Fremdwährungsliquidität: 3 Großbanken bauen Vorräte für Nahost-Risiken aus
Dringender Aufbau von Fremdwährungsreserven
Die drei Megabanken, darunter die Mitsubishi UFJ Bank, bauen ihre Fremdwährungsliquidität aus. Der Bestand aus Fremdwährungseinlagen und Marktfinanzierung belief sich Ende Juni auf 1,2536 Billionen Dollar, rund 198 Billionen Yen, und lag damit 18 Prozent über dem Stand von Ende März 2025. Vor dem Hintergrund der Verschlechterung der Lage im Nahen Osten wollen sie sich darauf vorbereiten, dass Kundenunternehmen plötzlich schwerer an Fremdwährungen kommen.
Fremdwährungsliquidität bezeichnet den finanziellen Spielraum, mit dem Banken bei Bedarf Dollar und andere Fremdwährungen bereitstellen können. Für Unternehmen mit Auslandsgeschäft ist sie ein wichtiges Sicherheitsnetz, wenn die Finanzierung ins Stocken gerät.
Marktfinanzierung nimmt ebenfalls zu
Die drei Megabanken zusammen kamen Ende März 2025 auf rund 1,06 Billionen Dollar. In den folgenden 15 Monaten bauten sie den Bestand um mehr als 190 Milliarden Dollar aus. Ein direkter Vergleich ist zwar schwierig, doch in den Statistiken der Bank of Japan für alle großen Banken ist zumindest seit 2010 kein Anstieg in dieser Größenordnung zu sehen.
Die Mitsubishi UFJ Bank steigerte ihren Bestand um 32 Prozent auf 466 Milliarden Dollar. Die am Markt aufgenommene Finanzierung, etwa über Geschäfte zur Umwandlung von Yen-Mitteln in Dollar, wurde auf mehr als das Doppelte ausgeweitet. Die von Kunden angenommenen Fremdwährungseinlagen legten um 8 Prozent zu. Auch die Sumitomo Mitsui Banking Corporation und die Mizuho Bank stockten ihre Fremdwährungsmittel auf.
Nahost-Risiken und Investitionsbedarf
Die Vereinigten Staaten und der Iran gerieten Ende Februar militärisch aneinander, und die Gespräche zur Beilegung des Konflikts wechseln zwischen Fortschritten und Stillstand. Führungskräfte der Megabanken erklärten, sie hätten sich auf eine Phase vorbereitet, in der die Märkte durcheinandergeraten und Unternehmen mit Krediten schwerer an Dollar kommen.
Künftig dürfte auch bei den von Japan und den USA im Gegenzug für Zollsenkungen vereinbarten Investitionen in die Vereinigten Staaten Dollarbedarf entstehen. Derzeit befindet sich die US-Notenbank Fed in einer Zinssenkungsphase, und die Dollar-Beschaffungskosten haben sich nach ihrem Höchststand 2024 wieder verringert. Es dürfte auch das Ziel gewesen sein, Mittel zu sichern, solange die Beschaffung noch vergleichsweise einfach ist.
Auch auf Unternehmensseite wächst die Vorsorge für die Lage im Nahen Osten. Die Einrichtung von Commitment-Lines und Kreditrahmen, über die bei Bedarf Yen-Mittel von Banken gezogen werden können, nimmt rasch zu. Nach Angaben der Bank of Japan stieg der per Ende Juni eingerichtete Betrag seit Ende Januar, also vor dem militärischen Zusammenstoß zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, um 6 Billionen Yen. Das Wachstumstempo war damit so hoch wie seit der Corona-Pandemie 2020 nicht mehr.
Wenn Ihnen dieser Artikel geholfen hat, teilen Sie ihn gerne.