Yen-Stärke setzt sich trotz FX-Verkäufen nicht durch - Fokus auf Zinserhöhung der BoJ im September
Yen-Verkäufe nach der Intervention stützen den Markt
Nach der koordinierten Intervention Japans und der USA Ende Juli kam der Yen-Kurs unter Mitwirkung von Käufen zur Verlustbegrenzung durch Privatanleger im Devisenmarginhandel (FX) zeitweise in die Nähe von 1 US-Dollar = 155 Yen. Dass der Kurs vor der Marke von 155 Yen wieder nachgab, dürfte jedoch darauf zurückzuführen sein, dass der FX-Handel kurz nach der Intervention auf Yen-Verkäufe und Dollar-Käufe umschwenkte.
Handelsvolumen Ende Juli springt stark an
Nach Angaben von Takuya Kanda vom Gaitame.com Research Institute war das FX-Handelsvolumen Ende Juli mehr als viermal so hoch wie vor der Intervention. Bei Gaitame.com war das Volumen am 31. Juli zunächst als 'etwa doppelt so hoch wie üblich' eingestuft worden, doch später seien unmittelbar nach der Intervention Yen-Verkäufe und Dollar-Käufe festgestellt worden, die die Erwartungen deutlich übertrafen. Das bedeutet, dass die Erwartung eines schwächeren Yen am Markt stärker war als angenommen.
Rückprall in der Nähe von 155 Yen
Die Tatsache, dass der Markt vor 155 Yen wieder zurückgewiesen wurde, wiegt schwer. Auch bei der Yen-Kaufintervention der Regierung während der Goldenen Woche hatte der Kurs bereits mehrfach vor diesem Niveau nachgegeben. In der Folge sammelten sich in der ersten Woche des Augusts im Devisenmarkt Yen-Verkaufsaufträge im Bereich von 155 bis 158 Yen, und selbst nach dem Einsatz der koordinieren Intervention als Trumpf wurde der Yen-Kurs in Tokio von der Woche mit Niveaus um 155 Yen bis zum Wochende zeitweise wieder in den Bereich von 158 Yen gedrückt.
Blick richtet sich auf eine Zinserhöhung der BoJ
Die Regierung signalisiert zwar weiterhin, dass sie auch künftig Yen-Käufe nicht scheuen werde, doch die Wirkung auf eine dauerhafte Yen-Stärke gilt am Markt als begrenzt. Der Fokus verlagert sich auf eine Anhebung des geldpolitischen Leitzinses der BoJ, die auch US-Finanzminister Scott Bessent angedeutet hat. Eine Zinserhöhung bei der nächsten geldpolitischen Sitzung der BoJ im September wird zunehmend eingepreist.
Masayuki Kogama von der Mizuho Bank verweist jedoch darauf, dass selbst dann, wenn auch die US-Notenbank Federal Reserve (FRB) zu einem Straffungskurs neigt, eine übliche Anhebung um 0,25 Prozentpunkte zwar die weitere Yen-Abwertung bremsen könnte, eine Wende hin zu einem stärkeren Yen aber schwer zu erreichen sei. Die Zinserhöhung im September werde als Minimalmaßnahme zur Verhinderung weiterer Yen-Schwäche gesehen.
Meilensteine der historischen Yen-Schwäche
Seit dem Frühjahr 1995 hat die BoJ, als eine starke Yen-Aufwertung über 80 Yen je Dollar die Wirtschaft abkühlte, im September desselben Jahres eine um 0,50 Prozentpunkte geringere Zinsanpassung vorgenommen, also das Doppelte der üblichen Größe, und damit den Yen-Kurs wieder in Richtung der 100-Yen-Marke gedrückt.
In der historischen Phase der Yen-Schwäche, die 2022 begann, fiel das Niveau 2022 in den Bereich von 150 Yen, 2024 bis in den Bereich von 160 Yen, und 2026 nimmt der Abwärtsdruck auf den Yen erneut zu. Wird 2026 ein Jahr, in dem die Marke von 170 Yen ins Blickfeld rückt, oder ein Jahr, das der historischen Yen-Schwäche ein Ende setzt? Für Regierung und BoJ wird die zweite Jahreshälfte zur Bewährungsprobe.
Wenn Ihnen dieser Artikel geholfen hat, teilen Sie ihn gerne.