Nvidia stellt Zahlung für 105-Milliarden-Dollar-Datenzentrum in Ohio sicher
Mietgarantie erleichtert die Finanzierung
Nvidia teilte am 17. mit, dass es die Zahlung von bis zu 105 Milliarden Dollar für die Miete eines riesigen Rechenzentrums garantiere, das OpenAI im Mittleren Westen der USA, im Bundesstaat Ohio, nutzen will. Nvidia übernimmt damit das Ausfallrisiko von OpenAI und stützt die Finanzierung von Unternehmen unter dem Dach der SoftBank Group (SBG), die die Anlage entwickeln.
OpenAI teilte am selben Tag mit, einen 20-jährigen Leasingvertrag für das Rechenzentrum im Bundesstaat Ohio abgeschlossen zu haben, das von SB Energy, einer Tochter von SBG, entwickelt wird. Nvidia wird 1,5 Milliarden Dollar in SB Energy investieren. Die Anlage ist als Rechenzentrum in weltgrößtem Maßstab geplant; schon in der Anfangsphase soll die Stromkapazität 4,25 Gigawatt erreichen, entsprechend vier Kernkraftwerken.
Stufenweise Inbetriebnahme ab 2028
OpenAI wird ab 2028 Nutzungsentgelte an SB Energy zahlen. Kann das Unternehmen nicht zahlen, übernimmt Nvidia die Verluste und garantiert bis zu 105 Milliarden Dollar, einschließlich Miete und Stromkosten. Nvidia kann bei Bedarf auch den Leasingvertrag selbst übernehmen.
Die Gesamtinvestitionen für die Anlage in Ohio belaufen sich auf rund 500 Milliarden Dollar. Mit der Rückendeckung des kreditstarken Nvidia dürfte SB Energy es leichter haben, Mittel von institutionellen Investoren einzuwerben. Das Unternehmen strebt frühestens im September einen Börsengang in den USA an.
Kritik an Kreislaufinvestitionen
Jensen Huang, Vorstandschef von Nvidia, schrieb auf X (früher Twitter), für die Anlage in Ohio würden rund 1,5 Millionen Grafikprozessoren (GPU) eingesetzt; umgerechnet auf den Umsatz entspreche dies 'rund 150 bis 200 Milliarden Dollar'.
OpenAI ist ein Großkunde von Nvidia-Produkten und hat das Unternehmen unterstützt, unter anderem mit einer Investition von 30 Milliarden Dollar im Jahr 2026. Die Praxis, Kunden direkt Mittel für den Kauf eigener Produkte bereitzustellen, wurde jedoch als 'Kreislaufinvestitionen' kritisiert. Nvidia betont auch diesmal, es handle sich nicht um Kreislaufinvestitionen, weil 'OpenAI die Nutzungsgebühren zahlt'. Gleichzeitig lässt sich die Struktur, in der Nvidia finanzielle Risiken übernimmt und damit den GPU-Kauf des Kunden anstößt, als Variante der bisherigen Methode verstehen.
Am 10. kündigte Nvidia gemeinsam mit sechs großen Finanzhäusern, darunter die US-Investmentfirma Apollo Global Management, den Start einer Plattform an, die den Aufbau von KI-Rechenzentren unterstützen soll. Geplant ist, von externen institutionellen Investoren insgesamt 500 Milliarden Dollar einzusammeln.
Während sich der Wettlauf um die KI-Entwicklung bei US-Big-Tech und anderen Unternehmen verschärft, bleibt Rechenleistung knapp. Solange weiter Geld zufließt, schreitet der Bau von Rechenzentren voran. Wenn die KI-Investitionen jedoch abkühlen, treten schwache Halbleiterverkäufe und Kreditrisiken der Kunden zugleich zutage. Der Ansatz, den Umsatz rasch zu steigern, bleibt daher anfällig.
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