Toyota wird von Yen-Schwäche und Nordamerika getragen, US-Politik birgt großes Risiko
US-Absatz stützt die Erträge
Toyota Motor wird zunehmend von seinen Erträgen in den USA abhängig. Neben der Yen-Schwäche stützen die robusten Verkäufe in den USA das Geschäft. Zugleich drängen die USA über die Überprüfung des USA-, Mexiko- und Kanada-Abkommens (USMCA) auf heimische Produktion, sodass die Ergebnisse je nach Politik der Trump-Regierung weiter stark schwanken dürften.
Der weltweite Absatz in den drei Monaten April bis Juni sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3 % auf 2,55 Millionen Fahrzeuge. China schwächelte mit einem Minus von 28 % auf 320.000 Fahrzeuge, doch Nordamerika legte um 1 % auf 670.000 zu und Japan um 18 % auf 410.000. Takunori Azuma, Leiter der Rechnungsabteilung, sagte: 'Es gibt Regionen mit Rückgängen, aber die besser als erwartet laufenden Regionen haben gestützt'.
In den USA wurden Kaufprämien für Elektrofahrzeuge (EV) abgeschafft, und die Autohersteller müssen ihre Strategien überarbeiten. Der US-Absatz von General Motors (GM) sank in den drei Monaten April bis Juni um 4 % und der von Ford Motor um 10 % gegenüber dem Vorjahr. Tesla legte keine Verkaufszahlen vor, doch eine Untersuchung von Cox Automotive kam auf ein Minus von 13 %.
Mit einer Rundum-Strategie, die vom Benziner über Hybridfahrzeuge (HV) bis zu EV reicht, hielt Toyota den Aufwärtstrend bei den Erlösen aufrecht. Neue Modelle der Limousine Camry und des SUV RAV4 trieben den Absatz, und HV sind in den USA weniger leicht in den Preiskampf hineingezogen und zugleich profitabler.
Yen-Schwäche und USMCA-Überprüfung
Die Yen-Schwäche stützt Toyotas Gewinn. Für das Geschäftsjahr bis März 2027 ergibt sich daraus ein Plus von 480 Milliarden Yen gegenüber der Anfangsprognose. Auch die Auswirkungen der Lage im Nahen Osten haben sich etwas abgemildert, und der Gewinngegenwind durch Produktionskürzungen und höhere Rohstoffkosten hat sich von den zu Beginn erwarteten 670 Milliarden Yen auf 510 Milliarden Yen verringert. Toyota rechnet zwar mit Aufwendungen von 60 Milliarden Yen, unter anderem wegen Verlusten aus der Einstellung der Entwicklung des EV der nächsten Generation LF-ZC, doch der Währungseffekt gleicht dies aus.
Der Anteil der USA am Toyota-Absatz ist in den vergangenen fünf Jahren von 23 % auf 26 % gestiegen. Azuma sagte: 'Es wäre wünschenswert, wenn sich die Wechselkurse stabil entwickelten'. Allerdings ist die jüngste Entwicklung am Devisenmarkt unruhig, etwa weil Eingriffe der japanischen und US-Behörden den Yen aufwerten.
Auch der stützende nordamerikanische Markt birgt politische Risiken. Das USMCA erreicht am 1. Juli erstmals eine Überprüfungsfrist, und die USA lehnen eine Erneuerung des bestehenden Abkommens ab. Bei den Ursprungsregeln für Autos wird eine Anhebung von derzeit 75 % auf 82 % gefordert, zudem wurde ein Vorschlag für einen Mindestanteil von 50 % US-Teilen vorgelegt. AlixPartners erwartet bei einer Anpassung an die Revision Mehrkosten von bis zu 1.200 Dollar (rund 200.000 Yen) je Fahrzeug. Grund sind zusätzliche Kosten für Ursprungsnachweise sowie die Stahl- und Aluminiumproduktion in Nordamerika.
Im Juli kündigte Toyota an, einen Teil der in Mexiko produzierten Pick-ups des Typs Tacoma bis 2030 in die USA zu verlagern. In einem Werk im US-Bundesstaat Texas wird für insgesamt 3,6 Milliarden Dollar eine neue Produktionslinie eingerichtet. Azuma erklärte: 'Unter Berücksichtigung der Effizienz in der Logistik und der Auswirkungen von Zöllen haben wir eine Struktur geprüft, um die Fahrzeuge den Kunden so günstig wie möglich zu liefern'. Im November 2025 stellte der Konzern zudem die Absicht in Aussicht, in fünf Jahren bis zu 10 Milliarden Dollar zu investieren, und baut die Produktion von Motoren und Teilen für HV aus.
Schwacher Aktienkurs und Aktienrückkäufe
Trotz der guten Gewinne gibt es kaum Kaufinteresse an der Toyota-Aktie. Seit Ende 2025 liegt der Kurs 13 % im Minus und steht damit im Kontrast zum 27 %igen Anstieg des Nikkei-Durchschnitts sowie zum 4,9-fachen Kursanstieg von Kioxia Holdings. Während dank der Verbreitung generativer KI (künstliche Intelligenz) Geld in Halbleiterspeicher fließt, finden Autoaktien wegen des Exportwettbewerbs mit chinesischen Anbietern und der Sorge vor höheren Rohstoffpreisen nur schwer Käufer.
Wegen der Auswirkungen des Erdbebens in Kumamoto stehen einige Werke still, doch die Folgen für das Geschäft werden noch geprüft und sind in der Prognose für das Geschäftsjahr bis März 2027 nicht berücksichtigt. Azuma sagte, Toyota werde seine starke Fähigkeit zur Cash-Generierung und die solide Finanzbasis nutzen, um die Ertragskraft zu stärken und die Kapitaleffizienz zu verbessern. Am 4. kündigte Toyota zudem Aktienrückkäufe von bis zu 1 Billion Yen an. Der weltweit expandierende Konzern steht damit unter Druck, angesichts geopolitischer Risiken und politischer Veränderungen eine widerstandsfähige Produktion und Lieferkette aufzubauen.
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