Mideas mobile Klimaanlagen verkaufen sich in Europa stark - Hitzewelle wirkt als Treiber
Chinesische Klimaanlagen gewinnen auf dem europäischen Markt an Präsenz. Das von der Midea-Gruppe entwickelte, installatonsfreie mobile Modell hat von Anfang 2026 bis Ende Juni 200.000 Einheiten ausgeliefert, doppelt so viele wie im Gesamtjahr 2025. Chinesische Anbieter, deren Inlandsnachfrage schwach bleibt, suchen nach Wachstumsspielraum im Ausland.
Nachfrageanstieg wegen Hitzewelle in Europa
Im Juli wurden in Mideas Werk im Stadtteil Nansha in Guangzhou in der Provinz Guangdong verpackte mobile Klimaanlagen vom Typ 'Porta Split' mit Gabelstaplern nach und nach in Container geladen. Die Container wurden auf Lastwagen verladen und zu den Knotenpunkten für die Seeroute zwischen China und Europa sowie für den grenzüberschreitenden Güterzug 'China-Europa-Güterzug' auf dem Landweg gebracht.
Europa wurde Ende Juni von einer Rekordhitze getroffen, in Frankreich und Deutschland stiegen die Temperaturen auf über 40 Grad. Inmitten sprunghaft wachsender Nachfrage nach Klimaanlagen wurde Porta Split zum Verkaufsschlager. Midea teilte Ende Juli mit, seit Juni zusätzlich 160.000 Bestellungen erhalten zu haben. In einigen Regionen waren die Lagerbestände erschöpft, das Produkt war nur schwer erhältlich.
Ein Markt mit Installationshürden
Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) lag die Installationsrate von Klimaanlagen in Europa 2025 bei lediglich 23 Prozent. Viele ältere Wohnungen sowie Vorgaben zum Schutz von Gebäuden schränken Arbeiten wie das Bohren von Löchern in Außenwände ein. Auch in Wohnungen ohne solche Beschränkungen sind die Installationskosten hoch, und Termine sind oft schwer zu bekommen.
Midea erkannte diese Gegebenheiten früh. 'Der Auslöser war, dass das lokale Team in Europa die Nachfrage erkannt und den Vorschlag gemacht hat', sagte Zhao Ali, Europa-Produktmanager für Klimaanlagen bei Midea. Um die Installationshürden in Europa zu beseitigen, entwickelten die Forschungs- und Entwicklungsabteilung im Inland und das Designteam in Italien über drei Jahre hinweg Porta Split.
Der Preis liegt bei rund 1000 Euro, etwa 190.000 Yen. Eine Installation durch Fachbetriebe ist nicht nötig, Nutzer können das Gerät selbst einrichten. Das Außengerät wiegt etwa 10 Kilogramm und lässt sich daher leicht anheben. Es wird an der Außenseite von Fenstern oder Balkontüren befestigt. Das Innengerät hat Rollen und kann auf dem Boden bewegt werden.
Chinesische Anbieter drängen ins Ausland
Nach Angaben von Midea gab es mobile Klimaanlagen zwar schon zuvor auf dem Markt, doch günstigere Modelle im Bereich von 200 bis 300 Euro hatten Schwächen bei Kühlleistung und Geräuscharmut. Porta Split beseitigte diese Schwächen und steigerte den Absatz deutlich.
Auch die Hisense-Gruppe baut ihre Verkäufe in Europa aus. In Frankreich verdoppelte sich der Umsatz in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum, in Westeuropa insgesamt stieg er um 20 Prozent. Nach Angaben der chinesischen Zollbehörde legte der Exportwert klimaanlagenbezogener Produkte aus China nach Europa in den Monaten Januar bis Juni nach Frankreich um 80 Prozent auf 1,4 Milliarden Yuan, etwa 330 Millionen Euro, zu, während die Lieferungen in die Niederlande um 60 Prozent auf 1,4 Milliarden Yuan stiegen.
Im Gegensatz dazu bleibt der Absatz von Klimaanlagen in China schwach. Nach Angaben des Marktforschers Beijing Aowei Cloud Network Data Technology sank die Zahl der im Inland verkauften Einheiten im gleichen Zeitraum im Jahresvergleich um 6 Prozent auf 59,67 Millionen. Belastend wirkte der Rückgang der Wohnungsverkäufe in der Immobilienflaute.
Auch bei den Exporten gingen die Lieferungen in die USA und nach Russland zurück. Der Exportwert von Klimaanlagen aus China sank in den Monaten Januar bis Juni um 9 Prozent auf 113,6 Milliarden Yuan. Während der Binnenmarkt und die Exporte außerhalb Europas unter Druck stehen, wollen chinesische Haushaltsgerätehersteller den Erfolg in Europa als Sprungbrett für weiteres Wachstum nutzen. Xiong Xueqin, Generaldirektor für Europa bei Midea Air Conditioning, sagte: 'Wenn chinesische Unternehmen originelle Produkte auf den Markt bringen, können sie im Ausland das verfestigte Bild aufbrechen, chinesische Marken seien vor allem OEM-Hersteller.'
Wenn sich Produkte, die rasch auf Nachfrage im Ausland reagieren, auch in andere Märkte ausrollen lassen, dürfte das die Bekanntheit und Glaubwürdigkeit chinesischer Marken erhöhen. Japanische und westliche Unternehmen, die sich auf den Auslandsmärkten dagegenstellen, könnten China-Anbietern Marktanteile überlassen, wenn sie ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht weiter stärken.
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