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Höhere Einlagenzinsen nach BoJ-Zinsschritt, doch die Weitergabe bleibt begrenzt

Langsame Steigerung der Einlagenzinsen, Weitergabe trotz BoJ-Zinsschritt begrenzt

Leitzins auf dem höchsten Stand seit 31 Jahren

Banken heben ihre Einlagenzinsen an. Die Bank of Japan hob im März 2024 ihre Negativzinspolitik auf und erhöhte den Leitzins auf der geldpolitischen Sitzung im Juni dieses Jahres auf 1,0%. Doch selbst im Vergleich zu vor 31 Jahren, als der Leitzins auf demselben Niveau lag, sind die Einlagenzinsen nicht so stark gestiegen, dass von einer spürbaren Normalisierung der Geldpolitik die Rede sein könnte. Am 3. wurden bei vielen Banken neue Einlagenzinsen angewendet, doch die Weitergabe an die Sparer bleibt ein Thema.

Unterschied zwischen Krediten und Einlagen

Der Leitzins ist der von der Zentralbank Bank of Japan als Ziel der Geldpolitik festgelegte Referenzsatz. Derzeit dient der unbesicherte Tagesgeldsatz im Interbankengeschäft als Orientierungsziel für kurzfristige Geldleihe unter Banken. Durch Anhebung oder Senkung dieses Zinses steuert die Zentralbank das allgemeine Zinsniveau und die Wirtschaftsaktivität.

Zuletzt lag der Leitzins im April 1995 bei 1,0%; im September desselben Jahres wurde er mit Verweis auf die Konjunkturstützung auf 0,5% gesenkt. Danach folgten eine Nullzinspolitik im Februar 1999 und eine Negativzinspolitik im Februar 2016, womit die Phase extrem niedriger Zinsen anhielt. Ein Wendepunkt kam im März 2024: Angesichts weiter steigender Löhne und Preise hob die Bank of Japan die Negativzinspolitik auf und nahm seither vier Zinserhöhungen vor.

Mit dem Anstieg des Leitzinses erhöhten die Banken zunächst ihre Kreditzinsen. In den Abschlüssen für das Geschäftsjahr bis März 2026 lag der Durchschnittszins für Kredite an Unternehmen und Privatkunden zusammen bei 1,52% und damit über dem Niveau vor der Aufhebung der Negativzinsen im Geschäftsjahr bis März 2024.

Weitergabe an Sparer bleibt ein Problem

Nach einer Umfrage der Bank of Japan waren rund 30% der Unternehmenskredite regionaler Banken an Marktzinsen gekoppelt. Bei diesem Modell wird ein Anstieg des Referenzzinses automatisch auf die Kreditzinsen übertragen; bei Großbanken erreicht der Anteil rund 60%. Unternehmen mit Festzinskrediten spüren die Veränderung nicht sofort, während Firmen mit marktzinsgebundenen Krediten die höheren Zinszahlungen schrittweise zu tragen haben.

Nach einzelnen Banken betrachtet wies die Suruga Bank, deren Schwerpunkt auf Immobilienkrediten für Investitionszwecke liegt, mit 2,80% den höchsten Kreditzins aus. Es folgten Saga Kyoei Bank und Tokyo Star Bank. Am niedrigsten lag die Docomo SMTB Net Bank, vormals Sumishin SBI Net Bank, mit einem Wert knapp unter 1%. Der niedrige Zins der auf Wohnungsbaukredite spezialisierten Bank zeigt den harten Wettbewerb zwischen den Instituten.

Die Einlagenzinsen bleiben dagegen deutlich unter den Kreditzinsen. In den Abschlüssen für das Geschäftsjahr bis März 2026, also vor der Erhöhung des Leitzinses auf 1%, lag der durchschnittliche Einlagenzins der Banken bei 0,26%. Höhere Zinsen bieten vor allem neue Marktteilnehmer an, angeführt von der Orix Bank mit 1,53%, gefolgt von der Sony Bank und der koreanischen SBJ Bank. Mizuho Bank lag bei 0,21%, Sumitomo Mitsui Banking Corporation bei 0,20% und Mitsubishi UFJ Bank bei 0,19%; alle drei führten die neuen Einlagenzinsen ab dem 3. ein, blieben aber unter dem Durchschnitt.

Markt erwartet weitere Zinserhöhungen

Vor dem Hintergrund steigender Importpreise durch den schwachen Yen und starken Dollar sowie höherer Ölpreise liegt der vom Markt erwartete Endpunkt des Leitzinses über 2%. Die Bank of Japan beließ den Zins auf ihrer Sitzung am 31. Juli unverändert, doch Gouverneur Kazuo Ueda sagte auf der Pressekonferenz am selben Tag, man könne das Tempo der Zinserhöhungen beschleunigen, wenn die Geldpolitik als zu locker beurteilt werde.

Für Finanzinstitute sind Einlagenzinsen Teil der Finanzierungskosten. Eine Anhebung setzt eine stabile Ertragskraft voraus. Regionale Banken und Kreditgenossenschaften werden es schwer haben, ohne eine Überarbeitung ihrer Kostenstruktur mit der finanzstärkeren Japan Post Bank und den Großbanken mitzuhalten. Dass Internetbanken hohe Einlagenzinsen anbieten können, liegt daran, dass sie ein schlankes Geschäftsmodell ohne Filialen etabliert haben.

Nach Angaben der Bank of Japan lagen Festgelder zwischen April und August 1995, als der Leitzins ebenfalls bei 1,0% stand, im Schnitt bei rund 1% für Laufzeiten von einem Jahr unabhängig von der Einlagenhöhe und bei rund 2,5% für fünf Jahre. Am 3. dieses Monats trat eine neue, die Zinserhöhung der Bank of Japan widerspiegelnde Einlagenzinsstruktur in Kraft; einjährige Festgelder liegen nun bei 0,5%. Auch unter Einbeziehung kleiner und mittlerer Finanzinstitute bleibt die Weitergabe an Sparer damit weiter eine offene Aufgabe.

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