Rendite neu emittierter 10-jähriger Staatsanleihen steigt zeitweise auf 2,930 Prozent, höchster Stand seit 1996
10-jährige Staatsanleiherendite auf höchstem Stand seit 1996
Am 17. im heimischen Anleihemarkt stieg die Rendite neu ausgegebener 10-jähriger Staatsanleihen, der Referenzwert für die langfristigen Zinsen, zeitweise auf 2,930 Prozent. Die Kurse gaben nach und erreichten damit den höchsten Stand seit September 1996.
Zinserhöhungserwartungen belasten
Im Vergleich zum vorangegangenen Handelstag lag der Anstieg bei 0,055 Prozentpunkten. Nach der koordinierten Intervention von Japan und den USA nahmen die Erwartungen an eine frühe Zinserhöhung durch die BoJ zu, was zu verstärkten Verkäufen von Anleihen und Zurückhaltung auf der Käuferseite führte. Auch die Rendite neu emittierter 2-jähriger Staatsanleihen, die die Zinsausblicke besonders gut widerspiegelt, stieg zeitweise auf 1,685 Prozent, während die Rendite neu emittierter 5-jähriger Staatsanleihen mit 2,170 Prozent ein Rekordhoch markierte.
Sorge vor geldpolitischer Anpassung
Reuters berichtete am 14. unter Berufung auf mehrere mit der Sache vertraute Personen, die BoJ erwäge, den Leitzins bereits auf der geldpolitischen Sitzung im September auf 1,25 Prozent anzuheben. Dabei werde auch eine Beschleunigung des Zinserhöhungstempos in Betracht gezogen. Bloomberg meldete am 13. ebenfalls, die Regierung unterstütze vor dem Hintergrund, die Wirkung der koordinierten Devisenintervention von Japan und den USA aufrechtzuerhalten, eine frühe Zinserhöhung.
Auch fiskalische Risiken im Blick
Auch in den am 10. von der BoJ veröffentlichten wichtigsten Meinungen zur geldpolitischen Sitzung im Juli wurde eine eher hawkische Haltung zugunsten von Zinserhöhungen wahrgenommen. Unter Hinweis auf das Risiko von stärker als erwarteten Preissteigerungen wurde auch darauf verwiesen, dass die Anpassung des geldpolitischen Lockerungsgrades beschleunigt werden müsse.
Der Markt bleibt abwartend
Am 31. Juli intervenierten Regierung und BoJ gemeinsam mit den US-Währungsbehörden zugunsten des Yen. Auf der amerikanischen Seite, die Unterstützung erhalten hatte, wächst die Einschätzung, dass der Druck auf die BoJ zunehmen dürfte, frühzeitig die Zinsen anzuheben, um der Yen-Schwäche entgegenzuwirken. US-Finanzminister Bessent sagte am 4. August in einem Interview mit CNBC unter Nennung von BoJ-Präsident Ueda Kazuo, er glaube, dass Ueda die notwendigen Maßnahmen ergreifen werde.
Im Inland bleibt auch die Sorge vor der expansiven Fiskalpolitik der Regierung von Sanae Takaichi ausgeprägt. Die geplante befristete Senkung der Verbrauchsteuer auf Lebensmittel ab April 2027 für zwei Jahre hat bislang keine konkretisierte Finanzierung, und im Richtlinienentwurf für den Haushaltsantrag 2027 wurde auch die Obergrenze für die Anforderung aufgehoben. Da eine Verschlechterung der Haushaltsdisziplin die Zinsen tendenziell steigen lassen könnte, werden Anleger vorsichtiger.
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