SoftBank Group plant siebenjährige Privatanleihe über 1 Billion Yen für KI-Investitionen und Schuldentilgung
Die SoftBank Group (SBG) bereitet die Ausgabe einer Anleihe im Volumen von rund 1 Billion Yen für Privatanleger vor, wie am 18. August bekannt wurde. Es wäre voraussichtlich die bislang größte von einem japanischen Unternehmen begebene Privatanleihe. Angesichts des weltweit zunehmenden Wettbewerbs um Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) will SBG privates Kapital aus Japan mobilisieren.
Emissionsplan und Verwendung der Mittel
Die geplante Privatanleihe wäre nach den Emissionen im April und Juni die dritte der SBG im Jahr 2025. Die Emissionsbedingungen, einschließlich des Zinssatzes, sollen Anfang September festgelegt werden. Die Laufzeit dürfte sieben Jahre betragen.
Bei einzelnen Privatanleiheemissionen lag der bisherige Rekord bei 600 Milliarden Yen, die SBG 2025 begeben hatte. Sollte die geplante Emission zustande kommen, würde das Unternehmen seinen eigenen Rekord deutlich übertreffen. Bei den gesamten Anleiheemissionen einschließlich der für institutionelle Anleger wie Pensionsfonds und Investmentfonds hatte bislang die Finanztochter des Telekommunikationskonzerns NTT, NTT Finance, mit insgesamt 1 Billion Yen im Dezember 2020 den Spitzenplatz inne. Die geplante SBG-Anleihe würde diesen Rekord erreichen.
Die aufgenommenen Mittel sollen neben der Rückzahlung bestehender Anleihen unter anderem für Fusionen und Übernahmen (M&A) im Bereich der 'Physical AI' verwendet werden, bei der KI Roboter autonom steuert. SBG hat den Erwerb der Robotiksparte des Schweizer Industriekonzerns ABB für 5,4 Milliarden Dollar angekündigt.
Eine Verwendung zur Rückzahlung von Brückenfinanzierungen, die bei japanischen und US-amerikanischen Finanzinstituten für eine zusätzliche Beteiligung an OpenAI aufgenommen wurden, ist ebenfalls möglich. SBG plant, bis Oktober 2025 insgesamt 10 Billionen Yen zu investieren, und finanziert einen Teil der Summe über Brückenkredite.
Wachsende Verschuldung und Zinslast
SBG will seine Investitionen ausweiten und dabei die verzinslichen Schulden erhöhen. Die Kreditwürdigkeit der als Investmentgesellschaft tätigen SBG wird anhand der Loan-to-Value-Kennzahl (LTV) gemessen, die den Anteil der Nettoschulden am Wert der gehaltenen Aktien angibt. Nach dem Kursanstieg der Aktie der britischen Arm Holdings, einem führenden Entwickler von Halbleiterdesigns und SBG-Tochterunternehmen, lag die LTV Ende Juni bei 13 Prozent und damit 4 Prozentpunkte niedriger als Ende März. Dadurch verfügt SBG über zusätzlichen Spielraum für eine höhere Verschuldung.
S&P Global Ratings bewertet SBG mit 'BB+'. Im Juli hob die Ratingagentur vor dem Hintergrund des Anstiegs der Arm-Aktie den Ausblick von 'negativ' auf 'stabil' an.
Gleichzeitig steigt die Zinslast. Marktbeobachter erwarten, dass der Zinssatz der geplanten Privatanleihe im oberen Bereich der 4-Prozent-Spanne liegen wird. Der Zinssatz der siebenjährigen Privatanleihe, die SBG 2025 begeben hatte, lag bei 3,98 Prozent; bei der im Dezember 2024 emittierten Anleihe waren es 3,15 Prozent.
Wettbewerb um privates Kapital
Während die KI-Investitionen weltweit zunehmen, geben Hyperscaler, also große Cloud-Anbieter, Anleihen im Milliardenvolumen aus. Vor dem Hintergrund höherer Verteidigungsausgaben und von Steuersenkungen steigt in vielen Ländern zudem der Bedarf an Staatsanleiheemissionen. Am Anleihemarkt verschärft sich damit der Wettbewerb um Finanzmittel.
In Japan nimmt die Investitionsbereitschaft privater Anleger angesichts der fortschreitenden Inflation und steigender Zinsen zu. Auch Unternehmen bemühen sich verstärkt um privates Kapital. Das Emissionsvolumen von Privatanleihen dürfte 2025 einschließlich der geplanten SBG-Anleihe mit 2,8 Billionen Yen einen Rekordwert erreichen.
Ein Manager eines großen Wertpapierhauses sagte, die Menge an Privatanleihen, die verkauft werden könne, sei begrenzt und die einzelnen Unternehmen warteten auf ihren Emissionstermin. Während der Wettbewerb um privates Kapital zunimmt, erhöhen Banken die Zinsen für Termineinlagen, um den Abfluss von Einlagen einzudämmen. Der Anstieg der Anleiheemissionen dürfte sich auch auf den Verkauf von Staatsanleihen für Privatanleger sowie auf den Mittelzufluss in Aktien und Investmentfonds über das steuerbegünstigte Kleinanlegerprogramm NISA auswirken.
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