Wichtigste Einschätzungen aus der Juli-Sitzung der Bank of Japan: Debatte über frühere Zinserhöhung wegen Inflationsrisiken
Die Bank of Japan hat am 10. die wichtigsten Einschätzungen aus ihrer geldpolitischen Sitzung vom 30. bis 31. Juli veröffentlicht. Einige der neun Mitglieder des geldpolitischen Rats vertraten vor dem Hintergrund der Risiken eines über den Erwartungen liegenden Preisanstiegs die Ansicht, der Grad der geldpolitischen Lockerung müsse rasch angepasst werden.
Einschätzungen zum Zeitpunkt einer Zinserhöhung
Auf der Sitzung wurde der Leitzins bei 1,0 % belassen. Ratsmitglied Hajime Takata schlug angesichts unter anderem der aus dem Ausland kommenden Risiken eines über den Erwartungen liegenden Preisanstiegs eine Anhebung auf 1,25 % vor, wurde damit jedoch von der Mehrheit abgelehnt.
Gleichzeitig gab es unter den neun Ratsmitgliedern wiederholt Äußerungen, die als Befürwortung einer frühen Zinserhöhung verstanden werden konnten. Ein Ratsmitglied erklärte mit Blick darauf, dass sich die Zentralbanken weltweit in einer Phase der Zinserhöhungen befänden: 'Die Lage hat sich in eine neue Phase gewandelt, in der flexible Reaktionen auf den Wandel der Finanzbedingungen im Ausland sowie eine Diskussion über das Ausmaß von Zinserhöhungen erforderlich sind.' Es wies darauf hin, dass der Markt eine klare Haltung zeigen müsse, um einen über den Erwartungen liegenden Preisanstieg einzudämmen.
Ein anderes Ratsmitglied vertrat die Ansicht, dass sich das Tempo der Zinserhöhungen je nach Wirtschafts-, Preis- und Finanzlage schneller entwickeln könnte als vom Markt erwartet, und argumentierte, den Risiken eines über den Erwartungen liegenden Preisanstiegs müsse mehr Aufmerksamkeit als bisher gewidmet werden. Am Markt war bislang ein Zinserhöhungstempo von etwa einer Anhebung pro Halbjahr eingepreist.
Bewusstsein für die Normalisierung der Geldpolitik
Es wurde auch die Ansicht geäußert, dass es angesichts der expansiven Finanzbedingungen wichtig sei, den Leitzins unter besonderer Beachtung der Risiken steigender Preise flexibel anzupassen. Als Hinweis auf den möglichen Endpunkt der Zinserhöhungen gab es zudem Äußerungen mit Blick auf den neutralen Zinssatz.
Die Bank of Japan schätzt den neutralen Zinssatz, der die Konjunktur weder anheizt noch bremst, nominal und unter Einbeziehung ihres Inflationsziels von 2 % auf 1,1 bis 2,5 %. Ein Ratsmitglied erklärte, der Leitzins müsse angehoben werden, da er unter dem unteren Ende der geschätzten Bandbreite liege. Nach einer Orientierung für die Normalisierung der Geldpolitik müsse zudem die Flexibilität bei geldpolitischen Entscheidungen sichergestellt werden.
An der Sitzung vom 31. Juli nahm Wirtschafts- und Finanzminister Minoru Jōnai als einer der Regierungsvertreter teil. Den wichtigsten Einschätzungen zufolge erklärte ein Vertreter des Kabinettsbüros, die Regierung erwarte unter der Voraussetzung einer engen Zusammenarbeit mit der Regierung eine angemessene geldpolitische Steuerung zur nachhaltigen und stabilen Erreichung des Inflationsziels von 2 %.
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