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Die Fed hält den Leitzins zum fünften Mal in Folge unverändert, drei Präsidenten fordern eine Anhebung

Fed hält Leitzins fünf Sitzungen in Folge unverändert

Drei Präsidenten fordern Anhebung um 0,25 Prozentpunkte

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ließ auf der Sitzung des Offenmarktausschusses FOMC am 29. den Leitzins unverändert. Mit neun zu drei Stimmen war dies die fünfte Sitzung in Folge ohne Änderung. Dass drei Teilnehmer des FOMC gemeinsam gegen den Beschluss stimmen und dieselbe Richtung einer geldpolitischen Änderung verlangen, gab es zuletzt im September 2016.

Spielraum für Preisstabilität

Gegen den Beschluss stimmten die Präsidenten der Cleveland Fed Hammack, der Minneapolis Fed Kashkari und der Dallas Fed Logan. Alle drei forderten eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte. Bereits bei der April-Sitzung hatten sie Einwände dagegen erhoben, Formulierungen in der Erklärung zu belassen, die auf eine künftige geldpolitische Lockerung hindeuteten.

Fed-Vorsitzender Walsh, der die unveränderte Entscheidung anführte, bekräftigte auf der Pressekonferenz erneut seinen Willen, die hohe Inflation einzudämmen. Um die Teuerungsrate auf das von der Fed angestrebte Ziel von 2 Prozent zurückzuführen, werde man bei Bedarf ohne Zögern handeln, sagte er. Zu konkreten Maßnahmen äußerte er sich jedoch nicht eindeutig. Er erklärte, dass Zinserhöhungen Teil der Lösung sein könnten, wenn die Inflation auf hohem Niveau verharrt, aber nicht das einzige Instrument seien.

Als Alternative nannte der Vorsitzende eine klare Kommunikation der Entschlossenheit, am 2-Prozent-Ziel festzuhalten. In der Verbraucherstudie der Universität Michigan lag die erwartete Inflation fünf Jahre voraus im Juli bei 3,3 Prozent. Nach einem Anstieg auf 3,9 Prozent im Mai kehrte sie auf das Niveau vor den militärischen Zusammenstößen zwischen den USA und Iran zurück. Walsh sagte zudem, es habe Fortschritte bei der Stabilisierung der Inflationserwartungen gegeben.

Markt rechnet weniger mit Zinserhöhung

Walsh wies außerdem darauf hin, dass nominale und reale Zinsen angesichts von Inflationsdaten und einer robusten Konjunktur gestiegen seien. Selbst ohne tatsächliche Zinserhöhungen dämpfen höhere Marktzinsen die Konjunktur und üben Abwärtsdruck auf die Preise aus. Nach der Pressekonferenz setzte sich an den Finanzmärkten die Einschätzung durch, Walsh sei weniger zu Zinserhöhungen bereit als zuvor angenommen. Die Erwartungen an eine Anhebung auf der nächsten Sitzung im September gingen zurück.

Die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen stieg derweil kräftig und erreichte zeitweise den höchsten Stand seit 19 Jahren. Dabei rückte die Sorge vor einem Zurückbleiben hinter der Entwicklung der Inflation in den Fokus, die später zu abrupten Zinserhöhungen führen könnte. Die Fed war 2022 nach einem verspäteten Kurswechsel zu Zinserhöhungen zu raschen Straffungen gezwungen worden, was die Aktienkurse belastete.

Innerhalb der Fed könnte die Unterstützung für die drei Stimmen zunehmen, die auf der Juli-Sitzung Zinserhöhungen gefordert hatten. Gouverneur Waller sagte in einer Rede am 13., dass auch bei stabilen Inflationserwartungen auf tatsächlich hohe Preise reagiert werden müsse. Gouverneurin Cook erklärte am 15. zudem, sie sei bereit zu handeln, falls sich bald keine Anzeichen eines Inflationsrückgangs zeigten. Eine Ausweitung der Zinserhöhungsdebatte könnte die Einschätzungen an den Finanzmärkten auseinanderdriften lassen und stärkere Schwankungen bei Aktien und Anleihen auslösen. Am 29. kritisierte auch US-Präsident Trump die Fed nach der FOMC-Entscheidung und warf ihr vor, sie sei politisch und versuche, die Zinsen hoch zu halten.

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