Protokoll der Juni-Sitzung: BoJ stellt Stabilisierung der langfristigen Zinsen bei Zinserhöhung in den Vordergrund
Langfristige Zinsen und Zinsentscheid
Die Bank von Japan veröffentlichte am 5. das Protokoll ihrer geldpolitischen Sitzung vom 15. bis 16. Juni. Mehrere Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses äußerten die Auffassung, dass der jüngste Anstieg der langfristigen Zinsen die wachsenden Inflationssorgen widerspiegle und dass eine Anhebung des Leitzinses auch zur Stabilisierung der langfristigen Zinsen beitrage.
Auf der Juni-Sitzung hob die Notenbank den Leitzins von 0,75 Prozent auf 1,0 Prozent an, da der ölpreisbedingte Anstieg infolge der angespannten Lage im Nahen Osten das Risiko eines stärkeren Anstiegs der Preise erhöht habe. Gouverneur Kazuo Ueda blieb der Sitzung fern, da er wegen einer Behandlung einer Infektionskrankheit im Krankenhaus war. Bei der Abstimmung durch die acht Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses ohne Ueda stimmten sieben für die Zinserhöhung.
Preisausblick und Yen-Schwäche
Die meisten Mitglieder sahen das Risiko, dass die zugrunde liegende Preissteigerungsrate wegen der Lage im Nahen Osten über 2 Prozent hinaus nach oben ausschlagen könnte. Es wurde die Ansicht geäußert, dass die Weitergabe der höheren Ölpreise zwischen Unternehmen in einem etwas schnelleren Tempo voranschreite und sich künftig auf die Verbraucherebene auswirken könnte.
Ein Mitglied verwies auch auf die anhaltende Yen-Schwäche und sagte, die höheren Kosten durch steigende Importpreise belasteten kleine und mittlere Unternehmen. Es sei deshalb 'angemessener als zuvor geworden, den Grad der geldpolitischen Lockerung anzupassen'.
Reduzierung der Anleihekäufe und Ausblick
Auf der Juni-Sitzung wurde außerdem beschlossen, die Maßnahme zur Verringerung der Käufe von Staatsanleihen nach April 2027 einzustellen. Die meisten Mitglieder wiesen darauf hin, dass sich angesichts der seit August 2024 laufenden Reduzierung die Notwendigkeit weiterer Verbesserungen der Marktfunktionsfähigkeit zunehmend verringere. Da es Zeit brauche, bis private Investoren ihre Bestände an Staatsanleihen wieder aufbauen, gab es viele Stimmen, wonach eine Fortsetzung der Reduzierung im bisherigen Tempo unbeabsichtigte Folgen für die Stabilität des Marktes haben könnte.
Zur künftigen Geschwindigkeit weiterer Zinserhöhungen sagte ein Mitglied, es sei notwendig, 'so früh wie möglich in Richtung des Neutralzinses voranzukommen, damit eine flexible geldpolitische Entscheidung möglich ist'. Ein anderes Mitglied argumentierte, um künftige abrupte und starke Zinserhöhungen zu vermeiden, solle der Leitzins frühzeitig an den Neutralzins herangeführt werden. Ein Vertreter des Kabinettsbüros erklärte mit Blick auf den Zinsschritt, es sei 'wichtig, der Rechenschaftspflicht nachzukommen und zudem eigenständig sowie angemessen zu reagieren, wenn übermäßige konjunkturelle Schwankungen auftreten'. An der Sitzung am 16. nahm Wirtschafts- und Fiskalminister Minoru Kiuchi als Vertreter der Regierung teil.
Wenn Ihnen dieser Artikel geholfen hat, teilen Sie ihn gerne.