Gespräche über neue Route in der Straße von Hormus: Iran fordert Aufhebung der US-Hafensperre
Plan für neue Route in der Meerenge
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Baghaei, sagte am 5. Tag, Iran und Oman hätten sich über die 'Breiten- und Längengrade der Route' für die Durchfahrt durch die Meerenge verständigt; die gemeinsame Erklärung befinde sich in der Endphase. Zugleich betonte er, die neue Route bedeute nicht die Öffnung der Meerenge und forderte, die USA müssten ihre Hafensperre und Einschüchterung gegen den Iran beenden.
Bei der neuen Route dürfte es sich um ein Konzept handeln, nach dem Schiffe über die iranisch geprägte Nordroute in den Persischen Golf einfahren und über die omanische Südroute wieder auslaufen. Iran könnte zudem Gebühren für die Sicherung erheben, was de facto auf eine Anerkennung der von dem Land beanspruchten Kontrollbefugnis über die Meerenge hinauslaufen könnte.
Starker Rückgang der Rohölexporte
Hinter Irans Forderung nach Aufhebung der Hafensperre steht der Einbruch seiner Rohölexporte. Nachdem die USA und Iran am 17. Juni eine Absichtserklärung unterzeichnet hatten, erklärte Iran, es habe 'eine beträchtliche Menge gelagerter Rohölbestände exportieren können'. TankerTrackers, das die Bewegungen von Frachtschiffen weltweit überwacht, geht davon aus, dass Iran in diesem Zeitraum Rohöl und andere Güter im Gegenwert von mehr als 6 Milliarden Dollar exportierte.
Als die USA die Hafensperre im Juli wieder einführten, brachen die Exporte jedoch abrupt ein. Nach Angaben des europäischen Analysehauses Kepler gab es von Ende Juni bis Anfang Juli Wochen mit mehr als 1 Million Barrel pro Tag, doch in der Woche vom 27. Juli bis 2. August fiel das Niveau auf rund 300.000 Barrel pro Tag. Gegenüber Ende Juni entspricht das einem Rückgang um 70 Prozent; die Sperre zeigt Wirkung.
Sanktionsumgehung und Wiederaufnahme der Gespräche
Die USA haben Iran bereits vor dem militärischen Zusammenstoß Ende Februar mit Sanktionen belegt, darunter ein Öl-Embargo. Nach Einschätzung Washingtons hat Iran unter den langjährigen Wirtschaftssanktionen nach Schlupflöchern gesucht und die Strafmaßnahmen etwa mit einer 'Schattenflotte' ohne Positionsdaten umgangen.
Ölminister Paknejad betonte, man habe 'über Jahre hinweg Mechanismen aufgebaut, die die US-Sanktionen abmildern', doch die maritime Blockade dürfte bei der Einschränkung der Exporte eine gewisse Wirkung gezeigt haben. Ein Teil der Öleinnahmen soll zudem für Aktivitäten der Revolutionsgarde, etwa Waffenkäufe, sowie für den Wiederaufbau nach Angriffen der USA und Israels verwendet werden.
Nach der Absichtserklärung Mitte Juni wollten beide Seiten die Gespräche nach der Staatsbeisetzung des verstorbenen Ayatollah Ali Khamenei wieder aufnehmen. Doch der Streit um die Vorherrschaft in der Straße von Hormus ließ nicht nach; statt zur Diplomatie zurückzukehren, eskalierte der gegenseitige Schlagabtausch erneut. Für Iran ist die Beschaffung von Devisen durch Ölexporte für die mittel- bis langfristige wirtschaftliche Erholung unverzichtbar, und die jüngste Verlangsamung der Exporte könnte der Wirtschaft schaden.
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