh bei dieser Sitzung klare Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs geben werde. Hammack und Logan könnten gegen unveränderte Zinsen stimmen und abweichende Voten abgeben.

Wichtige Charts zum Devisenmarkt

Dieser Abschnitt zeigt Charts, die helfen, die jüngsten Bewegungen am Devisenmarkt einzuordnen. Im Fokus stehen Veränderungen der geldpolitischen Erwartungen, Zinsdifferenzen, Konjunkturdaten und Marktstimmung. Die Charts und Daten basieren auf Informationen Dritter und stellen weder die Meinung von RYOEX dar noch lassen sie Rückschlüsse auf künftige Wechselkursentwicklungen zu. Angesichts möglicher abrupter Marktbewegungen bleibt ein angemessenes Risikomanagement wichtig.

Märkte bleiben hinsichtlich eines endgültigen Abkommens zwischen den USA und Iran pessimistisch

Daten von Prognosemärkten zeigten eine Wahrscheinlichkeit von weniger als 10 %, dass die USA und Iran bis zum 31. August ein endgültiges Atomabkommen erzielen würden. Die Wahrscheinlichkeit einer Unterzeichnung bis zum Jahresende lag bei etwa 33 %. Die Zahlen verdeutlichen, warum Anleger trotz der jüngsten Unterbrechung der Feindseligkeiten vorsichtig blieben und weshalb der Rückgang der Ölpreise begrenzt sein könnte.

Eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im Juli steigt

Nach dem Ölpreisanstieg der vergangenen Woche erhöhte sich die am Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im Juli von rund 13 % eine Woche zuvor auf 36,3 %. Obwohl eine Zinserhöhung nicht das Basisszenario darstellte, könnte die veränderte Erwartung dazu beitragen, den Dollar und die Renditen von US-Staatsanleihen auf erhöhtem Niveau zu halten.

Dollar und US-Renditen geben gemeinsam nach

Der Dollar und die Renditen von US-Staatsanleihen fielen moderat von ihren jüngsten Höchstständen zurück, nachdem die Märkte auf Anzeichen einer Entspannung zwischen den USA und Iran reagiert hatten. Wichtige Währungen erholten sich gegenüber dem Dollar und die Stimmung verbesserte sich. Der begrenzte Rückgang zeigte jedoch, dass Anleger hinsichtlich der Aussichten auf einen dauerhaften Frieden skeptisch blieben.

Spekulative Netto-Positionen im Dollar steigen die neunte Woche in Folge

In der am 21. Juli beendeten Woche stieg die nichtkommerzielle Netto-Positionierung im Dollar laut CFTC die neunte Woche in Folge. Sie erreichte damit den höchsten Stand seit der Woche vom 15. Dezember 2015. Die Daten signalisierten eine ausgeprägte optimistische Stimmung gegenüber dem Dollar, zeigten zugleich aber, dass die Long-Positionierung stark überlaufen war. Sollte die Fed einen weniger restriktiven Kurs einschlagen, könnte die Auflösung von Long-Positionen den US-Dollar-Index erheblichem Verkaufsdruck aussetzen.

Gleichzeitig könnten erhöhte Ölpreise und wiederkehrende Spannungen zwischen den USA und Iran die Fed zu einer vorsichtigen Haltung veranlassen. Solange sich die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed vor Jahresende nicht umkehren, könnte der Dollar gegenüber wichtigen anderen Währungen im Vorteil bleiben.

Fazit

Der Dollar und die Renditen von US-Staatsanleihen gaben moderat nach, da niedrigere Ölpreise und Anzeichen einer Entspannung zwischen den USA und Iran die Stimmung verbesserten und wichtige Währungen gegenüber dem Dollar stützten. Die Bewegung blieb jedoch begrenzt, weil Anleger an der Beständigkeit der Waffenruhe zweifelten und die Märkte weiterhin eine erhebliche Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Zinserhöhung im Juli einpreisten.

Die Entscheidungen der Fed und der BoJ, die US-Wachstums- und Inflationsdaten, australische Konjunkturveröffentlichungen sowie weitere Entwicklungen im Nahen Osten werden die nächste Handelsphase prägen. Zugleich macht die stark überlaufene spekulative Long-Positionierung den Dollar anfällig, falls die Fed einen weniger restriktiven Ton anschlägt.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Teilen Sie ihn mit Ihrem Netzwerk!

RYOEX
Offizielle Medien

RYOEX Offizielle Medien ist eine speziell für Trader entwickelte Informationsplattform, die aktuelle Nachrichten, Analysen, Leitfäden und mehr bietet. Vom Anfänger bis zum erfahrenen Trader stellen wir hilfreiche Inhalte bereit, damit Sie stets informiert bleiben und Ihre Handelsziele erfolgreich erreichen.