Alphabet-Beteiligung sorgt bei Berkshire erstmals seit 15 Quartalen für Nettokäufe
Nettokäufe von Aktien und Beteiligung an Alphabet
Die US-Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway hat in den am 8. veröffentlichten Zahlen für das Quartal April bis Juni erstmals seit 15 Quartalen netto Aktien gekauft. Unter CEO Greg Abel kommt die gewaltige Liquidität des Konzerns in Bewegung.
Aus der Kapitalflussrechnung geht hervor, dass sich der Nettokauf auf 19,7 Milliarden Dollar belief, umgerechnet rund 3,1 Billionen Yen. Die Käufe summierten sich auf 23,4 Milliarden Dollar, die Verkäufe auf 3,6 Milliarden Dollar. Dass die Käufe die Verkäufe übertrafen, war erstmals seit dem Quartal Juli bis September 2022 der Fall. Zuvor hatte Berkshire ein Nettokaufvolumen von 3,6 Milliarden Dollar ausgewiesen.
Hauptgrund war eine zusätzliche Beteiligung an Alphabet, der Muttergesellschaft von Google. Alphabet hatte im Juni 26 einen großen Kapitalerhöhungsplan zur Finanzierung von Investitionen in die Entwicklung Künstlicher Intelligenz vorgestellt, und Berkshire zeichnete 10 Milliarden Dollar im Rahmen einer Privatplatzierung. Zu den fünf größten Beteiligungen zum Ende Juni zählte nun Alphabet neu dazu, während der Ölkonzern Chevron herausfiel.
Aktienrückkäufe und Gewinnentwicklung
Die Aktienrückkäufe im Quartal April bis Juni beliefen sich auf 4,5 Milliarden Dollar und lagen damit deutlich über den 200 Millionen Dollar aus dem Quartal Januar bis März. Berkshire kauft eigene Aktien zurück, wenn der Konzern den Kurs für niedriger als den inneren Wert hält. Das deutet darauf hin, dass Abel und Verwaltungsratschef Warren Buffett die Aktie womöglich als unterbewertet ansehen.
Die breite Liquiditätsreserve aus Barmitteln und kurzfristigen US-Staatsanleihen sank zum Ende Juni auf 365,5 Milliarden Dollar und lag damit 8 Prozent unter dem Rekordstand vom Ende März. Der Nettogewinn im Quartal April bis Juni verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 25,6 Milliarden Dollar. Da die US-Rechnungslegung Bewertungsergebnisse aus gehaltenen börsennotierten Aktien erfasst, reagieren die Gewinne stark auf Kursschwankungen. Das Aktienportfolio hatte zum Ende Juni einen Wert von 323,7 Milliarden Dollar.
Der operative Gewinn, ohne Bewertungsgewinne und ähnliche Effekte, stieg um 16 Prozent auf 12,9 Milliarden Dollar. Im Rückversicherungsgeschäft begann im April ein neuer Rückversicherungsvertrag mit einer Tochtergesellschaft von Tokio Marine Holdings, wodurch 483 Millionen Dollar an Prämieneinnahmen verbucht wurden. Berkshire hatte im März eine Kapital- und Geschäftsallianz mit Tokio Marine HD vereinbart und trägt damit bereits zum Ergebnis bei.
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