Käufe in KI- und Halbleiterwerten treiben den Nikkei am Mittag zum vierten Gewinntag in Folge
US-Aktien steigen, Zinserhöhungsfantasie lässt nach
Am 14. auf dem Tokioter Aktienmarkt legte der Nikkei-Durchschnitt zum vierten Handelstag in Folge zu und schloss zur Mittagspause bei 68.889,01 Punkten, ein Plus von 580,42 Punkten. Nach den Vortagesgewinnen an den US-Technologiebörsen griffen Anleger bei Aktien aus den Bereichen künstliche Intelligenz (KI) und Halbleiter zu. Advantest markierte an zwei aufeinanderfolgenden Tagen neue Höchststände und nährte die Erwartung einer Rückkehr der KI-Rally.
Am US-Markt erreichte der S&P 500 am 13. erstmals seit rund einer Woche wieder ein Rekordhoch. Das Wachstum des US-Erzeugerpreisindex (PPI) für Juli blieb hinter den Markterwartungen zurück, wodurch die Spekulationen auf eine frühe Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve (FRB) nachließen. Takehiko Masuzawa, Leiter des Trading-Bereichs bei Philip Securities, sagte, die Stimmung der Anleger, die aus Sorge vor einer frühen US-Zinserhöhung Käufe riskanter Anlagen zurückgehalten hatten, habe sich verbessert. Das habe Käufe in japanischen Aktien ausgelöst.
Käufe bei Halbleiter- und KI-Titeln
Besonders auffällig war am 14. Advantest. Die Aktie stieg zeitweise um 7,76 Prozent auf 38.730 Yen und markierte damit an zwei Tagen in Folge ein Allzeithoch. Nomura Securities hob am 13. das Kursziel für das Unternehmen auf 42.400 Yen an und erhöhte die bisherige Prognose um 11.800 Yen. Kazuyoshi Saito, Senior Analyst bei IwaiCosmo Securities, sieht in dem Kursanstieg der Advantest-Aktie, die den Markt vom Frühjahr bis in den Juni hinein angeführt hatte, ein Zeichen für die Erholung der KI-Rally.
Kioxia Holdings sprang zeitweise um bis zu 8,64 Prozent. SanDisk hatte am 13. bei einer Investorenveranstaltung einen Ausblick gegeben, wonach der Umsatz in den Geschäftsjahren 2028 bis 2030 weiter mit einer jährlichen Rate im mittleren bis späten Zehnerprozentbereich wachsen werde. Dadurch rückte das Wachstumspotenzial des Speichermarkts erneut in den Fokus. Auch Panasonic Holdings stand als KI-Wert im Blickfeld und stieg zeitweise um mehr als 6 Prozent auf ein neues Allzeithoch seit dem Börsengang im Juli. Von einem Fondsmanager einer britischen Vermögensverwaltung hieß es, das Wachstumspotenzial des Batteriegeschäfts für KI-Rechenzentren sowie die Unternehmensreform würden positiv bewertet. Auch Sony Group mit ihrer Stärke bei Bildsensoren legte um mehr als 5 Prozent zu.
Käufe in breiten Marktbereichen
Auch Titel aus dem Content-Bereich wie Konami Group, Nintendo und Bandai Namco Holdings waren gefragt. Im TSE Prime Market stiegen rund 70 Prozent der gelisteten Aktien, und der Topix, der breiter aufgestellt ist als der Nikkei-Durchschnitt, legte um fast 1 Prozent zu. Damit rückt eine Serie neuer Rekordstände in greifbare Nähe.
Bei der Kursentwicklung vom 25. Juni, als der Nikkei sein Rekordhoch markierte, bis zum 13. August übertraf rund 80 Prozent der Indexmitglieder die Entwicklung des Index. Vom Jahresende 2024 bis zum 25. Juni lag der Anteil der Titel, die besser abschnitten, noch bei knapp unter 20 Prozent. Derzeit zeichnet sich ein Bild ab, in dem eine breite Palette von Branchen den Aufwärtstrend des Nikkei stützt. Hideyuki Ishiguro, Chefstratege bei Nomura Asset Management, sagte, der aktuelle Anstieg sei gesünder als die im Juni auf KI- und Halbleiterwerte konzentrierte Rally und äußerte die Erwartung einer Rückkehr und Stabilisierung im Bereich von 70.000 Punkten.
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