Nikkei fällt wegen höherer Zinsen und schwächerer US-Aktien, Verkäufe bei Einzelhandelstiteln
Am 21. an der Tokioter Börse gab der Nikkei-Durchschnitt nach und schloss 200 Yen tiefer als am Vortag bei 66.016 Yen. Er folgte den schwachen US-Aktien vom Vortag, nachdem die langfristigen US-Zinsen gestiegen waren, und bewegte sich schon am Morgen auf weichem Kurs. Besonders bei einigen Einzelhandelstiteln waren Verkäufe auffällig, und die Sorge vor einer Schwäche des privaten Konsums weitete sich aus.
Verkäufe weiten sich mit dem Zinsanstieg aus
Gegen 10 Uhr vormittags hatte sich das Minus zeitweise auf mehr als 900 Yen ausgeweitet. Belastend wirkte, dass alle drei großen US-Indizes am 20. an der Wall Street nachgaben, darunter der Dow Jones Industrial Average um mehr als 700 Dollar. Die langfristigen US-Anleiherenditen, die am 19. nach der Ankündigung des US-Finanzministeriums, die Aufkäufe von Staatsanleihen zu verdoppeln, gefallen waren, stiegen am 20. wieder, und die Erwartung weiter steigender Zinsen bleibt hartnäckig.
Auch am heimischen Anleihemarkt stieg am 21. die Rendite langlaufender Staatsanleihen, und bei Aktien kam es zu Verkäufen aus Sorge vor einer vergleichsweise hohen Bewertung. Am Markt verwies Hiroshi Namioka, Chefstratege von T&D Asset Management, darauf, dass 'selbst wenn dieser Buyback ein Jahr lang umgesetzt würde, er nur bei etwa 0,2% des BIP läge und die Auswirkungen auf die Zinsen begrenzt wären'. Jun Ishigane, Executive Fund Manager bei Mitsubishi UFJ Asset Management, äußerte die Ansicht, dass es natürlich sei, wenn sich die Aktienkurse anpassten, während sich die langfristigen Zinsen in Japan der Marke von 3% näherten.
Starker Gegenwind für Einzelhandelstitel
Besonders stark unter Druck standen Einzelhandelstitel wie Fast Retailing. Fast Retailing verlor zeitweise 5%, Ryohin Keikaku 4% und Asics 6%. Auslöser war der Kurseinbruch der Walmart-Aktie am US-Markt am 20. Sie fiel zeitweise um 10% gegenüber dem Vortag; obwohl der Umsatz und der Gewinn je Aktie im Geschäftsergebnis für Mai bis Juli 2026 die Markterwartungen übertrafen, blieb das Wachstum der vergleichbaren Umsätze in den USA auf dem niedrigsten Stand seit sechs Jahren.
Die Schwäche des privaten Konsums zeigt sich auch in den Konjunkturdaten Japans und der USA. Die US-Einzelhandelsumsätze für Juli gingen entgegen den Markterwartungen zurück, und auch der vorläufige Verbraucher-Stimmungsindex der USA für August blieb unter den Erwartungen. In Japan lag die vorläufige reale BIP-Schätzung für das April-bis-Juni-Quartal mit einem annualisierten Plus von 1,1% gegenüber dem Vorquartal unter den Markterwartungen, was die schwache Erholungskraft des Konsums ins Bewusstsein rückte. Der am 21. vom Innenministerium veröffentlichte landesweite Verbraucherpreisindex für Juli stieg ohne frische Lebensmittel im Gesamtindex um 1,8% gegenüber dem Vorjahresmonat und beschleunigte sich damit von 1,6% im Juni. Namioka zufolge wuchsen die Sorgen, dass anhaltende Inflation die Geschäftsergebnisse der Einzelhändler belasten werde.
Abwarten vor wichtigen Ereignissen
Das erwartete KGV von Fast Retailing liegt im Bereich von 45, Ryohin Keikaku im Bereich von 33; beide liegen über dem am 20. ermittelten branchenspezifischen KGV des Nikkei für den Einzelhandel, das im Bereich von 25 liegt. In einem Umfeld starker Sorgen über nachlassenden privaten Konsum war die Wahrnehmung einer hohen Bewertung leicht zu spüren. Da der Nikkei-Durchschnitt zudem in der ersten Wochenhälfte deutlich korrigiert hatte, hielt sich das Minus bis zum Mittagsschluss in Grenzen.
Am 26. der kommenden Woche wird der US-Halbleiterkonzern Nvidia seine Quartalszahlen vorlegen, und vom 27. bis 29. findet das von der Federal Reserve Bank of Kansas City ausgerichtete Wirtschaftssymposium 'Jackson Hole' statt. Bei der Tagung dürfte Fed-Chef Powell erstmals seit seinem Amtsantritt sprechen, weshalb das Abwarten stark war, um die Inhalte abzuschätzen. Je nach Ergebnis könnte der Aktienmarkt stark schwanken, und ein nervöses Marktumfeld dürfte anhalten.
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