Bodenbildungszeichen beim Nikkei nach Korrektur der KI-Aktien, erneute Annäherung an 70.000 Punkte im Blick
Beim Nikkei-Durchschnitt zeigen sich Anzeichen einer Bodenbildung. Der Rückgang der Aktien aus dem Bereich künstliche Intelligenz (KI) und Halbleiter, die den Markt im Juli belastet hatten, hat sich abgeschwächt, und Käufe weiten sich auf zurückgebliebene Titel wie Autoaktien aus. Am Markt wird die Ansicht laut, dass der Nikkei-Durchschnitt anhand der Ergebnisse für das Geschäftsjahr April bis Juni 2026 einen echten Trendwechsel vollzieht und erneut 70.000 Punkte anstrebt.
Korrektur bei KI-Aktien weitgehend abgeschlossen
Der Nikkei-Durchschnitt fiel im Juli um 5.700 Punkte beziehungsweise 8% im Monatsvergleich. Seit dem Erreichen des Allzeithochs von 72.366 Punkten am 25. Juni hielt die Schwäche an; zum Stand vom 29. Juli lag der Index mehr als 10.000 Punkte unter dem Höchststand. Hintergrund war die Sorge, die KI-Investitionen der Hyperscaler, also großer Cloud-Anbieter, könnten überzogen sein. Dadurch gerieten die KI- und Halbleiterwerte unter Druck, die den Rekordlauf angeführt hatten.
Seitdem haben die Bedenken wegen übermäßiger Investitionen etwas nachgelassen. In den am 29. Juli veröffentlichten Quartalszahlen von Microsoft für das zweite Quartal zeigte der Konzern einen Ausblick, wonach der freie Cashflow positiv bleiben dürfte. Das stärkte das Vertrauen, dass weitere Investitionen in Anlagevermögen möglich sind. Amazon.com berichtete in den am 30. Juli veröffentlichten Quartalszahlen ebenfalls für das zweite Quartal ein Umsatzwachstum im Cloud-Geschäft, das die Markterwartungen übertraf, gestützt durch höhere Erlöse im KI-Geschäft.
Im Inland legten Advantest und Tokyo Electron am 29. und 30. Juli ihre Zahlen vor. Advantest hob die Prognose für das Geschäftsjahr bis März 2027 an, was die Stärke der Nachfrage nach Halbleiterfertigungsanlagen bestätigte. Riie Nishihara, Chef-Aktienstrategin bei JPMorgan Securities, sagte: 'Wenn ich mit institutionellen Anlegern im In- und Ausland spreche, scheint die Auflösung eines Teils der Kaufpositionen in KI-Werten in die Endphase zu gehen.'
Umschichtung in zurückgebliebene Titel
Allerdings rechnen nur wenige damit, dass KI-Aktien mit der gleichen Dynamik wie bis Juni erneut steigen. Tomoya Kitaoka, Chef-Equity-Stratege bei Nomura Securities, sagte: 'Die Markterwartungen an das Wachstum bei KI und Halbleitern sind hoch, und selbst gute Zahlen dürften den Aktienkurs nur begrenzt stützen.'
Kioxia Holdings teilte am 31. Juli mit, dass der konsolidierte Nettogewinn für Juli bis September nach internationalen Rechnungslegungsstandards voraussichtlich 1,27 Billionen Yen betragen werde, das 31-Fache des Vorjahreszeitraums. Der QUICK-Konsens, der Durchschnitt der Markterwartungen, lag bei dem 33-Fachen beziehungsweise 1,3431 Billionen Yen. Da der Ausblick darunter blieb, gab der Kurs im außerbörslichen Handel nach der Bekanntgabe zeitweise nach.
Im Fokus als Schlüssel für einen echten Anstieg des Nikkei-Durchschnitts stehen dagegen Titel außerhalb von KI und Halbleitern. Im Juli verlor der Nikkei-Durchschnitt, der besonders anfällig für KI- und Halbleiteraktien ist, 8,1%, während der breiter aufgestellte Topix-Index 0,2% zulegte. Der Grund war, dass Kapital in zurückgebliebene Titel wie Auto- und Bankaktien floss.
Am 31. Juli legten Japan Tobacco Inc. (JT), das am Vortag seine Gewinnprognose angehoben hatte, sowie Oriental Land, dessen Nettogewinn in den Zahlen für April bis Juni einen Rekordwert erreichte, deutlich zu. Naohide Une, Präsident von Investment Lab, sieht es so: 'Wenn der Gewinn je Aktie (EPS) der Nikkei-Mitglieder ein Plus von 10% gegenüber dem Vorjahr halten kann, wäre ein erneuter Anstieg des Nikkei-Durchschnitts bis in die 70.000er-Zone nicht überraschend.'
Ausblick
Unter Marktteilnehmern überwiegt die Ansicht, dass Kapitalzuflüsse in zurückgebliebene Titel den Nikkei-Durchschnitt allmählich weiter nach oben treiben werden. Kohei Ohnishi, Senior Investment Strategist Researcher bei Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities, erwartet, dass Mittel in Maschinenbau, Bau und Stromversorgung fließen, begünstigt durch die Nachfrage nach dem Bau von Rechenzentren. Kitaoka sagte, auch Immobilien, die wegen steigender Zinsen unter Druck standen, hätten noch Aufwärtspotenzial. Der Nikkei-Durchschnitt könne bis Jahresende auf 78.000 Punkte steigen.
Die Berichtssaison für die Quartalszahlen zum Zeitraum April bis Juni 2026 ist zur Hälfte durch, und ab dem 3. August folgen mit Mitsubishi UFJ Financial Group, Toyota Motor und SoftBank Group weitere viel beachtete Unternehmen. Sollten sich die starken Ergebnisse häufen, dürfte die Ansicht an Gewicht gewinnen, dass sich eine echte Trendwende beim Nikkei-Durchschnitt nähert.
Wenn Ihnen dieser Artikel geholfen hat, teilen Sie ihn gerne.