Unternehmens-CP-Anlagen steigen, Bestände erreichen Höchststand seit 17 Jahren
Verschiebung von Einlagen wegen Zinsdifferenz
Unternehmen erhöhen ihre Anlagen in Commercial Paper (CP, kurzfristige Unternehmensanleihen) rasant. Die von Unternehmen gehaltenen Bestände haben sich in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt und den höchsten Stand seit 17 Jahren erreicht. Vor dem Hintergrund steigender Preise verlagert sich Geld aus Einlagen, deren Realwert sinkt, in Anlagen mit höherer Rendite.
Laut der Bank of Japan stiegen die CP-Bestände der Unternehmen im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 47% auf 4,1683 Billionen Yen und erreichten damit den höchsten Stand seit Dezember 2008. In der Phase anhaltend niedriger Zinsen unter der Politik der massiven geldpolitischen Lockerung fielen die Bestände zeitweise unter 1 Billion Yen. Angesichts der jüngsten Zinsanstiege kehrt die Investitionsbereitschaft der Unternehmen nun allmählich zurück.
Präsenz als Anlageform für Liquidität
Die aktuellen CP-Zinsen für Laufzeiten von drei Monaten bewegen sich im Bereich von jährlich 1,2%. Die Großzinsen auf Sichteinlagen bei den großen Banken liegen dagegen bei rund 0,4% pro Jahr, Festgelder mit einer Laufzeit von einem Jahr bei etwa 0,5% pro Jahr.
Hiroshi Kusumoto, Leiter des Marketings und Vertriebs bei Central Tanshi, sagte: 'Selbst bei vorübergehend überschüssiger Liquidität nimmt unter Unternehmen das Bewusstsein zu, das Zinsniveau zu prüfen und den Platz für die Mittel entsprechend zu bestimmen.' Ein anderer Spitzenmanager eines Geldmarkthauses sagte: 'Mit einem Leitzins der Bank of Japan von 1,0% hat die Dynamik bei CP-Anlagen von Unternehmen zugenommen.'
Zu den Unternehmen, die CP kaufen, dürften vor allem cashstarke Firmen mit hohen Kassenbeständen gehören, daneben aber auch Handelshäuser und Hersteller aus einem breiten Branchenspektrum. Während Aktionäre den Einsatz verfügbarer Mittel genau beobachten, werden die Papiere teils als vorübergehender Parkort für Liquidität genutzt. Früher waren vor allem Finanzinstitute die Hauptinvestoren, doch die Präsenz der Unternehmen als Käufer nimmt zu.
Auch Emissionsvolumen auf hohem Niveau
Für die Emittenten ist die Beschaffung über CP oft günstiger als Bankkredite. Nach Angaben des Japan Securities Depository Center belief sich der ausstehende CP-Bestand Ende Juli auf 26 Billionen Yen, ein Plus von 1,9% gegenüber dem Vorjahresmonat. Vor dem Hintergrund solider Geschäftsergebnisse bleibt der Finanzierungsbedarf der Unternehmen hoch, und auch die Zahl der Firmen, die CP-gestützte Anlagen aufbauen, steigt. Der Markt dürfte sich auch künftig robust entwickeln.
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