Dollarverkäufe nach Rückgang der US-Beschäftigung, Yen zeitweise bei 156,60 je Dollar
Yen steigt unmittelbar nach den Daten stark
Nachdem der US-Arbeitsmarktbericht für Juli entgegen den Markterwartungen einen Rückgang der Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft ausgewiesen hatte, stieg der Yen am 7. am New Yorker Devisenmarkt gegenüber dem Dollar zeitweise auf 156,60 Yen je Dollar. Die Erwartungen an eine frühe Zinserhöhung der US-Notenbank Fed gingen zurück, während der Dollar gegenüber zahlreichen Währungen verstärkt verkauft wurde.
Der Yen-Kurs, der zuvor bei rund 158,30 Yen je Dollar gelegen hatte, schnellte unmittelbar nach der Veröffentlichung der Daten um 8.30 Uhr Ortszeit an der US-Ostküste innerhalb weniger Minuten um rund 1,60 Yen nach oben. Danach ebbten die Dollarverkäufe und Yen-Käufe zunächst ab, bevor der Verkaufsdruck auf den Yen wieder zunahm. Um 14 Uhr lag der Kurs bei rund 157,50 Yen je Dollar, was etwa der Hälfte des vorherigen Anstiegs entsprach.
Die begrenzte weitere Aufwertung des Yen spiegelt weniger eine Erholung des Dollars als vielmehr die Stärke der Yen-Abwertungstendenz wider. Der Euro stieg unmittelbar nach der Veröffentlichung von rund 1,153 Dollar auf rund 1,158 Dollar und hielt sich anschließend nahe seinem Tageshoch. Der Dollar-Index, der die Stärke des Dollars gegenüber wichtigen Währungen misst, liegt auf dem niedrigsten Stand seit Mitte Juni.
Erwartungen an Zinserhöhung gehen zurück
Bei FedWatch, das auf Basis von US-Zinsfutures die Erwartungen der Marktteilnehmer an den Leitzins abbildet, sank die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September von 55 Prozent am Vortag auf 43 Prozent. Damit überwogen die Erwartungen einer unveränderten Zinspolitik. Eine solche Umkehr gab es zuletzt Mitte Juli. Auch bis zum Jahresende rechnen viele Marktteilnehmer mit nur einer Zinserhöhung.
Die Wahrscheinlichkeit von mindestens zwei Zinserhöhungen sank von 43 auf 32 Prozent, während die Wahrscheinlichkeit keiner Zinserhöhung von 16 auf 23 Prozent stieg. Die vor dem Hintergrund des Inflationsdrucks aufgekommenen Erwartungen an weitere Zinserhöhungen wurden zurückgenommen, wodurch sich die Dollar-Käufe umkehrten.
Einschätzungen zur Schwäche des Arbeitsmarktberichts gehen auseinander
Nach dem vom US-Arbeitsministerium veröffentlichten Arbeitsmarktbericht für Juli sank die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft gegenüber dem Vormonat um 23.000. Die von LSEG ermittelte Markterwartung hatte bei einem Anstieg um 80.000 gelegen, womit die Zahl mehr als 100.000 unter den Erwartungen blieb. Die negative Überraschung war so groß wie seit Februar nicht mehr und seit Januar 2022 die zweitgrößte.
Ob der Rückgang unmittelbar als Zeichen einer Konjunkturverschlechterung zu werten ist, bleibt jedoch umstritten. Hauptgrund für den Rückgang der Beschäftigtenzahl war ein Minus von 50.000 im Bildungssektor der Kommunalregierungen. Einige Marktteilnehmer verweisen auf den Einfluss der für die Sommermonate typischen Saisonbereinigung. Auch in den vergangenen Jahren fiel der Arbeitsmarktbericht für Juli häufig schwächer aus. Zudem wird die Einschätzung vertreten, dass sich die saisonale Bereinigung seit der Coronavirus-Pandemie wegen veränderter saisonaler Muster schwerer anwenden lässt.
James Egelhof von der französischen BNP Paribas sagte, die Schwäche im Juli könne möglicherweise ein saisonbereinigungsbedingtes Rauschen widerspiegeln. Auch der Markt preist keine rasche Verschlechterung der US-Konjunktur ein. Bei FedWatch gibt es keine Erwartungen, dass die Fed noch in diesem Jahr zur Stützung der Konjunktur die Zinsen senken wird.
Unterschiede zum Sommer 2024
Die Lage unterscheidet sich von den Turbulenzen im Sommer 2024, die von einem starken Anstieg des Yen und einem Einbruch an den Aktienmärkten begleitet waren. Damals kamen Interventionen japanischer Behörden zugunsten des Yen und Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der Bank of Japan hinzu. Zudem stieg die Arbeitslosenquote im US-Arbeitsmarktbericht für Juli unerwartet, wodurch die als Maßstab für eine US-Rezession geltende Sahm-Regel auslöste. Daraufhin nahm die Risikoaversion der Anleger abrupt zu.
Die Rückabwicklung der von Spekulanten aufgebauten Yen-Leerverkaufspositionen schritt voran, und der Yen stieg zeitweise um bis zu rund 20 Yen. Gemeinsam ist beiden Fällen, dass die Yen-Verkäufe laut den Statistiken zugenommen haben. Diesmal führte dies jedoch nicht zu einer Bewegung, die eine rasche Verschlechterung der US-Konjunktur befürchtet. Seit dem jüngsten Höchststand von etwas über 155 Yen je Dollar nach der ungewöhnlichen koordinierten Intervention japanischer und US-amerikanischer Behörden zeigt der Yen eine auffällige Schwäche nach oben.
Ein Manager eines US-Hedgefonds sagte: 'Ich halte den Yen für kaufenswert, aber derzeit fehlen die Anhaltspunkte. Statt auf eine mittelfristige Richtung zu setzen, müssen wir eine flexible taktische Strategie verfolgen.' Der nächste Fokus liegt auf dem am 12. August veröffentlichten Verbraucherpreisindex (CPI).
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