US-CPI im Juli steigt um 3,4 Prozent, Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der Fed lassen nach
Der vom US-Arbeitsministerium am 12. veröffentlichten Verbraucherpreisindex (CPI) für Juli stieg auf Gesamtbasis um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Teuerungsrate bleibt zwar hoch, verlangsamte sich aber gegenüber dem Höchststand von 4,2 Prozent im Mai, der durch teureres Benzin erreicht worden war. Daraufhin ließen die Erwartungen weiter nach, dass die US-Notenbank Federal Reserve (FRB) die Zinserhöhungen fortsetzen wird.
Wachstum bei Benzin und Wohnkosten verlangsamt sich
Die Benzinpreise lagen 24,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Anstieg hatte sich jedoch gegenüber 26,7 Prozent im Juni abgeschwächt. Auch das Wachstum der Wohnkosten, die mehr als ein Drittel des CPI ausmachen, verlangsamte sich, unter anderem weil die Hotelpreise im Sommer zurückgingen.
Der Kernindex ohne Lebensmittel und Energie stieg um 2,5 Prozent und verlangsamte sich damit gegenüber 2,6 Prozent im Juni. Auch dieser wichtige Indikator für die Beurteilung des zugrunde liegenden Preisauftriebs zeigte eine nachlassende Inflationsdynamik.
Zinserwartungen gehen weiter zurück
Für die Regierung Trump vor den Zwischenwahlen im November ist das Rückenwind. Peter Navarro, leitender Berater des US-Präsidenten, schrieb gegenüber US-Medien, die Preisentwicklung im Juli habe die Grundlage für die These einer fortgesetzten geldpolitischen Straffung durch die Fed untergraben. Er äußerte sich seit Langem kritisch zu Zinserhöhungen, die die Konjunktur abkühlen, und forderte die Fed auf, auf Grundlage der aktuellen Daten zu entscheiden.
An den Märkten hatten die Erwartungen an eine baldige Zinserhöhung schon vor der CPI-Veröffentlichung nachgelassen. Grund war, dass die am 7. veröffentlichte Juli-Arbeitsmarktstatistik des US-Arbeitsministeriums einen Rückgang der Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft zeigte, entgegen den Markterwartungen. Die am 12. bekannt gewordene Verlangsamung der Inflation verstärkte diese Sicht weiter.
Im Fed Watch, das aus den Bewegungen der US-Zins-Futures Erwartungen für die Geldpolitik ableitet, fiel die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung auf der Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) am 15. und 16. September zeitweise unter 40 Prozent. Zum Stand vom 7. hatte sie bereits unter 50 Prozent gelegen, und auch danach gingen die Erwartungen weiter zurück.
Inflationsdruck bleibt bestehen
Allerdings bleibt die Teuerungsrate hoch. Die Fed hat das Ziel, die Steigerungsrate des US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) bei 2 Prozent zu stabilisieren. Am Markt wird jedoch weithin erwartet, dass der PCE-Index im Juli insgesamt im hohen 3-Prozent-Bereich gegenüber dem Vorjahresmonat liegen und in der Kernrate im niedrigen 3-Prozent-Bereich ausfallen wird. Der Abstand zum Ziel dürfte also deutlich bestehen bleiben.
Inflation drückt die Kaufkraft der Haushalte. Der inflationsbereinigte Stundenlohn in Reallohnrechnung sank im Juli um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und ging damit den vierten Monat in Folge zurück. Das könnte die Konsumausgaben belasten. Auch der Spielraum für den Abbau von Ersparnissen wird enger, und die zuletzt für Juni gemeldete Sparquote fiel auf 2,7 Prozent, den niedrigsten Stand seit 2,2 Prozent im Juni 2022.
Ob sich das CPI-Wachstum auch ab August verlangsamt, ist schwer abzuschätzen. Der aktuelle Benzinpreis liegt über 4 Dollar je Gallone, also etwa 4 Liter, einem Niveau, das Verbraucher leicht als teuer empfinden. Je nach Lage im Nahen Osten könnten die hohen Benzinpreise die Teuerung ab August erneut anheben.
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