Japan und die USA intervenieren gemeinsam gegen die Yen-Schwäche, erstmals seit 28 Jahren
Japan und die USA sind gemeinsam gegen die weitere Schwäche des Yen vorgegangen. Eine koordinierte Intervention zugunsten des Yen gab es seit 1998 nicht mehr, also seit 28 Jahren. Viele Marktteilnehmer gehen davon aus, dass der Effekt größer sein dürfte als bei einem Alleingang Japans; teils wird erwartet, dass der Dollar bis auf etwa 150 Yen fallen könnte.
Erinnerung an 1998
Die letzte koordinierte Yen-Kauf-Intervention fand in einer Phase statt, in der die Yen-Schwäche während der asiatischen Währungskrise an Tempo gewann. Bei der Intervention im Juni 1998 stieg der Yen binnen drei Tagen um mehr als 10 Yen, doch zwei Monate später, im August, wurde der Kurs wieder auf das Niveau von 147 Yen zurückgedrängt. Takuya Kanda, Senior-Devisenanalyst beim Gaitame.com Research Institute, sagte rückblickend über die damalige Intervention, sie sei nur eine Symptombehandlung gewesen und habe den Markt nicht grundlegend verändert. Der Hintergrund sei zudem weniger die Yen-Schwäche selbst gewesen als vielmehr die Sorge um asiatische Währungen insgesamt; es habe sich nicht um ein nur Japan betreffendes Problem gehandelt.
Der Markt ist uneins
Diesmal sehen einige darin auch eine Art Plaza-Abkommen für die Reiwa-Zeit, das eine übermäßige Yen-Schwäche und Dollar-Stärke korrigieren soll. Yuji Saito, Executive Adviser bei SBI FX Trade, sagte, viele Marktteilnehmer hätten keine Erfahrung mit koordinierten Yen-Kauf-Interventionen wie dem Plaza-Abkommen von 1985. In einem Umfeld großer Unsicherheit sei es daher naheliegend, dass der Yen-Kauf zunächst den Ton angebe.
Shusuke Yamada, Chefstratege für Japan-Devisen und -Zinsen bei BofA Securities, erklärte, dass die Behörden sich angesichts der ungewöhnlichen koordinierten Intervention klar dafür entschieden hätten, den Yen stärker zu machen als bei den Interventionen im April und Mai, bei denen der Kurs bei 155 Yen gelegen hatte. Spekulative Yen-Verkäufe dürften korrigiert werden, und bis zum Jahresende könne der Dollar auf 152 Yen fallen. Junтарo Morimoto, Senior-Analyst bei der Sony Financial Group, erwartet ebenfalls Aufwärtspotenzial bis etwa 150 bis 152 Yen, da dies ein Auslöser zur Korrektur der im Verhältnis zu den realen Zinsdifferenzen zwischen Japan und den USA übermäßigen Yen-Schwäche sein könne.
Allerdings weist Hirofuku Ezawa, Leiter des Bereichs Markets bei Standard Chartered Bank, darauf hin, dass der US-Standpunkt wohl auf Unterstützung beschränkt bleibe. Daher sei eine klare Wende hin zu einem Yen-Kauftrend schwer vorstellbar. Er hält eine Rückkehr auf 160 Yen für möglich.
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