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Plan für eines der größten KI-Rechenzentren Japans in Akita-Stadt, VAE führen Investitionsgespräche

Akita-Stadt plant eines der größten KI-Rechenzentren Japans, VAE-Investment im Gespräch

In Akita-Stadt läuft ein Plan zum Bau eines der größten Rechenzentren in Japan für künstliche Intelligenz (KI). Japanische Unternehmen sowie die Präfektur und die Stadt Akita verhandeln über Investitionen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und anderen Ländern. Die Errichtungskosten dürften sich auf rund 2 Billionen Yen belaufen; die Inbetriebnahme ist für die frühen 2030er Jahre angepeilt.

Großprojekt in Akita nimmt Fahrt auf

Staatsfonds prüfen Beteiligung

Die japanische Regierung stuft Rechenzentren als zentrales Produkt und zentrale Technologie in 17 strategischen Bereichen ein und fördert eine dezentrale Ansiedlung in den Regionen. Die Präfektur Akita verfügt vor allem dank Windkraft über reichlich erneuerbare Energie und ist bei der Stromversorgung im Vorteil. Gelingt es, reichlich Ölgelder anzuziehen, könnte das den Ausbau zusätzlich anschieben.

Shihab Al Faheem, Botschafter der VAE in Japan, wird am 19. die Präfektur Akita besuchen und mit Gouverneur Kenta Suzuki sowie dem Bürgermeister von Akita, Jun Numaya, zusammentreffen. Dabei wollen sie über eine umfassende Zusammenarbeit mit der Präfektur und der Stadt sowie über den Bau eines KI-Rechenzentrums sprechen.

Al Faheem sagte der Nikkei bis zum 6., dass der Staatsfonds Mubadala Investment Investitionen prüfe. Nach Angaben mehrerer Beteiligter könnte sich das Investitionsvolumen auf mehrere hundert Milliarden Yen bis in die Größenordnung von 1 Billion Yen belaufen.

Der Botschafter sagte: 'Die VAE gehören bei den Investitionen in KI zur Weltspitze und suchen stets nach Chancen.' Er betonte zudem, dass die Diversifizierung der Investitionen, auch in digitale Bereiche und die verarbeitende Industrie, 'die Abhängigkeit der Wirtschaft vom Öl umkehrt'.

Erneuerbare Energien in Akita sollen genutzt werden

Gesamtanschlussleistung von bis zu 500 Megawatt

Das Vorhaben wird vor allem von dem US-amerikanischen KI-Start-up BITGRIT aus Delaware und dem IT-Unternehmen S2 aus Akita-Stadt vorangetrieben. Die Gesamtanschlussleistung als Maß für die Größe des Rechenzentrums soll bis zu 500 Megawatt betragen; wäre das Projekt fertiggestellt, wäre es derzeit eines der größten in Japan.

Die beiden jungen Unternehmen gründen eine Zweckgesellschaft (SPC) und erhalten Kapital- und Finanzierungsmittel von Mubadala und anderen ausländischen Investmentfonds. Die Errichtungskosten werden zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme auf rund 2 Billionen Yen veranschlagt; je nach Ausbau sollen mittelfristig bis langfristig Investitionen in Höhe von mehreren Billionen Yen angezogen werden.

Auch große japanische Unternehmen dürften sich beteiligen; Telekommunikationsanbieter, Baukonzerne und Energieunternehmen sollen bei Bau und Betrieb der Anlage mitwirken. Als Standort ist ein Industriegebiet im Norden von Akita-Stadt im Gespräch. Die Präfektur will Ende des Fiskaljahres 2026 mit der Vergabe der Grundstücke beginnen, die Stadt bereitet zudem angrenzende Flächen vor.

Gouverneur Suzuki sagte am 6. vor Journalisten: 'Ich habe ein sehr gutes Gefühl. Wir werden alles tun, was wir können, um das Projekt zu verwirklichen.'

Offshore-Windkraft gilt als vielversprechend

Dass die VAE Akita als attraktiv ansehen, hängt auch damit zusammen, dass die Region als fortschrittlich bei erneuerbaren Energien gilt. Vor allem bei Offshore-Windkraft wird in vier Seegebieten innerhalb der Präfektur mit einer Installation von mehr als 2 Millionen Kilowatt gerechnet, genug für 1,5 Millionen Haushalte; auch diese Energie soll bei dem KI-Rechenzentrum genutzt werden.

Rechenzentren verbrauchen große Mengen Strom, weshalb weltweit darauf hingewiesen wird, dass die Stromnetze mit dem Ausbau nicht Schritt halten und ein Risiko besteht, nicht in Betrieb gehen zu können. Gelingt die Offshore-Windkraftentwicklung planmäßig, dürfte das zu einer stabilen Stromversorgung beitragen.

Wenn die Anlage in unmittelbarer Nähe steht, lassen sich Übertragungsverluste verringern. Zudem ist reichlich Wasser für die Kühlung der Anlagen vorhanden. Botschafter Al Faheem sagte, es gebe 'zahlreiche Erfolgsfaktoren für die Umsetzung des Projekts' und man wolle 'die Zusammenarbeit vertiefen'.

Ende 2027 wird BITGRIT in Akita-Stadt ein kleines Rechenzentrum mit 1,5 Megawatt in Betrieb nehmen. Dort sollen unter anderem Hochleistungs-KI-Server von Nvidia eingesetzt und für Forschung zu Energiemanagement sowie zur nächsten Generation schneller Kommunikation genutzt werden.

BITGRIT arbeitet bei der KI-Entwicklung auch mit Hiroshi Yamakawa, leitender Forscher im Matsuo-Iwasawa-Labor der Universität Tokio, zusammen. Mittel- bis langfristig soll das große KI-Rechenzentrum als Kern dienen und zugleich als Standort für Technologieentwicklung und Kommerzialisierung betrieben werden.

US-Iran-Konflikt rückt alternative Standorte in den Fokus

Laut dem Analysehaus Global SWF gehören die verwalteten Vermögen der Staatsfonds der VAE zu den größten der Welt: Die Abu Dhabi Investment Authority kommt auf 1,187 Billionen Dollar, Mubadala auf 385 Milliarden Dollar. Mit dem Ziel, die Abhängigkeit vom Öl zu verringern und eine KI-Nation aufzubauen, treiben die Fonds digitale Investitionen im In- und Ausland voran.

Rechenzentren in den Golfstaaten sehen sich nach dem militärischen Konflikt zwischen den USA und Iran allerdings einem höheren Risiko durch Angriffe mit Drohnen und Raketen ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund dürften die VAE aus Sicht der Risikostreuung auf das vergleichsweise sichere Japan aufmerksam geworden sein.

Die japanische Regierung macht Cloud- und Rechenzentren zu einem Pfeiler ihrer Wachstumsstrategie und will bis zum Fiskaljahr 2035 gemeinsam mit der Privatwirtschaft 32,7 Billionen Yen einschließlich Batterien investieren. Aus Sicht der Stromversorgung und der wirtschaftlichen Sicherheit wird auch eine dezentrale Ansiedlung in Regionen außerhalb von Tokio und Kansai betont.

Im Inland baut SoftBank in Tomakomai auf Hokkaido ein KI-Rechenzentrum und plant mittelfristig eine Aufrüstung auf 300 Megawatt. Im Ausland hat Microsoft angekündigt, bis 2029 insgesamt 10 Milliarden Dollar in japanische Rechenzentren und andere Anlagen zu investieren.

Mit der raschen Verbreitung von KI wächst die weltweite Nachfrage nach KI-Rechenzentren stark. Gelingt es, noch mehr Investitionen aus dem Ausland anzuziehen, könnte das die Wettbewerbsfähigkeit der japanischen Industrie stärken.

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