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Yen springt kräftig, zeitweise 157,80 je Dollar - Behörden Japans und der USA womöglich gleichzeitig aktiv

Yen zeitweise bei 157,80 je Dollar, intervenierten Japan und die USA gleichzeitig?

Japanische und US-Behörden gleichzeitig aktiv

Die Regierung und die Bank of Japan griffen mit einer Intervention zum Kauf von Yen und Verkauf von Dollar am Devisenmarkt ein; zudem führte die US-Währungsbehörde eine Kursabfrage als Vorstufe einer Intervention durch, wie Marktteilnehmer berichteten. Am 30. im New Yorker Devisenmarkt sprang der Yen gegenüber dem Dollar kräftig nach oben und notierte zeitweise bei 157,80 je Dollar.

Nach 9.30 Uhr US-Ostküstenzeit am 30., also nach 22.30 Uhr japanischer Zeit am selben Tag, beschleunigten sich die Yen-Käufe. Von rund 162,80 Yen je Dollar aus wertete der Yen binnen etwa 50 Minuten um rund 5 Yen auf, der Dollar gab entsprechend nach; nach Angaben von Marktteilnehmern gab es eine groß angelegte Intervention der japanischen Regierung. Danach fiel der Kurs vorübergehend wieder in die späten 159er, sprang aber kurz nach 13 Uhr erneut in die späten 158er.

Auslöser war eine von der New Yorker Fed auf Anweisung des US-Finanzministeriums angeforderte Kursabfrage bei mehreren Banken zu den Wechselkursen. Dass Behörden aus Japan und den USA gleichzeitig in den Markt eingreifen, ist ungewöhnlich; das US-Finanzministerium hat auf eine Anfrage der Nikkei nicht geantwortet. Der US-Schritt folgt auf eine ähnliche Aktion im Januar dieses Jahres; die Fed hatte im Februar eingeräumt, im Januar auf Anweisung des Finanzministeriums Kursabfragen zur Vorbereitung auf Yen-Käufe und Dollarverkäufe durchgeführt zu haben.

Markt nur wenig gewarnt

Der Yen war am 21. auf die 163er-Zone je Dollar gefallen, so schwach wie seit etwa 40 Jahren nicht mehr, und näherte sich zeitweise 164 Yen; am Markt hatte sich die Sorge vor einer Intervention jedoch nicht verstärkt. Die offizielle Linie lautet, dass Deviseninterventionen nicht der Verteidigung bestimmter Kursniveaus dienen, sondern nur dann zulässig sind, wenn unordentliche Bewegungen die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität beeinträchtigen. Weil der Yen nur langsam nachgab, galt die Rechtfertigung als schwach.

Die nachlassende Vorsicht zeigte sich auch am Optionsmarkt. Der Risk-Reversal (einwöchig), ein Indikator für Absicherungen gegen eine Yen-Aufwertung, hatte sich seit dem Höchststand Anfang Juli entspannt. Auch die implizite Volatilität für einen Monat fiel unmittelbar zuvor unter 6 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit viereinhalb Jahren. Ob die Intervention spekulative Yen-Short-Positionen zum Eindecken zwingt, wird zum Schlüssel dafür, den Markttrend zu drehen.

Unterschied zur letzten Intervention

Die Regierung und die Bank of Japan intervenierten von Ende April bis Mai mit insgesamt knapp 12 Billionen Yen, doch der Yen sprang zwar zeitweise kräftig nach oben, kehrte aber innerhalb von etwa zwei Monaten auf ein vor der Intervention schwächeres Niveau zurück. Damals hatte der damalige Finanzminister Atsushi Mimura kurz zuvor mit der Aussage einer 'letzten Rückzugswarnung' den Markt scharf gewarnt, wodurch Zeit für Positionsanpassungen blieb und der Überraschungseffekt abgeschwächt wurde, so eine Sichtweise. Diesmal könnte die Entscheidung in einem Umfeld nachlassender Marktvorsicht überraschend gekommen sein.

Ein Bankvolkswirt sagte, falls es eine Intervention gegeben habe, sei sie womöglich unter Berücksichtigung der Bewegungen der US-Kurzfristzinsen nach der Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) getroffen worden. Fed-Chef Warsh sagte auf seiner Pressekonferenz am 29., Zinserhöhungen seien nicht als 'einziges Mittel' zur Lösung der hohen Inflation zu bezeichnen; damit wuchsen die Zweifel an der Haltung der Fed zur Eindämmung der Teuerung. Auch schwächer als erwartete US-Wachstums- und Preisindikatoren, die am 30. veröffentlicht wurden, stützten Dollarverkäufe.

Fokus auf die Sitzung der Bank of Japan

Unter Marktteilnehmern wird auch an die Entwicklungen im Sommer 2024 gedacht. Die Regierung und die Bank of Japan griffen am 11. und 12. Juli 2024 mit Yen-Käufen im Umfang von insgesamt 5,5 Billionen Yen ein; danach stieg der Yen angesichts von Zinserhöhungen der Bank of Japan und schwächer ausfallender US-Preisdaten um bis zu rund 20 Yen. Es dauerte etwa zwei Jahre, bis der Wechselkurs wieder auf ein Niveau zurückkehrte, das schwächer war als die 161er-Zone je Dollar vor der Intervention.

Verstärkt wurde die damalige Yen-Aufwertung durch das Eindecken spekulativer Yen-Short-Positionen. Nach Angaben der CFTC lag der Netto-Short-Bestand im Yen im nicht-kommerziellen Bereich per 21. Juli bei 152.125 Kontrakten und näherte sich damit dem Höchststand von 184.223 Kontrakten aus Juli 2024. Hochgerechnet auf 12,5 Millionen Yen je Futures-Kontrakt entspricht das einem Nominalwert von rund 1,9 Billionen Yen. Die CFTC-Daten bilden nur einen Teil des Gesamtbilds ab; würden Yen-Shorts flächendeckend aufgelöst, könnte die Aufwertung des Yen sogar über den Interventionsbetrag hinausgehen.

Der nächste Fokus liegt auf der Bank of Japan. Sie veröffentlicht am 31. das Ergebnis ihrer geldpolitischen Sitzung, und Gouverneur Kazuo Ueda stellt sich der Presse. Am Leitzins wird eine unveränderte Haltung erwartet. Der vom Markt eingepreiste Zinserhöhungspfad entspricht im Wesentlichen einer Anhebung alle sechs Monate; signalisiert Ueda Offenheit für weitere Zinsschritte, könnte der Yen noch weiter steigen.

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