DeepSeek aus China hebt Preis für Flaggschiffmodell V4 deutlich an
Nutzungsgebühren um bis zu das 12-Fache erhöht
Das chinesische KI-Start-up DeepSeek hob am 17. die Nutzungsgebühren für sein Flaggschiffmodell V4 an. Bei der Einführung der Vorschauversion im April hatte das Unternehmen noch signalisiert, die Preise in der zweiten Jahreshälfte 2026 senken zu wollen. Doch der Ausblick scheint sich wegen eines Mangels an in China beschaffbaren Halbleitern zerschlagen zu haben.
Der Preis pro 1 Million Input- und Output-Tokens für V4 stieg um bis zu das 12-Fache. Neben einer Anhebung der Grundgebühr verdoppelte das Unternehmen den Preis tagsüber in der chinesischen Zeit, wenn die Nutzung besonders hoch ist. Für den Anbieter, der mit hoher Leistung und niedrigen Preisen wirbt, ist die Preiserhöhung nicht ohne Bedeutung.
Ansturm führt zu Angebotsengpässen
Ein Vorbote der Preiserhöhung zeigte sich am 4. An diesem Tag warnte das Werkzeug OpenCode, das mit mehreren KI-Modellen autonom Software entwickelt, vor der Möglichkeit von Fehlern, da sich bei V4 Flash ein nie dagewesenes Ausmaß an Zugriffen gesammelt habe und die Verarbeitungskapazität nicht ausreiche.
V4 Flash war am 31. Juli vorab in einem Testlauf freigegeben worden. Zwar wurde die Programmierfunktion im Vergleich zur bisherigen Vorschauversion verbessert, doch ist die Belastung der Server entsprechend höher. Das Modell löste viel Aufmerksamkeit aus, die Nutzung schnellte in die Höhe, und zeitweise kam die Verarbeitung nicht hinterher.
DeepSeek hatte bereits am 6. angekündigt, die Preise bald anzuheben, und zwar deutlich. KI-Dienste in China sind insgesamt günstig; DeepSeek lag dabei sogar am unteren Ende der Preisskala.
Am 13. stellte das Unternehmen zusammen mit der offiziellen Ankündigung des genauen Ausmaßes der Preiserhöhung die regulären Versionen von V4 Flash und der leistungsstärkeren Pro-Variante vor. Beide punkten vor allem bei der Programmierung. Der Druck, die Einnahmen zu erhöhen und Rechenressourcen wie Halbleiter und Server auszubauen, hat weiter zugenommen.
Auch Expansionspläne bekommen Risse
Als das Unternehmen im April die Vorschauversion von V4 vorstellte, hatte es für V4 Pro eine deutliche Preissenkung in der zweiten Jahreshälfte 2026 in Aussicht gestellt. Der Grund war, dass man von dem Telekommunikationsriesen Huawei eine Ausweitung der Lieferung von Servern mit hauseigenen KI-Chips erwartete.
Doch diese Erwartung erfüllte sich nicht. CEO Liang Wenfeng habe bei einer Investorenveranstaltung gesagt, das Problem liege in Huaweis Produktionskapazität, hieß es. Die Produktion sei begrenzt, und die Zuteilung an DeepSeek liege zudem weit unter der für große chinesische Internetkonzerne, wurde ebenfalls erläutert.
Auch das chinesische KI-Start-up Moonshot AI begann Mitte Juli mit der Bereitstellung von Kimi K3, das in die Nähe der Leistung von US-Modellen komme; wenige Tage später stoppte das Unternehmen wegen eines Mangels an Rechenressourcen die Neuregistrierung.
Die chinesische Zeitung Nanfang Metropolis Daily berichtete am 7. unter Berufung auf Stimmen aus dem Netz, dass die chinesische KI bei der Leistung zwar zu den USA aufschließe, es bei Benutzerfreundlichkeit und Verarbeitungskapazität jedoch weiterhin Verbesserungsbedarf gebe.
DeepSeek plant den Bau eines großen Rechenzentrums in der Inneren Mongolei in China und arbeitet zudem an der Entwicklung eigener Halbleiter. Beides dient der Sicherung von Rechenressourcen; die Investitionslast ist hoch. Zusätzliche Finanzierung und steigende Erlöse aus Gebühren sind unverzichtbar.
Die US-Regierung reguliert die Ausfuhren von KI-Halbleitern nach China, und auch die Halbleiter im Land selbst sind knapp. Nicht wenige Nutzer greifen mit virtuellen privaten Netzwerken (VPN) auf ausländische KI-Dienste zu, die im Inland eigentlich reguliert sind. Sollten Preiserhöhungen oder technische Probleme anhalten, könnte dies zu einer Abwanderung von Nutzern führen.
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