Nikkei trotz kräftiger Gewinne mit vorsichtiger Nachfrage nach KI-Aktien, Korea-Kopplung belastet
Der Nikkei-Aktienindex hat am 5. an der Tokioter Börse deutlich zugelegt. KI-bezogene Aktien trieben den Markt nach oben, doch unter den Anlegern breitete sich keine Überhitzung aus. Fondsmanager, die durch den Kurseinbruch im Juli Verluste erlitten haben, sind bei Rückkäufen vorsichtig. Zudem belastet die hohe Volatilität, die durch die Bewegungen koreanischer Aktien ausgelöst wird.
KI-Aktien legen kräftig zu
Ibiden, dessen am Vortag veröffentlichte Geschäftszahlen positiv aufgenommen wurden, Advantest, Fujikura und Kioxia Holdings legten durchweg zu. Unter den Aktien mit dem größten Beitrag zum Anstieg des Nikkei rangierten zahlreiche KI-bezogene Titel. Am Vormittag überschritt der Index zeitweise ein Plus von 2.000 Yen. Ein Händler eines großen japanischen Wertpapierhauses zeigte sich jedoch irritiert über die Diskrepanz zwischen der Marktdynamik und der Stimmung der Kunden.
Viele Marktteilnehmer gehen allerdings davon aus, dass die Käufe vorerst vor allem von kurzfristigem Kapital über Aktienindex-Futures und ähnliche Instrumente getragen werden. Naohide Une, Präsident von Investment Lab, erklärte, der Markt habe mit dem Kursrückgang bei KI-Aktien im Juli den Tiefpunkt hinter sich gelassen. Zugleich betonte er, dass die Zeit für einen schnellen massiven Ausbau der Positionen noch nicht gekommen sei. Solange die Volatilität hoch sei, könnten auch Fondsmanager ihre Risikopositionen nur schwer erhöhen.
Kopplung an koreanische Aktien als Problem
Besonders aufmerksam beobachten die Anleger die Kopplung japanischer Aktien an den koreanischen Markt. Seit die USA und Iran Anfang April unter Vermittlung Pakistans eine zweiwöchige Waffenruhe vereinbart haben, nahm weltweit die Nachfrage nach KI- und Halbleiteraktien zu. Wegen des hohen Anteils von KI-Titeln werden der Nikkei und der Korean Composite Stock Price Index (KOSPI) seither häufiger gemeinsam gehandelt.
Infolgedessen greift die von Angebot und Nachfrage bestimmte, heftige Volatilität koreanischer Aktien auch auf den japanischen Markt über, während binnenwirtschaftliche Faktoren wie die Geschäftsergebnisse einzelner Unternehmen leichter in den Hintergrund geraten. Als der KOSPI am 5. zeitweise seine Gewinne verringerte, geriet auch der Nikkei im Gleichschritt ins Stocken. Tomonobu Sekiguchi, Fondsmanager bei Asset Management One, sagte, die Kurskorrekturen bei Tokyo Electron und Murata Manufacturing hätten die Überbewertung abgemildert. Dennoch sei es schwierig, Positionen aufzustocken, bevor sich die Kurse im Einklang mit den Fundamentaldaten stabilisierten.
Auch der stärkere Yen bremst die Nachfrage nach exportorientierten Aktien. Toru Ibaraki, Leiter des Asset-Management-Bereichs bei H Fund Investment, sagte, der Yen-Anstieg infolge koordinierter Interventionen Japans und der USA habe Käufe von Autoaktien und anderen Titeln erschwert. Er vertrat die Ansicht, dass japanischen Aktien derzeit ein klares Handelsthema fehle. Als der Nikkei bei rund 70.000 Punkten gelegen habe, habe er Futures massiv verkauft und sie bei etwa 62.000 Punkten zurückgekauft. Vorerst wolle er sich jedoch sowohl mit Verkäufen als auch mit Käufen zurückhalten.
September als entscheidender Monat für die Wiederaufnahme
Für den Zeitpunkt einer umfassenden Wiederaufnahme von Käufen japanischer Aktien sieht Une frühestens im September einen möglichen Wendepunkt. Konferenzen zu japanischen Aktien für ausländische Investoren finden üblicherweise etwa im September statt. Es gebe eine saisonale Tendenz, dass angereiste Investoren nach vertieften Gesprächen mit Unternehmen Käufe tätigten.
BofA Securities plant vom 31. August bis zum 4. September eine Konferenz. Die Zahl der erwarteten Teilnehmer liegt bereits über dem Vorjahresniveau. Nach Angaben von Shinichiro Yamagami, Leiter des Vertriebs für japanische Aktien, hat sich die Zahl der Anfragen für Gespräche mit einzelnen Unternehmen, insbesondere aus dem KI-Bereich, in manchen Fällen vervierfacht.
Wenn Käufe auf Grundlage der Analyse einzelner Unternehmen zunehmen, dürfte die Kopplung an koreanische Aktien schwächer werden. Beruhigen sich die Kursbewegungen, könnte dies zusätzliche Käufe auslösen und die Erwartungen auf einen Anstieg zum Jahresende stärken.
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