Der Nikkei steigt den fünften Tag in Folge, gestützt von KI und nominalem BIP-Wachstum
KI- und Halbleiterwerte führen den Markt an
Am 17. an der Tokioter Börse setzte der Nikkei-Index seine Gewinnserie zum fünften Handelstag in Folge fort. Der Schlusskurs lag 506 Yen beziehungsweise 0,74% über dem Stand vom vorigen Freitag bei 69.220 Yen. Nach den Kursverlusten an den US-Börsen am vorigen Freitag setzte zunächst Verkaufsdruck ein, doch Käufe bei den führenden Aktien aus den Bereichen künstliche Intelligenz (KI) und Halbleiter stützten den Markt.
Advantest und Tokyo Electron trieben den Index nach oben. Der Schwergewichtstitel Kioxia Holdings kehrte erstmals seit rund drei Wochen wieder über die Marke von 60.000 Yen zurück und lag damit deutlich über dem 25-Tage-Durchschnitt von 56.020 Yen per 14. Handelsmaßgeblich war. Auch wenn der Nikkei angesichts der langfristigen Zinsen, die ein etwa 30-Jahres-Hoch erreichten, zeitweise ins Minus drehte, zeigte sich der Markt insgesamt robust. Der bis zum vorigen Freitag acht Handelstage in Folge gestiegene Tokioter Aktienindex (TOPIX) übertraf am Morgen zeitweise das am 14. erreichte Rekordhoch von 4.197,20.
Gewinnausblick stützt
Die Ansicht, dass die Geschäftszahlen für den Zeitraum April bis Juni 2026 der Treiber für höhere Aktienkurse werden, ist weiterhin verbreitet. JP Morgan Securities hob in einem Bericht vom 15. August das TOPIX-Kursziel für Ende 2026 von bisher 4.400 auf 4.600 an, gestützt auf besser als erwartete Ergebnisse in einer breiten Palette von Branchen. Frau Rie Nishihara weist darauf hin, dass der japanische Aktienmarkt breit aufgestellt sei und weder übermäßige Positionierungen noch auffällige Überbewertungen sichtbar seien, weshalb das Interesse der Anleger zunimmt.
Nominales Wachstum als Rückenwind
Die vorläufige Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das Quartal April bis Juni, die das Kabinettsbüro am 17. veröffentlichte, ergab real, also bereinigt um Preiseffekte, auf annualisierter Basis ein Plus von 1,1% gegenüber dem Vorquartal und blieb damit unter der von QUICK zusammengestellten Markterwartung von 2,2%. Koichi Fujishiro, Chefökonom des Dai-ichi Life Research Institute for Asset Management and Economics, sieht darin einen Befund, der die Schwäche der Nachfrage, etwa bei den privaten Konsumausgaben und den Investitionen in Anlagen, erkennen lässt.
Auf nominaler Basis hingegen stieg das BIP annualisiert um 4,8% auf 687,7182 Billionen Yen und hat sich damit gegenüber dem Bereich von 500 Billionen Yen vor einigen Jahren deutlich ausgeweitet. Dem nominalen BIP wird eine enge Korrelation mit dem Nikkei zugeschrieben. Fujishiro sagt, dass die Realwirtschaft zwar Schwächen aufweise, Inflation aber für die Unternehmensgewinne und die Aktienmärkte überwiegend positiv sei. Damit dürfte der Trend einer von guten Geschäftsergebnissen getragenen Hausse inmitten einer Konjunkturschwäche anhalten.
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