Gute Ergebnisse und geopolitische Entspannung treiben Rückkäufe an, Nikkei steigt kräftig weiter
Am 5. an der Tokioter Börse legte der Nikkei-Index erneut zu, und der Schlussstand zur Mittagspause lag 1903 Yen bzw. 2,98% höher bei 65.861 Punkten. Der Anstieg hatte zwischenzeitlich mehr als 2200 Yen erreicht. Gestützt von einer Reihe guter Ergebnisse in den USA und Japan kehren Käufe in KI- und Halbleiterwerte zurück.
Rückkäufe bei KI- und Halbleiteraktien
'Der Nebel rund um KI lichtet sich', sagte Tatehiko Masuzawa, Leiter Trading im Aktiengeschäft bei Philip Securities. Hochpreisige KI- und Halbleiterwerte wie Tokyo Electron, Advantest und Kioxia Holdings stiegen durchweg und trieben den Index nach oben.
Entspannung im Nahen Osten stützt ebenfalls
US-Finanzminister Scott Bessent sagte am 4., eine Einigung mit dem Iran sei in Bezug auf die Öffnung der Straße von Hormus und andere Punkte nahe. Jumpei Tanaka, Leiter der Anlagestrategie bei Pictet Japan, verwies darauf, dass das Umfeld nun mehr Raum biete, Mittel in risikobehaftete Anlagen zu lenken. Auch die Hoffnung auf ein Abklingen geopolitischer Risiken wirkte am Markt als Kaufargument.
Ergebnisse verbessern die Marktstimmung
Auslöser der an diesem Tag beobachteten 'KI-Rally' waren Geschäftszahlen aus den USA und Japan. Caterpillar meldete am 4. für das Quartal April bis Juni 2026 einen Anstieg des Nettogewinns um 65% auf 3,593 Milliarden Dollar. Hintergrund war ein sprunghaft gestiegener Bedarf an Baumaschinen und Stromerzeugungsanlagen im Zuge des Baus von Rechenzentren; die Aktie legte deutlich zu.
Hiroyuki Ueno, Chefstratege bei Sumitomo Mitsui Trust Asset Management, sagte, dies habe gezeigt, dass die Nachfrage nach KI einschließlich der Infrastruktur robust sei, und habe zur Verbesserung der Anlegerstimmung beigetragen.
In Japan hob Ibiden am 4. die Prognose für den konsolidierten Nettogewinn im Geschäftsjahr bis März 2027 auf 84 Milliarden Yen an, nach zuvor 32% Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Das Kerngeschäft mit Halbleiterkomponenten laufe gut und liege 26 Milliarden Yen über der bisherigen Schätzung. Die Aktie des Unternehmens wurde am 5. zwischenzeitlich bis auf ein Plus von 24% gegenüber dem Vortag gekauft und erreichte damit das obere Ende der täglichen Kursgrenze. Kazuaki Shimada, Chefstratege bei Iwai Cosmo Securities, sieht darin einen Beitrag zur Erholung des Gesamtmarkts.
Breite bleibt vorerst begrenzt
Allerdings lässt sich nicht sagen, dass sich die Marktbreite bereits insgesamt klar ins Positive gedreht hat. KI- und Halbleiteraktien hatten im Juli angesichts von Sorgen über Überinvestitionen durch Hyperscaler und der verschärften Konkurrenz mit chinesischen Unternehmen unter Druck gestanden. Doch nach Ansicht von Hideyuki Ishiguro, Chefstratege bei Nomura Asset Management, haben sich die Sorgen über übermäßige Investitionen der Hyperscaler nicht verstärkt, und japanische KI- und Halbleiterwerte würden neu bewertet.
Nach Angaben von Okasan Securities hatten bis zum 4. von den TOPIX-notierten Unternehmen mit Bilanzstichtagen im Februar und März 45% ihre Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Die auf Basis von Markterwartungen und veröffentlichten Unternehmenszahlen berechnete Surprise-Quote lag bei 43,8% und damit über dem Median der vergangenen zehn Jahre von 22,6%. Je häufiger operatives und ordentliches Ergebnis die Markterwartungen übertreffen, desto höher fällt die Surprise-Quote tendenziell aus.
Dennoch lässt sich noch nicht sagen, dass Anleger breit auf Optimismus umgeschwenkt sind. Die Aktie von Daikin Industries verlor am 5. zeitweise mehr als 10%. In den am 4. veröffentlichten Konzernzahlen für das Quartal April bis Juni 2026 stieg der operative Gewinn im Jahresvergleich um 8% auf 130,5 Milliarden Yen und erreichte damit einen Rekord für ein April-bis-Juni-Quartal.
Ueno sieht zudem Risiken für eine Verschlechterung der Erträge exportorientierter Unternehmen durch die jüngste Yen-Aufwertung. Die Ausweitung der Käufe auf andere Bereiche als KI- und Halbleiterwerte bleibt bislang begrenzt, und mit Blick auf einen nachhaltigen Anstieg des Nikkei-Index überwiegt weiter Vorsicht.
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