Kansai Electric Power und Kawasaki Heavy Industries transportieren CO2 aus Maizuru-Kraftwerk erstmals außerhalb des Werksgeländes in Japan
Von der Abscheidung bis zum Seetransport
Kansai Electric Power und Kawasaki Heavy Industries transportieren das von einem Kohlekraftwerk ausgestoßene Kohlendioxid (CO2) erstmals in Japan außerhalb des Werksgeländes. Der Start ist noch im Fiskaljahr 2026 geplant, um es anschließend unterirdisch zu speichern. Die Unternehmen wollen Erfahrungen sammeln, um eine Technologie zu etablieren, die die CO2-Emissionen von Kohlekraftwerken um bis zu 90 Prozent senken kann.
Kawasaki Heavy Industries übernimmt im Maizuru-Kraftwerk von Kansai Electric Power in Maizuru, Präfektur Kyoto, den Prozess der CO2-Abscheidung aus der Anlage. Das Unternehmen hat spezielle Ausrüstung installiert und mit einer Demonstration begonnen, bei der CO2 intermittierend abgeschieden wird.
Japan CCS Research, finanziert von zehn Stromversorgern einschließlich Kansai Electric Power sowie weiteren Investoren, transportiert das CO2 von Maizuru nach Tomakomai in Hokkaido. Bisher wurden Demonstrationen für Langstreckentransporte mit extern zugekauftem CO2 durchgeführt; künftig soll tatsächlich aus dem Kraftwerk abgeschiedenes CO2 befördert werden.
Neubewertung der Rolle der Kohlekraft
Durch die faktische Blockade der Straße von Hormus gerieten die Lieferketten für Kraftstofföl und verflüssigtes Erdgas (LNG), die vielfach aus dem Nahen Osten stammen, durcheinander. Daraufhin weitete sich weltweit die Nutzung von Kohle zur Stromerzeugung aus.
Auch in Japan wird der Großteil der Kohle aus Australien und Indonesien importiert, die Abhängigkeit vom Nahen Osten ist gering. Die Regierung beschloss im März, die für ineffiziente Kohlekraftwerke geltenden Betriebsbeschränkungen im Fiskaljahr 2026 aufzuheben. Aus Sicht der Energiesicherheit wird die Bedeutung von Kohlekraftwerken neu bewertet.
Kohlekraftwerke stoßen etwa doppelt so viel CO2 aus wie LNG-Kraftwerke. Während der Umstieg auf LNG-Kraftwerke voranschreitet, ließen sich die Emissionen auch bei Kohlekraftwerken um bis zu 90 Prozent senken, wenn CO2 abgeschieden und unterirdisch gespeichert werden kann. Die Technologie wird weiter vorangetrieben, um die Nutzung von Kohlekraft und Dekarbonisierung miteinander zu vereinbaren.
Kommerzialisierung in Tomakomai im Blick
In Tomakomai genehmigte die Regierung im September 2025 Probebohrungen für die Kommerzialisierung der unterirdischen CO2-Speicherung. Seit Dezember desselben Jahres führen Japan Petroleum Exploration (JAPEX) und andere die Probebohrungen durch; eine Kommerzialisierung bis 2030 wird ins Auge gefasst. Im Fiskaljahr 2027 dürfte auch die staatliche Unterstützung ausgeweitet werden.
Bei dem Transport wird das im Maizuru-Kraftwerk ausgestoßene CO2 abgeschieden, komprimiert und in Spezialtanks auf Schiffe umgeladen, um es auf dem Seeweg zu befördern. Der Transport soll beginnen, sobald die Einführung zusätzlicher Anlagen zur Erhöhung der CO2-Konzentration und der Abscheidehäufigkeit abgeschlossen ist.
Japan CCS Research wird als separates Vorhaben auch die Demonstration des CO2-Transports ausweiten. Mit dem Transport von Maizuru-Kraftwerk will das Unternehmen Erfahrungen sammeln und einen Rahmen für Ferntransporte ins Ausland, etwa nach Malaysia und Australien, schaffen.
Bei der Dekarbonisierung von Kohlekraftwerken treiben die Unternehmen auch andere Technologien als die unterirdische CO2-Speicherung voran. JERA mischt Ammoniak in Kohle, um die CO2-Emissionen zu senken. Mit staatlicher Unterstützung will das Unternehmen im Fiskaljahr 2029 Ammoniak aus den USA im Hekinan-Kraftwerk in Hekinan, Präfektur Aichi, annehmen und zur Stromerzeugung nutzen.
J-Power arbeitet an der integrierten Kohlevergasung mit Kombikraftwerk (IGCC), bei der mit aus Kohle gewonnenem Wasserstoff und anderen Stoffen Strom erzeugt wird. Die Entwicklung von Technologien zur Dekarbonisierung der Kohlekraft dürfte auch zur künftigen stabilen Energieversorgung Japans beitragen.
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