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30-jährige US-Staatsanleihen auf höchstem Stand seit 19 Jahren: Drei Sorgen um ultralang laufende Anleihen

Rendite 30-jähriger US-Anleihen auf 19-Jahres-Hoch: Drei Gegenwinde

Verkaufsdruck bei ultralang laufenden Anleihen

Am US-Staatsanleihemarkt stieg die Rendite der 30-jährigen Anleihe, die die längste Restlaufzeit aufweist, am 17. zeitweise auf 5,31 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Juni 2007. Die Rendite 20-jähriger Anleihen kletterte zeitweise ebenfalls über 5,3 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Oktober 2023. Steigende Renditen bedeuten fallende Anleihekurse.

Auch die Rendite zehnjähriger Anleihen, die als Referenz für die langfristigen Zinsen gilt, stieg auf 4,72 Prozent und erreichte auf Schlusskursbasis den höchsten Stand seit dem 31. Juli. Die Rendite zweijähriger Anleihen ist dagegen seit Ende Juli eher gesunken. Die Renditekurve über die verschiedenen Laufzeiten neigt sich zunehmend verdreht, die sogenannte 'Twist-Steepening'-Bewegung schreitet voran.

Laufzeitprämie steigt

Der Rückgang der Rendite zweijähriger Anleihen ist auf die nachlassenden Erwartungen einer frühen Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zurückzuführen. Die jüngsten Daten zum Erzeugerpreisindex (PPI) und zum Arbeitsmarkt lagen unter den Markterwartungen, wodurch die kurzfristigen Inflationssorgen nachließen.

Der Anstieg der Renditen ultralang laufender Anleihen wie der 30-jährigen Anleihe spiegelt dagegen die Ausweitung der 'Laufzeitprämie' wider, eines Renditeaufschlags für das Risiko einer langfristigen Haltung. Die Inflationserwartungen am Markt sind vergleichsweise stabil. Sorgen über die US-Finanzlage sowie Angebot und Nachfrage am Anleihemarkt treiben die Renditen ultralang laufender Anleihen nach oben.

Japanische Investoren und Finanzlage belasten

Die erste Sorge des Marktes gilt der Kaufzurückhaltung japanischer institutioneller Investoren. Japanische Anleger haben unter den Bedingungen extrem niedriger Zinsen Mittel in ausländische Vermögenswerte gelenkt. Die langfristigen Zinsen im Inland stiegen am 17. zeitweise auf 2,93 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 30 Jahren. Unter Berücksichtigung der Kosten für die Währungsabsicherung gewinnen inländische Anleihen ebenfalls an Anlageattraktivität.

J.P. Morgan Securities wies in einem Bericht vom 17. darauf hin, dass die relative Attraktivität ultralang laufender US-Staatsanleihen nach Währungsabsicherung ein Faktor gewesen sei, der die langfristigen US-Zinsen gedämpft habe. Nun wirke jedoch die umgekehrte Dynamik. Japan ist der größte ausländische Halter von US-Staatsanleihen. Schon eine Zurückhaltung bei Neuanlagen oder der Wiederanlage fälliger Anleihen könnte den Markt belasten.

Die zweite Sorge ist die Verschlechterung der US-Finanzlage. Das Haushaltsdefizit im Fiskaljahr 2026, das von Oktober 2025 bis September 2026 läuft, übertraf in der kumulierten Betrachtung bis Juli bereits das Defizit des gesamten Vorjahres von 1,775 Billionen Dollar. Neben den durch die Verlängerung des Konflikts mit Iran steigenden Militärausgaben belasten auch Sozialausgaben und Zinszahlungen den Haushalt.

Fitch Ratings geht davon aus, dass das US-Haushaltsdefizit 2026 und 2027 jeweils 7,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen und damit unter Ländern mit vergleichbarer Bonität den größten Umfang annehmen wird. Zur Finanzierung des enormen Defizits dürfte die Emission von Staatsanleihen auf hohem Niveau bleiben. Zugleich halten die Sorgen über künftige zusätzliche Emissionen langfristiger Anleihen an.

Auch der Finanzierungsbedarf für KI konkurriert

Die dritte Sorge ist der Wettbewerb zwischen der US-Regierung und Technologieunternehmen um langfristige Finanzierungsmittel. Zur Finanzierung von Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) und Rechenzentren ist die Emission von Unternehmensanleihen durch US-Unternehmen stark gestiegen.

Charlie McElligott von Nomura Securities in den USA weist darauf hin, dass lang laufende US-Staatsanleihen weiterhin mit privaten Schuldtiteln konkurrieren, die höhere Renditen bieten können. Seinen Berechnungen zufolge wird das Finanzierungsvolumen im Zusammenhang mit Rechenzentren in diesem Jahr 269 Milliarden Dollar erreichen. Damit liegt es bereits beim Doppelten des Gesamtjahres 2025 und beim Zwölffachen des Jahresdurchschnitts von 2015 bis 2024.

Ein Test für die Aussichten ultralang laufender Anleihen wird die für den 19. geplante Auktion 20-jähriger US-Staatsanleihen durch das US-Finanzministerium sein. Bei der Auktion 30-jähriger Anleihen in der Vorwoche erreichte die Rendite der zugeschlagenen Anleihen zwar den höchsten Stand seit rund 25 Jahren, doch das Verhältnis von Geboten zu Zuteilungen blieb mit 2,39 solide. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die historisch hohen Renditen die Nachfrage der Anleger zurückbringen.

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