Straße von Hormus: USA, Iran und Oman beraten über 60-tägige vorläufige Öffnung
Vorläufige Einigung, Veröffentlichung am 5. angestrebt
Das US-Nachrichtenportal Axios berichtete am 4., dass die USA, Iran und Oman in Kürze voraussichtlich eine vorläufige Einigung über die Öffnung der Straße von Hormus erzielen werden. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump strebt eine Bekanntgabe am 5. an.
Die vorläufige Einigung ist auf 60 Tage angelegt. Schiffe auf dem Weg in den Persischen Golf sollen die von Iran kontrollierte nördliche Route nutzen, Schiffe auf dem Weg in das Arabische Meer die von Oman kontrollierte südliche Route. Transitgebühren oder ähnliche Abgaben sollen nicht erhoben werden.
Die in der Mitte der Meerenge liegenden Minen sollen innerhalb von 30 Tagen entfernt werden. Nach Abschluss der Arbeiten sollen Schiffe auf Grundlage einer dauerhaften Einigung die Meerenge passieren können, heißt es.
Unterschiedliche Positionen zu den Routen
Iranische Medien berichteten am 5. dagegen, dass selbst eine Einigung mit Oman über die Durchfahrt nicht zu einer sofortigen Öffnung der Straße von Hormus führen werde. Auch im Fall einer Einigung bleibt unklar, ob sich der Schiffsverkehr normalisieren würde.
Der von Axios berichtete Entwurf einer vorläufigen Einigung enthält die Anerkennung von Irans Anspruch auf die Verwaltungshoheit über die Straße von Hormus. Die USA dringen auf eine Rückkehr zu einem Zustand, in dem Schiffe frei verkehren können, doch Iran hält an seinem faktischen Einfluss über die Meerenge fest.
Press TV, der staatliche englischsprachige Sender Irans, berichtete am 4., dass in Gesprächen mit Oman die Idee aufgetaucht sei, die nördliche und die südliche Route abzuschaffen und eine neue Route in der Mitte der Meerenge einzurichten. Man verhandle über die Einrichtung einer Route, die Irans Souveränität sichere, hieß es.
Behai Baghaei sagte am 4. zu den Gesprächen mit Oman, sie würden 'positiv bewertet', und äußerte die Ansicht, dass sie gut vorankämen. Ziel sei es, mit Oman, das auf der anderen Seite der Meerenge liegt, die Einrichtung einer neuen Route voranzutreiben und damit Irans Anspruch auf die Verwaltung der Meerenge zu stärken.
Uneinigkeit über die Rolle der USA
US-Präsident Donald Trump sagte am 4. in Los Angeles vor Journalisten, die Verhandlungen seien 'sehr gut gelaufen'. US-Außenminister Marco Rubio erklärte am selben Tag ebenfalls, zwischen Iran und Oman liefen 'Verhandlungen, an denen wir beteiligt sind', und äußerte Hoffnung auf eine Einigung.
US-Finanzminister Scott Bessent sagte in einem Interview mit dem Sender CNBC, eine Einigung mit Iran zur Öffnung der Straße von Hormus könne 'heute oder morgen' zustande kommen.
Iran weist Gespräche mit den USA hingegen zurück. Baghaei erklärte auf einer Pressekonferenz am 3., es gebe 'keine Gespräche mit den USA', und machte deutlich, dass Gespräche mit Oman nicht zwangsläufig direkt zu der von den USA geforderten Öffnung der Meerenge führen müssten.
Die USA und Iran unterzeichneten am 17. Juni ein Memorandum zur Beendigung der Kämpfe und vereinbarten anschließend, innerhalb von 60 Tagen über eine endgültige Einigung zu verhandeln. Angesichts der näher rückenden Frist dürfte Washington laut Beobachtern zunächst die Öffnung der Straße von Hormus priorisieren, einer zentralen Route für den Energietransport aus den Golfstaaten.
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