Tesla will Auslieferungsstandorte in Japan bis 2026 um 60 Prozent ausbauen
Auslieferungsstandorte werden auf 11 erhöht
Tesla, der US-Elektroautobauer, will die Zahl seiner Auslieferungsstandorte in Japan im Laufe von 2026 von derzeit sieben auf elf erhöhen. Noch im August sollen je ein Standort in Yokohama und Kobe dazukommen, bis Jahresende außerdem jeweils einer in der Region Kanto und in Nagoya. Auch die Menge der eingeführten Fahrzeuge soll erhöht werden, um die Lieferkette zu stärken.
Tesla-Fahrzeuge werden entweder in einem speziellen Auslieferungszentrum übergeben oder an einen vom Kunden angegebenen Ort wie das eigene Zuhause geliefert. Showrooms dienen der Fahrzeuginspektion und der Erläuterung des Fahrzeugs; Verträge und Käufe laufen grundsätzlich online. Aus Kostengründen erfolgt die Auslieferung nicht im Laden.
Verkäufe steigen dank Förderung sprunghaft
Hinter dem raschen Ausbau der Auslieferungsstandorte steht der Verkaufsanstieg in Japan. Die Inlandsverkäufe 2025 übertrafen die bisherige Bestmarke von rund 5900 Fahrzeugen aus dem Jahr 2022 deutlich und lagen erstmals über 10.000. Im Zeitraum Januar bis Juni 2026 kamen bereits rund 12.000 Fahrzeuge zusammen, was den Schwung weiter verstärkte.
Treiber des Absatzes war, dass Tesla den Verkauf von Premiumfahrzeugen wie dem Model S eingestellt und sich auf die Volumenmodelle Model 3 und Model Y konzentriert hat. Zudem wurden die Showrooms in Einkaufszentren ausgeweitet und damit die Kontaktpunkte zu Kunden vermehrt. Rückenwind gab auch die im Januar auf 1,27 Millionen Yen angehobene staatliche Förderung, die fast dem vollen Betrag von 1,3 Millionen Yen entspricht, sowie eine dreijährige Gratisaktion für Schnellladegebühren für Bestellungen und Auslieferungen bis Ende Juni. Allein im Juni wurden rund 4000 Fahrzeuge verkauft.
Hafen und KI sollen Versorgung stärken
Durch die hohe Nachfrage kam es teils zu Verwirrung, etwa weil Liefertermine oder Abholorte kurzfristig geändert wurden. Tesla erklärte, die Lage habe sich inzwischen nahezu normalisiert. Der Präsident der japanischen Tochtergesellschaft, Richi Hashimoto, sagte, die Gratis-Ladeaktion habe einen Nachfrageschub ausgelöst und das Gleichgewicht auf der Angebotsseite gestört. Die Frist für die Auslieferung im Rahmen der Aktion wurde für einige Modelle bis spätestens Ende September verlängert.
Auf der Angebotsseite führte das Unternehmen ab Juli einen autonom arbeitenden KI-Agenten in den Prozess von der Bestellung bis zur Auslieferung ein. Auf Basis von Kundendaten weist das System den einzelnen Abteilungen Aufgaben zu und soll die Bearbeitung effizienter machen. Auch die Anlaufstellen für Importfahrzeuge wurden erweitert: Neben dem Daikoku-Pier in Yokohama wurde das Entladen auch im Mikawa-Hafen in Toyohashi in der Präfektur Aichi aufgenommen. Dadurch stieg die jährliche Kapazität auf rund 48.000 Fahrzeuge, etwa doppelt so viel wie zuvor.
Der Mikawa-Hafen liegt zwischen Kanto und Kansai und gilt als größter Hafen des Landes für Autoimporte. Er erleichtert nicht nur den Transport zu Auslieferungsstandorten im Westen Japans, sondern erhöht mit mehreren Häfen auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber Naturkatastrophen und logistischen Störungen.
Hashimoto sagte mit Blick auf 2026, Tesla wolle nicht einfach rasch mehr Showrooms eröffnen, sondern sich auf die Verbesserung der Qualität pro Standort konzentrieren. Der Anteil von Elektrofahrzeugen an den Neuwagenverkäufen in Japan überschritt zwischen April und Juni erstmals 3 Prozent. Auch heimische Anbieter wie Toyota Motor sowie Importmarken wie BMW erweitern ihr Angebot. Für Tesla rückt damit neben der Produktstärke auch die Verbesserung des Kundenerlebnisses einschließlich Auslieferung und Service in den Fokus.
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