US-Arbeitsmarktbericht für Juli: Beschäftigung sinkt, Erwartungen einer Zinserhöhung im September-FOMC gehen zurück
Im am 7. veröffentlichten US-Arbeitsmarktbericht des Arbeitsministeriums für Juli sank die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft gegenüber dem Vormonat um 23.000 und blieb damit hinter den Markterwartungen zurück. Auch die Zuwächse im Mai und Juni wurden um insgesamt mehr als 100.000 nach unten revidiert, was den Erwartungen einer baldigen Zinserhöhung einen Dämpfer versetzte.
Abschwächung am Arbeitsmarkt wird deutlich
Belastet wurde die Beschäftigung vor allem durch den Bildungssektor der Kommunalverwaltungen, wo die Zahl der Beschäftigten um fast 50.000 zurückging. Dies gilt als vorübergehender Effekt im Zusammenhang mit den Sommerferien. Auch im Freizeit- und Gastgewerbe einschließlich der Gastronomie sowie im Einzelhandel ging die Beschäftigung zurück. Insgesamt nahm die Beschäftigung im privaten Sektor nur um 30.000 zu. Zwar ist die Nachfrage nach Bauarbeitern und Elektrikern vor dem Hintergrund des Baus von Rechenzentren für künstliche Intelligenz (KI) weiterhin stark, doch hat sich das Tempo der Erholung der privaten Beschäftigung seit März verlangsamt.
Markt korrigiert Erwartungen einer Zinserhöhung
An den Finanzmärkten gingen die Erwartungen einer baldigen Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve (FRB) rasch zurück. Laut FedWatch, das die Geldpolitik anhand von US-Zinsfutures prognostiziert, lag die Wahrscheinlichkeit einer Beibehaltung des Leitzinses bei der Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) am 15. und 16. September bei mehr als 50 Prozent und damit über den Erwartungen einer Zinserhöhung. Beim FOMC Ende Juli wurde eine unveränderte Geldpolitik beschlossen. Drei Präsidenten regionaler Federal-Reserve-Banken, darunter die Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland, Hammack, hatten jedoch für eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte plädiert und dagegen gestimmt.
Auch bei Preisen und Löhnen wächst die Vorsicht
Die Haltung der FRB, neben der Beschäftigung auch die Preisentwicklung aufmerksam zu beobachten, hat sich nicht verändert. Fed-Gouverneurin Cook, die bei der Juli-Sitzung für eine Beibehaltung des Leitzinses gestimmt hatte, erklärte in einer Rede am 5., das Risiko einer Beschleunigung der Inflation sei größer als das Risiko einer Verschlechterung am Arbeitsmarkt. Falls nötig, werde sie eine Zinserhöhung unterstützen. Die Märkte richten ihre Aufmerksamkeit auf den am 12. veröffentlichten Verbraucherpreisindex (CPI) für Juli.
Der durchschnittliche Stundenlohn stieg im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,2 Prozent. Die Wachstumsrate verringerte sich jedoch gegenüber Juni um 0,3 Prozentpunkte und fiel auf den niedrigsten Stand seit rund fünf Jahren. Angesichts einer Inflationsrate im mittleren bis oberen Dreiprozentbereich dürfte der Reallohn deutlich gesunken sein. Auch die Sparquote lag im Juni mit 2,7 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 2,2 Prozent im Juni 2022. Sollte das schwache Wachstum der Reallöhne anhalten, könnte dies auch den privaten Konsum belasten, der im zweiten Quartal auf Jahresbasis gegenüber dem Vorquartal um mehr als 3 Prozent zulegte.
Arbeitslosenquote sinkt auf 4,1 Prozent
Die Arbeitslosenquote sank im Juli um 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat auf 4,1 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit rund einem Jahr, seit Juni vergangenen Jahres. Dies scheint nicht zum Beschäftigungsrückgang zu passen. Ausschlaggebend ist jedoch der starke Einfluss der Einwanderungsbeschränkungen der US-Regierung unter Präsident Trump und des Ausscheidens der Babyboomer aus dem Berufsleben, wodurch die Zahl der Arbeitssuchenden kaum zunimmt. Die Erwerbsquote der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter lag mit 61,4 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit Februar 2021, der Zeit der Coronavirus-Pandemie.
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