AstraZeneca und BMS: Fusion könnte zum weltweit umsatzstärksten Pharmakonzern führen
Die britische AstraZeneca und der US-Pharmakonzern Bristol Myers Squibb (BMS) führen laut einem Bericht der Financial Times vom 2. Oktober Gespräche über eine Fusion. Sollte der Zusammenschluss zustande kommen, entstünde gemessen am Umsatz der größte Pharmakonzern der Welt.
Verlauf der Fusionsgespräche
Laut der FT haben beide Unternehmen seit mehreren Monaten Gespräche geführt. Eine Einigung könnte zwar in naher Zukunft erzielt werden, zugleich bleibt jedoch das Risiko einer Verschiebung oder eines Scheiterns bestehen. Details zu den Konditionen der Transaktion wurden nicht bekannt, dem Bericht zufolge dürfte die Vereinbarung aber aus einer Kombination von Barzahlung und Aktien bestehen.
Größe und Geschäftsentwicklung
Die Marktkapitalisierung von AstraZeneca an der britischen Börse belief sich per 31. Juli auf rund 196 Mrd. Pfund (rund 4,2 Billionen Yen), BMS kam auf etwa 133 Mrd. Dollar (rund 2,1 Billionen Yen). Zusammen ergäbe das einen Umfang von rund 6 Billionen Yen und damit mehr als bei Merck aus den USA. Im weltweiten Pharmamarkt-Ranking 2025 des britischen Analysehauses Evaluate liegt AstraZeneca auf Rang 5, BMS auf Rang 10; zusammengerechnet würde der Konzern beim Umsatz an der Spitze stehen.
Geschäftsstrategie beider Unternehmen
AstraZeneca ist unter CEO Pascal Soriot, der 2012 an die Spitze kam, vor allem mit Krebsmedikamenten gewachsen. 2014 wies das Unternehmen ein Übernahmeangebot von Pfizer zurück, 2021 kaufte es den US-Spezialisten Alexion Pharmaceuticals für rund 39 Mrd. Dollar und stieg damit in den Bereich seltener Erkrankungen ein. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2025 stieg gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent auf 58,7 Mrd. Dollar, der Betriebsgewinn legte um 37 Prozent auf 13,7 Mrd. Dollar zu.
Im 2024 veröffentlichten Plan bis 2030 peilt das Unternehmen einen Umsatz von 80 Mrd. Dollar an. Bis 2030 sollen 20 neue Medikamente in Bereichen wie Onkologie und Biopharma auf den Markt kommen. BMS ist zwar stark bei Krebsmedikamenten, doch das Umsatzwachstum des 2019 für 74 Mrd. Dollar übernommenen Biopharma-Unternehmens hat sich verlangsamt. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2025 ging gegenüber dem Vorjahr leicht auf 48,1 Mrd. Dollar zurück, der Bruttogewinn lag mit 34,2 Mrd. Dollar in etwa auf Vorjahresniveau. In den kommenden Jahren laufen zudem bei Kernprodukten wie dem Krebsimmuntherapeutikum Opdivo die Patente aus.
Fragen rund um eine Fusion
Gelingt der Zusammenschluss, sind Synergien im Bereich Krebsmedikamente und auf dem US-Markt zu erwarten. BMS arbeitet im Onkologiebereich auch an neuen Technologien wie zellbasierten Immuntherapien und Radiopharmaka.
Gleichzeitig dürfte die kartellrechtliche Prüfung in mehreren Ländern eine hohe Hürde darstellen, da beide Unternehmen große Onkologie-Sparten haben. AstraZeneca ist an der Londoner Börse nach HSBC Holdings einer der Schwergewichte; sollte der Hauptsitz in die USA verlegt werden, könnte dies die Verhandlungen zusätzlich erschweren.
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