Fed hält Leitzins stabil und beobachtet Nahost-Lage sowie höhere Ölpreise
Die Fed hat in der am 29. einberufenen Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) den Leitzins unverändert gelassen. Sie will die Auswirkungen der unübersichtlichen Lage im Nahen Osten auf die Preise abwarten; in der Sitzung hatten drei Teilnehmer eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte gefordert.
Unverändert und Gegenstimmen
Der Zielkorridor für den Federal-Funds-Satz, der als Maßstab für den Leitzins dient, liegt bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Es war die fünfte Sitzung in Folge ohne Änderung. Der Beschluss fiel mit 9 zu 3. Gegen die Entscheidung stimmten die Präsidentin der Cleveland Fed Hammack, der Präsident der Minneapolis Fed Kashkari und die Präsidentin der Dallas Fed Logan.
Wachsame Haltung gegenüber Preisdruck
Fed-Vorsitzender Walsh sagte auf der Pressekonferenz nach der Sitzung, man habe neben den höheren Ölpreisen auch andere Faktoren mit Blick auf die Inflationsdynamik geprüft. Zur aktuellen Entscheidung sagte er, sie sei 'der Anfang einer Geschichte und nicht ihr Ende' und signalisierte, die künftige Preisentwicklung genau im Blick zu behalten.
Die Teuerungsrate in den USA liegt inzwischen dauerhaft über 2 Prozent. Walsh betonte jedoch mit Blick auf das Inflationsziel: 'Es gibt nur ein Ziel, und das sind 2 Prozent.' Zudem sagte er, die Fed werde ihre Glaubwürdigkeit durch Preisstabilität wahren, und 'die Fed bleibt standhaft'. Wenn nötig und angemessen, werde sie ohne Zögern handeln.
In der Erklärung hieß es, die Inflationsrate liege 'weiterhin auf einem hohen Niveau im Verhältnis zum Ziel von 2 Prozent' und übernahm damit die Formulierung aus Juni. Geprüft werde nun, ob Versorgungsengpässe bei Energie infolge erneuter Zusammenstöße zwischen den USA und dem Iran den anhaltenden Inflationsdruck verstärken.
Ölpreisrally und Debatte innerhalb der Fed
Die jüngste Ölpreisrally schlägt auch auf die Benzinpreise durch. Nach Angaben des American Automobile Association ist der Preis für Normalbenzin erneut über die Marke von 4 Dollar je Gallone gestiegen, die Verbraucher häufig als teuer empfinden. Höhere Energiepreise treiben zudem Transportkosten, Verpackungskosten und Düngemittelpreise nach oben.
In ihrem am 10. veröffentlichten geldpolitischen Bericht nannte die Fed neben den seit dem Frühjahr höheren Energiepreisen auch die von Trump verhängten Zölle, die die Importkosten erhöhten, sowie die steigende Nachfrage nach Hightech-Produkten im Zuge des Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI) als Inflationsfaktoren.
Logan, die sich für eine Zinserhöhung ausgesprochen hatte, sagte am 16. in einer Rede, dass zumindest eine Form der geldpolitischen Straffung nötig werde, wenn die Inflation nicht auf 2 Prozent sinke. Hammack schrieb am 17. in den sozialen Medien ebenfalls, sie höre Stimmen aus der Wirtschaft, wonach die Fed zur Eindämmung der Inflation handeln sollte.
US-Präsident Trump beobachtet die wachsende Debatte über Zinserhöhungen mit Sorge. Am 27. kritisierte er an Bord der Präsidentenmaschine vor Journalisten die Fed als 'sehr politisch'. Er lobte zugleich Walsh, den er selbst nominiert hatte, warf Fed-Spitzenvertretern, die trotz seiner Forderung nach niedrigen Zinsen für höhere Zinsen eintreten, jedoch böse Absichten vor.
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