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US-Öl- und Rüstungskonzerne profitieren von anhaltendem Iran-Konflikt

Längerer Iran-Konflikt treibt Gewinne von US-Öl- und Rüstungskonzernen

Die Auswirkungen der Lage im Iran lassen die Erträge von US-Öl- und Rüstungsunternehmen steigen. ExxonMobil und Chevron steigerten ihren Nettogewinn im Zeitraum April bis Juni 2026 im Jahresvergleich auf mehr als das Doppelte bis fast das Fünffache, und Lockheed Martins Auftragsbestand erreichte ein Rekordhoch.

Rückenwind für die Ölkonzerne

Der Nettogewinn von Exxon im Zeitraum April bis Juni lag bei 14,525 Milliarden Dollar und damit beim Zweifachen des Vorjahreswerts. Chevron kam auch dank der Übernahme auf 12,072 Milliarden Dollar, ein Anstieg auf das 4,8-Fache. Die eingeschränkte Schifffahrt durch die Straße von Hormus trieb die Rohölpreise nach oben und stützte die Ergebnisse.

Exxon-Chef Darren Woods sagte in der Bilanzkonferenz, die Produktion im Permian Basin im Süden der USA habe 'einen neuen Produktionsrekord' erreicht. Beide Unternehmen fördern in vielen Regionen, darunter im Nahen Osten, gewichten aber in den vergangenen Jahren die USA stärker und konnten die Folgen der Produktionskürzungen im Nahen Osten begrenzen. Die USA sind nach der Schieferölrevolution zum größten Ölproduzenten der Welt geworden.

Während der Kampf um die energiepolitischen Schlüsselregionen anhält, erhöhten Importländer wie Japan ihre Käufe von US-Rohöl als Ersatz für Lieferungen aus dem Nahen Osten. Die US-Rohölexporte erreichten im Mai mit 5,73 Millionen Barrel pro Tag einen neuen Höchststand. Der Anstieg der Rohölproduktion wirkte sich auch auf die gesamte US-Energiebranche aus, einschließlich Raffinerien und Einzelhandel. Der Nettogewinn von Valero Energy im Zeitraum April bis Juni verfünffachte sich im Jahresvergleich auf 3,7 Milliarden Dollar.

Auswirkungen auf Rüstung und Chemie

In der Petrochemie drehte Dow im Zeitraum April bis Juni mit einem Nettogewinn von 820 Millionen Dollar wieder in die Gewinnzone, nachdem das Unternehmen zwei Quartale in Folge einen Nettoverlust ausgewiesen hatte. Dazu trug bei, dass die Preise für den Rohstoff Polyethylen 'in allen Regionen stark gestiegen' waren.

Auch die Rüstungsindustrie profitiert von geopolitischen Risiken. Neben der fortgesetzten Militäroperation im Iran haben die langwierigen Kämpfe in der Ukraine die Verteidigungsausgaben vieler Länder steigen lassen und die Aufträge für große US-Rüstungskonzerne anschwellen lassen. Der Auftragsbestand von Lockheed belief sich Ende Juni auf 230 Milliarden Dollar und damit auf einen Rekordwert. Dazu trug ein 35-Milliarden-Dollar-Vertrag bei, der die jährliche Produktion des bodengestützten Raketenabwehrsystems THAAD vervierfachen soll. Auch RTX, früher Raytheon Technologies, und Northrop Grumman haben ihre Auftragsbestände auf jeweils mehr als 100 Milliarden Dollar ausgebaut.

Die US-Rüstungsindustrie sieht sich wegen des Arbeitskräftemangels bei der Ausweitung der Produktion eingeschränkt, investiert aber weiter auf Basis großer Langfristverträge. GM-Chefin Mary Barra erklärte, der Umsatz im Rüstungsgeschäft dürfte mit einer jährlichen Wachstumsrate von mehr als 30% zulegen. Auch Ford Motor schloss einen Vertrag für Fahrzeuge für die Armee.

Folgen für Finanzbranche und Konsum

Auch die US-Finanzbranche profitiert von stärkeren Marktbewegungen. Vor dem Hintergrund der Lage im Iran und schwankender Ölpreise nahm die Volatilität an den Aktienmärkten zu, und ein höheres Handelsvolumen stützte die Provisionserträge. Auch wegen des Booms bei künstlicher Intelligenz (KI) und der Erwartung eines Börsengangs von SpaceX verzeichneten die sechs großen US-Banken JPMorgan Chase, Bank of America (BofA), Goldman Sachs, Citigroup, Morgan Stanley und Wells Fargo einen höheren Nettogewinn.

Der militärische Konflikt zwischen den USA und dem Iran führt in Japan über einen Mangel an Naphtha zu höheren Preisen für Materialien und Alltagswaren. Auch in den USA verschärfen teurere Benzinpreise den Inflationsdruck, und die Belastung für Haushalte und Unternehmen steigt.

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