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Neues Seltene-Erden-Projekt in Australien startet, integrierte Kette von der Förderung bis zur Raffination

Australien startet integrierte Seltene-Erden-Lieferkette, neues Bergwerk soll China-Abhängigkeit verringern

Start des Nolans-Projekts

In Zentralaustralien kommt ein neues Großprojekt für Seltene Erden in Gang. Es soll Förderung, Trennung und Raffination im Inland bündeln und eine Lieferkette für die USA, Europa und Asien aufbauen. Ziel ist es, Chinas dominierende Stellung am Markt entgegenzutreten.

Im Northern Territory hat das Rohstoffunternehmen Arafura Rare Earths im Juli mit dem 'Nolans Project' begonnen, das Bergbauentwicklung, Förderung und Raffination aus einer Hand vorantreibt. Das Vorhaben liegt auf roter Erde rund zwei Fahrstunden von Alice Springs entfernt und war früher Weideland der indigenen Aborigines.

Der Verantwortliche vor Ort, Stewart Forrest, sagte beim Ausbreiten einer Projektzeichnung auf der Motorhaube eines Geländewagens und mit einer entnommenen Gesteinsprobe in der Hand, es habe '18 Jahre gedauert, bis es so weit war'. In Nolans sollen Neodym-Praseodym-(NdPr)-Oxide produziert werden, der wichtigste Rohstoff für Hochleistungsmagnete mit starker Magnetkraft.

Fokus auf die Neuordnung der Lieferketten

Nach Angaben von Arafura zählt die NdPr-Lagerstätte in Nolans zu den größten der Welt und könnte bis zu 5% der weltweiten Versorgung decken. Beim Gipfeltreffen zwischen den USA und Australien 2025 wurde das Projekt als Priorität eingestuft, und beide Regierungen stellten finanzielle Unterstützung in Aussicht.

Im September soll mit dem Bau der Raffinerie begonnen werden, der Produktionsstart ist für 2029 vorgesehen. Geplant ist eine Jahresproduktion von 4440 Tonnen, was in permanenten Magneten für Elektromotoren von Elektroautos rund 5,5 Millionen Fahrzeugen entspricht.

Auch die Nachfrage ist stark. Arafura zufolge hat das Unternehmen Abnahmeverträge für die Zeit nach dem Anlauf mit Hyundai Motor, Siemens Gamesa Renewable Energy und dem US-Mineralhändler Traxys geschlossen.

Wachsende Sorge über die Abhängigkeit von China

Die weltweite Industrie wird seit Langem von Chinas Versorgungspolitik beeinflusst. Die chinesische Regierung schränkte im November 2025 die Ausfuhr von Dual-Use-Gütern nach Japan ein, darunter auch Seltene Erden, nachdem sie auf eine Parlamentsäußerung von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi zum Thema Taiwan reagiert hatte. Im Juni 2026 weitete sie die Zahl der betroffenen Unternehmen aus.

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) entfielen im Jahr 2024 rund 60% der weltweiten Förderung von Selten-Erden-Erzen auf China. Der zweitplatzierte Staat Myanmar wird de facto ebenfalls zu einem großen Teil von chinesischen Unternehmen bearbeitet, womit der gemeinsame Anteil fast 80% erreicht. Vom Abbau bis zur Verhüttung besteht im Land eine durchgehende Kette; bei Selten Erden für Magnetanwendungen liegt der Weltmarktanteil bei mehr als 90%.

China stuft Seltene Erden seit den 1980er Jahren als strategischen Rohstoff ein und hat Bergbau sowie verwandte Industrien als staatliche Politik gezielt gefördert. Deng Xiaoping soll gesagt haben: 'Der Nahe Osten hat Öl, China hat Seltene Erden.'

Westliche Staaten drängen darauf, ihre Beschaffung zu diversifizieren, um Risiken für die wirtschaftliche Sicherheit zu verringern. Die US-Regierung stellte im Februar Friend-Shoring in den Vordergrund, also die Verlagerung von Lieferketten für wichtige Rohstoffe, darunter Seltene Erden, in befreundete und gleichgesinnte Länder.

Australien nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Zwar reichen die Reserven nicht an China heran, doch das Land liegt weltweit auf Rang drei hinter Brasilien. Auch die Regierung treibt die Entwicklung voran: Sie überarbeitete die bislang zwischen Bund und Bundesstaaten geteilten Prüfverfahren und stellte ab April auf ein System um, bei dem die Landesregierungen auf Basis einheitlicher Umweltstandards die Gesamtprüfung übernehmen. Gerald Murray, Minister für Bergbau und Energie im Northern Territory, verweist auf die Nähe zu Asien einschließlich Japan sowie darauf, dass sich Darwin und Singapur per Flugzeug in vier Stunden verbinden lassen.

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