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Sinkende Zinsen lenken Mittel zurück in Aktien, Auto- und Bauwerte legen zu

Nikkei am Vormittag 656 Yen fester, Autowerte kaufen sich bei sinkenden Zinsen zurück

Rückkäufe bei überverkauften Werten

Am Tokioter Aktienmarkt legte der Nikkei-Durchschnitt am 20. im Verlauf bis zum Vormittagsschluss zu und lag 656 Yen und 7 Sen über dem Vortag bei 65.982 Yen und 49 Sen. Ausgelöst durch die Ausweitung der Anleiherückkäufe des US-Finanzministeriums sanken die langfristigen Zinsen in Japan und den USA. Vor allem bei am Vortag stark verkauften Titeln kehrte Kapital in Aktien zurück.

Am Vortag hatte der Markt vor dem Hintergrund weltweit steigender Zinsen flächendeckend nachgegeben, vor allem bei Aktien aus den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI) und Halbleiter, und der Nikkei war um mehr als 2.000 Yen gefallen. Auch auf Wochensicht lag der Index bis zum Vortag rund 3.400 Yen im Minus. Hinzu kamen mechanische Verkäufe im Zuge des Indexrückgangs, sodass immer mehr Titel ohne direkten Bezug zu fundamentalen Faktoren unter Druck gerieten. Takumi Takei, Stratege bei Resona Holdings, sagte zur Auswahl am 20.: 'Bei zuvor überverkauften Titeln setzen Käufe auf Rücksetzer ein.'

Auto- und Bauwerte führen den Markt

Besonders gefragt waren vom Morgen an Autoaktien. Toyota Motor stieg zeitweise um 4,14 Prozent, Nissan Motor um bis zu 6,64 Prozent. Der Branchenindex 'Automobile' im Nikkei-Durchschnitt für Branchen legte um mehr als 3 Prozent zu und verzeichnete damit den zweithöchsten Anstieg unter allen 36 Branchen. Autokonzerne gelten in der Regel als Profiteure eines schwächeren Yen und stärkeren Dollar. Am Tokioter Devisenmarkt notierte der Dollar am 20. im mittleren Bereich von 158 Yen, also gegenüber dem Vortag mit stärkerem Yen, dennoch hielten die Käufe an.

Auch wenn der Yen etwas fester geworden ist, liegt das Niveau im Vergleich zu den für die Geschäftsaussichten verwendeten Annahmekursen der Unternehmen weiter auf der Yen-schwachen Seite. Zudem lieferte die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump zusätzlichen Anreiz. Reuters berichtete, die Trump-Regierung werde voraussichtlich die Zölle auf in Kanada gefertigte Autos senken. Kazuaki Shimada, Chefanlagestratege bei IwaiCosmo Securities, sagte, die Erwartung auf verbesserte Gewinnmargen bei den einzelnen Herstellern habe sich verbreitet. Auch Bauwerte, die trotz guter Ergebnisse im Quartal April bis Juni 2026 seit Jahresbeginn auf Tiefststände gefallen waren, zogen an; Taisei Corp stieg zeitweise um rund 3 Prozent.

Zinsrisiken bleiben präsent

Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Zinsen bleibt jedoch hoch, und der Markt insgesamt hat weiter schwere Last auf der Oberseite. Käufe bei KI- und Halbleiterwerten haben sich bislang noch nicht ausgeweitet. Während Kioxia Holdings und SoftBank Group zulegten, fiel Tokyo Electron. Ein in Großbritannien tätiger japanischer Aktienverkäufer sagte, die Stimmen nähmen zu, die angesichts der Geschäftsentwicklung eine Neubewertung von KI-Aktien erwarteten und dort zugreifen wollten, 'aber die tatsächlichen Bewegungen sind noch schwach'. Auch am US-Aktienmarkt vom Vortag verlor der Philadelphia Semiconductor Index (SOX), der aus führenden Halbleiterwerten besteht, 2,11 Prozent.

Steigende langfristige Zinsen belasten Technologiewerte mit hohen Wachstumserwartungen typischerweise, weil sie den Satz anheben, mit dem künftige Unternehmensgewinne auf ihren heutigen Wert abgezinst werden. Das US-Finanzministerium veröffentlichte am 19. einen Plan zur Ausweitung der Anleiherückkäufe. In der US-Anleihemarkt senkten Erwartungen einer engeren Angebots- und Nachfragesituation die langfristigen Zinsen, während die Anleihekurse stiegen.

Naoki Matsuzawa, Chefanlagestratege bei Nomura Securities, sagte, die Haltung der Behörden, sich zu den Zinsen zu bekennen, sei zwar positiv, es handle sich aber um eine Maßnahme auf der Angebots- und Nachfrageseite; die grundlegenden Faktoren für steigende Zinsen blieben bestehen. Die Rückkäufe von Aktien, die wegen höherer Zinsen verkauft worden waren, blieben begrenzt, und es dürfte ein nervöser Markt anhalten, der die relative Attraktivität gegenüber Anleihen im Blick behält.

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