Starke Zahlen von Advantest lassen KI- und Halbleiteraktien steigen, Nikkei entgeht weiterem Rückgang
An der Tokioter Börse erholte sich der Nikkei-225-Index am 30. erstmals seit drei Handelstagen. Zum Schlussstand legte er um 433 Yen und 24 Sen auf 61.867 Yen und 43 Sen zu. Ausgelöst von dem kräftigen Kurssprung bei Advantest nach starken Zahlen vom 29. griffen Anleger bei Teilen der zuvor unter Druck geratenen Aktien aus dem Bereich Kuenstliche Intelligenz (KI) und Halbleiter wieder zu. Im Tagesverlauf hatte der Index zwischenzeitlich um mehr als 1.400 Yen zugelegt.
Starke Geschafte von Advantest stuetzen den Markt
An der US-Borsa am 29. setzte nach dem Entscheid der US-Notenbank Federal Reserve (FRB), die Zinsen nicht anzuheben, der Ausverkauf bei Tech-Aktien erneut ein. Der Nikkei drehte nach einem schwachen Start jedoch rasch ins Plus. Unterstuetzt wurde die Stimmung der Anleger von den optimistischen Geschaftsaussichten, die Advantest vorgelegt hatte. UBS-Securities-Analyst Atsuhiro Kinoshita nannte dies 'einwandfrei'. Advantest stellte fuer das bis Maerz 2027 laufende Geschaftsjahr einen Konzern-Nettogewinn von 660 Milliarden Yen in Aussicht, 76% mehr als im Vorjahr, und die erwartete Nachfrage nach Testgeraten fuer KI- und Halbleiteranwendungen uebertraf die Markterwartungen deutlich. Die Aktie stieg zeitweise um 17% und trieb den Nikkei allein um 660 Yen nach oben.
Zurueckhaltung bei einer echten Erholung der KI-Rally
Advantest hob auch die Marktgroesse fuer Systeme-on-a-Chip (SoC) an, die mehrere Funktionen eines Halbleiters auf einem Chip zusammenfassen, auf 10,5 bis 11,5 Milliarden US-Dollar an. Zuvor hatte das Unternehmen 8,7 bis 9,5 Milliarden Dollar erwartet. UBS-Analyst Kinoshita sieht das Unternehmen als Profiteur eines Marktwachstums, das von der Nachfrage nach 'Inferenz-KI' getragen wird. Auch Tokyo Electron sowie NEC und Hitachi, die ihre Gewinnprognosen angehoben hatten, profitierten von den Kaefen.
Unter Anlegern bleibt jedoch die vorsichtige Sicht verbreitet, dass die KI-Rally nicht sofort einen Boden gefunden haben duerfte. Ryoko Ishibashi, Vice President bei Goldman Sachs Securities, sagte, es sei schwer zu sagen, dass sich die KI-Rally allein durch diese Nachricht gedreht habe. Daisuke Hashizume, Senior Strategist bei Daiwa Securities, wies ebenfalls darauf hin, dass man den gegenwaertigen Zustand noch nicht als Wiederbelebung der 'KI-Rally' bezeichnen koenne. Die SoftBank Group, die den Markt bislang angefuehrt hatte, fiel zeitweise um 5%, belastet von den unter den Markterwartungen gebliebenen Umsatzperspektiven der britischen Tochter Arm Holdings.
Kioxia Holdings, das am 31. seine Quartalszahlen vorlegt, erholte sich zeitweise um 17% und damit erstmals seit sechs Handelstagen. Kaufunterstuetzung kam auch von der Aussage des suedkoreanischen Samsung Electronics, das am 30. eine Ergebnispraesentation abgehalten und eine moegliche Rueckfuehrung an die Aktionaere angesprochen hatte. Goldman-Analyst Ishibashi sieht Kioxia dabei als 'wie im Spiegelbild gestiegen'. Kohei Ohnishi, leitender Investmentstratege bei Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities, sagte, derzeit gehe es nicht ueber Kaefen mit dem Ziel einer technischen Gegenbewegung hinaus. Der Nikkei liegt unter dem 100-Tage-Durchschnitt, der als mittel- bis langfristiger Orientierungswert gilt, und es gibt den Anschein, dass Anleger bei Ruecksetzern Kaefen platzieren.
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