Die Sorge vor fortgesetzten Yen-Kaufinterventionen nimmt zu, der Markt blickt auf die 155-Yen-Marke
Spekulationen über eine Intervention am frühen Morgen
Während die Währungsbehörden Japans und der USA bei dem Versuch, eine weitere Abwertung des Yen zu verhindern, an einem Strang ziehen, rückt an den Devisenmärkten die Frage in den Fokus, ob am Montag, dem dritten Handelstag nach dem Wochenstart, eine dritte Yen-Kaufintervention in Folge erfolgen wird. Viele Marktteilnehmer rechnen mit einem Ringen um die Marke von 155 Yen je Dollar, und auch Akteure aus den USA und Europa verstärken ihre Wachsamkeit seit dem frühen Montagmorgen in Tokio.
Der Devisenhandel nach dem Wochenstart beginnt vor 5 Uhr japanischer Zeit unter anderem in Wellington in Neuseeland. Das entspricht Sonntagabend in London und Sonntagnachmittag in New York, weshalb auch Händler auffallen, die auf Feiertage verzichten und in Bereitschaft bleiben. Ab etwa 7 Uhr japanischer Zeit nimmt die Beteiligung aus Tokio zu. Da in den frühen, dünn gehandelten Stunden schon kleine Beträge den Markt bewegen können, mehren sich die Stimmen, die eine Intervention am frühen Morgen vermuten.
Spekulationen mit Blick auf 155 Yen
Hinter der wachsenden Vorsicht vor dem Montag steht die Klassifizierung des Wechselkurssystems des Internationalen Währungsfonds (IWF). Da aufeinanderfolgende Interventionen innerhalb von drei Handelstagen als eine einzige gezählt werden, gehen Marktteilnehmer davon aus, dass die Behörden zusätzliche Eingriffe bündeln könnten, solange sie noch als eine Maßnahme gelten, um möglichst viel Kursbewegung mitzunehmen.
Der Yen schloss am vergangenen Freitag im Bereich von 157 Yen je Dollar und lag damit über der 200-Tage-Linie von 158 Yen, die als mittel- bis langfristiger Orientierungswert gilt. Spekulative Anleger, die Positionen aus Yen-Verkäufen und Dollar-Käufen aufgebaut haben, könnten sich verlustbereit zum Schließen ihrer Positionen gezwungen sehen. Die Behörden dürften genau auf diesen Druck gezielt haben.
Bei den mutmaßlichen Yen-Kaufinterventionen der Regierung und der Bank of Japan am frühen Morgen und am Nachmittag des 31. Juli nach US-Ostküstenzeit stoppte der Anstieg des Yen zunächst bei etwa 158 Yen. Gegen 16 Uhr desselben Tages änderte sich der Verlauf jedoch. Nach Angaben mehrerer Marktteilnehmer verkaufte die New York Fed im Auftrag des US-Finanzministeriums Euro und kaufte Yen, und Regierung sowie Bank of Japan traten erneut als Verkäufer von Dollar und Käufer von Yen auf. In der Folge stieg der Yen auf den Bereich von 157 Yen im unteren Bereich.
Am Markt setzt sich zunehmend die Ansicht durch, dass der nächste Fokus bei 155 Yen liegt. Ein Marktteilnehmer sagte zu 155 Yen, dies sei ein Niveau, das bei der Intervention während der vergangenen Goldenen Woche nicht durchbrochen worden sei und das man auch in der aktuellen Gesamtaktion mindestens anpeilen wolle. Auch die Annahme, dass sich die von Importeuren unterstellten Wechselkurse etwa im Bereich von 155 bis 160 Yen konzentrieren, gilt als ein Grund dafür, dass Regierung und Bank of Japan die Marke von 155 Yen im Blick haben.
Dollar-Käufe aus dem Realgeschäft und schwerer Aufwärtsdruck
Sollte der Yen weiter aufwerten, könnten die Dollar-Käufe von Importeuren und anderen Akteuren aus dem Realgeschäft zunehmen und damit zu einer Barriere für weitere Yen-Gewinne werden. Ein Portfoliomanager eines Hedgefonds sagte, es gebe allein von japanischen Unternehmen Dollar-Kaufaufträge im Volumen von mehreren Tausend Lots. Ein Lot entspricht 1 Million Dollar.
Goldman Sachs wies in einer Notiz vom Abend des 31. Juli darauf hin, dass die Reaktion des Marktes trotz des abgestimmten Vorgehens der japanischen und US-Behörden im Vergleich zum historischen Durchschnitt eher zu den kleineren zählte. Es gibt auch die Sicht, dass ein Nachlassen der Interventionen den erneuten Anstieg des Yen rasch abbremsen würde.
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