Die LDP-Debatte über die Mehrwertsteuer wird von den Lasten früherer Generationen überlagert
Schmerzhafte Erinnerungen an die Einführung
Die Debatte der Liberaldemokratischen Partei über die Mehrwertsteuer hat nicht nur die Zustimmung und Ablehnung des Systems selbst erneut hervortreten lassen, sondern auch das Gewicht der in der Partei angesammelten Geschichte. Die frühere Wahlkampfchefin Yuko Obuchi trat im Juli aus dem inneren Führungskreis der Steuerkommission aus, weil sie sich gegen den Regierungsplan stellte, den Mehrwertsteuersatz auf Lebensmittel für zwei Jahre auf 1% zu senken.
Ein Blick auf die Geschichte der Mehrwertsteuer ruft die innerparteilichen Mühen in Erinnerung. Ihr Vater Keizo Obuchi war im April 1989 Kabinettssekretär in der Regierung von Noboru Takeshita, die die Mehrwertsteuer von 3% einführte. Das sollte auf eine rasch alternde Gesellschaft vorbereiten und Teil einer Steuerreform sein, stieß aber nicht nur in der Öffentlichkeit und bei der Opposition, sondern auch innerhalb der LDP auf Kritik. Yuko Obuchi war damals gerade erst an die High School gekommen.
Die praktische Umsetzung lag bei den sieben Schwergewichten der Takeshita-Fraktion. Neben Obuchi gehörten dazu der stellvertretende Generalsekretär Ryutaro Hashimoto, der stellvertretende Kabinettssekretär Ichiro Ozawa, der Minister für lokale Verwaltung Seiroku Kajiyama, der Vorsitzende des Ausschusses für Parlamentsangelegenheiten Kozo Watanabe und der Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Unterhaus Keiwa Okuda. Tsutomu Hata wurde Direktor des Sonderausschusses des Unterhauses, dessen Vorsitz Toshio Kanemaru übernahm. Die Takeshita-Regierung, die die Einführung durchsetzte, blieb nur kurz im Amt.
Die Kosten von Steuererhöhungen und Regierungswechseln
Hashimoto wurde später Ministerpräsident und erhöhte 1997 den Steuersatz auf 5%. Nach der Niederlage bei der Oberhauswahl im folgenden Jahr trat er zurück, und Obuchi übernahm. Während seiner Amtszeit als Ministerpräsident sagte Obuchi 1999 auf einer Dienstreise in der Präfektur Ehime: 'Ich bin zum größten Schuldenkaiser der Welt geworden', was sein Umfeld überraschte. Das war in einer Phase, in der wegen der Finanzkrise mehr Staatsanleihen ausgegeben werden mussten. Der frühere Vizefinanzminister Koichi Hosokawa, der Obuchi sowohl als Kabinettssekretär als auch als Ministerpräsident als Sekretär diente, hat diese Vorgänge erläutert.
Hosokawa vermutete, dass Obuchi seine Worte mit Korekiyo Takahashi in Verbindung gebracht habe. Takahashi war in den 1930er Jahren Finanzminister und wurde ermordet, nachdem er versucht hatte, die Ausweitung der Militärausgaben zu bremsen und damit den Widerstand des Militärs ausgelöst hatte. Die Finanzpolitik ist eine nationale Aufgabe, die sogar das Schicksal von Politikern bestimmen kann. Obuchi soll gesagt haben: 'Auch wenn ich diesmal die Finanzpolitik lockerer handhabe, muss die Disziplin ordnungsgemäß gewahrt bleiben. Gerade deshalb gehe ich mit Entschlossenheit daran.' Im Jahr nach dieser Äußerung erkrankte Obuchi schwer.
Ungelöste fiskalische Aufgaben
Zurück in die 1970er Jahre blickend, empfand auch Ministerpräsident Masayoshi Ohira als Finanzminister eine starke Verantwortung dafür, den Weg für die massive Emission von Defizitanleihen geebnet zu haben. Er trat mit dem Vorhaben 'allgemeine Verbrauchsteuer' zur Unterhauswahl an, gab das Vorhaben jedoch während des Wahlkampfs auf, und die LDP verlor ihre Mehrheit. Später wurde im Parlament ein Misstrauensvotum gegen das Kabinett angenommen, und er starb während der Zeit der gleichzeitigen Wahlen für Unter- und Oberhaus. Bis zur Einführung der Verbrauchsteuer vergingen danach fast zehn Jahre.
Auch Ministerpräsident Shinzo Abe erklärte bei der Erhöhung des Steuersatzes von 5% auf 10%, man erfülle 'die Verantwortung, das Sozialversicherungssystem an die nächste Generation zu übergeben und das Vertrauen des Landes an den Märkten und in der internationalen Gemeinschaft zu sichern'. Es gab zwei Verschiebungen, doch zu einer Senkung kam es nicht. Die Debatte über die Einführung der Verbrauchsteuer gewann an Fahrt vor dem Hintergrund des in den 1970er Jahren durch die Ölkrise verschärften Haushaltsdefizits. Der langfristige Schuldenstand von Staat und Kommunen zusammen lag zur Zeit von Ministerpräsident Obuchi bei rund 600 Billionen Yen, inzwischen übersteigt er 1300 Billionen Yen. In dieser Zeit stellte die LDP über weite Strecken die Regierung.
Ministerpräsidentin Sanae Takaichi bezeichnete die Senkung der Lebensmittelsteuer als 'Herzensanliegen' und entschied sich für die erste Senkung des Verbrauchsteuersatzes überhaupt. Damit fiel ihre Entscheidung anders aus als die von Ohiras Regierung in einer Lage anhaltender Unsicherheit bei der Beschaffung von Rohöl aus dem Nahen Osten. Gemessen an dem Krisenbewusstsein gegenüber der Verschuldung, das Obuchi empfand, stellt sich die Frage, wie ernst sie diese Last nimmt. Im achten Stock des LDP-Hauses, in dem Takaichi zur 29. Parteivorsitzenden gewählt wurde, hängen die Porträts früherer Vorsitzender. Wie sehen die Vorgänger diese Entscheidung?
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