Stärkere Erwartungen an eine frühe Zinserhöhung der Bank of Japan treiben langfristige Renditen auf 30-Jahres-Hoch
Am 17. stieg die Rendite der neu begebenen 10-jährigen Staatsanleihe im heimischen Anleihemarkt zeitweise auf 2,930% und damit auf den höchsten Stand seit 30 Jahren. Nach der koordinierten Wechselkursintervention von Japan und den USA haben sich die Erwartungen an eine frühe Zinserhöhung durch die Bank of Japan verstärkt, und die Marktteilnehmer stellen sich zunehmend auf weiter steigende Zinsen ein.
Verkäufe setzen bei dünnem Handel zuerst ein
Nach dem Ende der Obon-Feiertage blieb der Handel zwar begrenzt, doch vor einer Auktion von Staatsanleihen kamen Verkäufe zur Positionsanpassung auf. Ein Devisenhändler einer ausländischen Bank verwies darauf, dass die langfristigen Renditen in einem ausgedünnten Markt langsam bis auf ein Niveau stiegen, das zuletzt im September 1996 erreicht worden war.
Eingepreiste Zinserhöhung nimmt zu
Hinter dem Renditeanstieg stehen Spekulationen über eine Anpassung der geldpolitischen Ausrichtung der Bank of Japan. Die Währungsbehörden Japans und der USA teilten am 3. mit, dass sie eine koordinierte Intervention zum Kauf von Yen vorgenommen hätten. Danach sagte der US-Finanzminister Bessent über Gouverneur Kazuo Ueda: 'Ich glaube, dass er das Notwendige tun wird.' Die Erwartung, dass die Bank of Japan zur Korrektur der Yen-Schwäche frühzeitig die Zinsen anheben könnte, hat sich verstärkt.
Am Markt für Overnight-Index-Swaps (OIS) stieg die Wahrscheinlichkeit, dass die Bank of Japan auf ihrer geldpolitischen Sitzung im September die Zinsen anhebt, auf rund 80%. Anfang August lag sie bei etwa 50%, binnen zwei Wochen wurde die Erhöhung rasch eingepreist. BofA Securities korrigierte in einem Bericht vom 14. seine Prognose für den Leitzins von bisher '1,75% zum Jahresende 2027' auf '2% nach vier Zinserhöhungen bis Juli 2027'.
Ausstrahlung auf mittlere Laufzeiten
Die stärkeren Zinserhöhungserwartungen zeigen sich besonders deutlich im Anstieg der Renditen mittlerer Laufzeiten. Am 17. erreichten die 5-jährigen Anleihen ein Rekordhoch, auch die 2-jährigen Anleihen stiegen auf den höchsten Stand seit etwa 31 Jahren; die Bewegung griff auf 10-jährige und 20-jährige Anleihen sowie auf lang- und sehr langlaufende Papiere über. Im Ausland lag die höchste Zuteilungsrendite bei einer Auktion 30-jähriger US-Staatsanleihen am 13. auf dem höchsten Stand seit 25 Jahren, und auch europäische Staatsanleihen gerieten unter Aufwärtsdruck.
Auch Unsicherheit über die Finanzpolitik treibt Verkäufe am Anleihemarkt an. Im vorläufigen Haushaltsantrag für das Fiskaljahr 2027 wurde keine Obergrenze festgelegt, und auch die geplante zweijährige Senkung der Verbrauchsteuer auf Lebensmittel, die ab April 2027 umgesetzt werden soll, hat keine gesicherte Finanzierung. Mitsutaka Tanji, Chef-Anleihestratege bei Mizuho Securities, sagte mit Blick auf die anstehenden Haushaltsanträge, die Marktstimmung könne sich leicht in Richtung 'Zinsen steigen' verschieben.
Am Markt wird inzwischen auch ein Anstieg in den Bereich von 3% eingepreist. Kazuhiko Sano, Chef-Anleihestratege bei Tokai Tokyo Securities, sieht wegen der Sorge, die Bank of Japan könnte mit Zinserhöhungen zu spät kommen, wegen der Haushaltsanträge und wegen des weltweiten Renditeanstiegs die Schwelle von 3% als unausweichlich an und sagte, sie könne bei diesem Tempo schon in dieser Woche erreicht werden. Koichi Sugisaki, Makrostratege bei Morgan Stanley MUFG Securities, wies darauf hin, dass die Erwartung einer Vorverlegung von Zinserhöhungen zur Eindämmung der Yen-Schwäche zwar anhalte, der Yen-Abwärtstrend aber nicht stoppe und dadurch weitere Zinserhöhungen eingepreist würden.
Takashi Yamawaki, Leiter der Anleiheforschung bei JP Morgan Securities, sagte, sofern sich das Umfeld für Geldpolitik und Yen-Schwäche nicht ändere, würden Händler im Bereich um 3% eher verkaufen, sodass '3% nur ein Zwischenhalt' werde. Michiru Matsumoto, Leiter des Marktgeschäfts bei der Bank of Yokohama, sagte mit Blick auf die Auktion 5-jähriger Anleihen am 18. und die Auktion 20-jähriger Anleihen am 20., dies sei 'ein ziemlich schwer zu kaufendes Marktumfeld'. Bei den Auktionen 30-jähriger und 10-jähriger Anleihen im August fiel die schwache Nachfrage auf, und im Fokus steht nun, ob die bevorstehenden Staatsanleihenauktionen ohne größere Probleme absorbiert werden können.
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