US-Aktien geben nach, Iran-Lage und höhere Ölpreise belasten - Dow zeitweise mehr als 900 Punkte im Minus
An den US-Aktienmärkten eröffnete der Dow Jones Industrial Average am 29. Tag nach vier Handelstagen erstmals wieder im Minus. Die wachsende Sorge vor einem militärischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran ließ die Rohöl-Futures steigen. Am Aktienmarkt überwog der Verkaufsdruck.
Naher Osten belastet
Der Dow fiel zeitweise um mehr als 900 Punkte. Das US-Zentralkommando erklärte am 28., gemeinsam mit den saudischen Streitkräften eine pro-iranische Gruppe im Irak angegriffen zu haben. Dies dürfte eine Vergeltung für Angriffe auf saudische Öleinrichtungen gewesen sein. Zudem teilte das US-Militär am selben Tag mit, mehrere von Iran auf US-Militäreinrichtungen im Nahen Osten abgefeuerte Raketen abgefangen zu haben.
Höhere Ölpreise und Vorsicht vor Zahlen
Fox News berichtete am Morgen des 29., US-Präsident Donald Trump habe gesagt, er werde den Iran hart angreifen. Am US-Rohölterminmarkt stieg der nahe September-Kontrakt für WTI (West Texas Intermediate) am 29. zeitweise auf knapp über 84 Dollar je Barrel und lag damit rund 7% über dem Schlusskurs des Vortags. Das belastet den Aktienmarkt.
Bei Einzelwerten hielten die Verluste im Halbleitersektor an. Zwar nicht im Dow enthalten, aber schwach zeigte sich der Ausrüstungshersteller KLA. Belastet wurde die Aktie von einem am Vortag vorgelegten Ausblick auf die Erträge für das Zeitraum Juli bis September 2026, der die bullischen Markterwartungen verfehlte. Auch Titel aus dem Bereich Speicher und Storage wie Sandisk und Advanced Micro Devices (AMD) gaben nach.
Am Nachmittag des 29. veröffentlicht die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) das Ergebnis des Federal Open Market Committee (FOMC). Eine unveränderte Leitzinsentscheidung gilt als wahrscheinlich, doch am Markt bestehen weiter Erwartungen an eine Zinserhöhung. Neben dem Sitzungsergebnis stehen auch die Aussagen von Vorsitzendem Jerome Powell auf der anschließenden Pressekonferenz im Fokus.
Nach dem regulären Handel legen Meta Platforms und Microsoft jeweils ihre Ergebnisse für das Quartal April bis Juni 2026 vor. Anleger wollen rasch einschätzen, ob die massiven Investitionen in künstliche Intelligenz (AI) in ausreichend starkes Umsatzwachstum münden.
Bei Einzelwerten gab Procter & Gamble (P&G) nach. Das Unternehmen hatte am Morgen des 29. für das Quartal April bis Juni 2026 einen Umsatz gemeldet, der die Markterwartungen verfehlte, und auch den Ertragsausblick für das Gesamtjahr bis Juni 2027 unter den Prognosen angesetzt. Enttäuschte Verkäufe setzten ein.
Auch Sherwin-Williams, Boeing und Goldman Sachs gaben nach. Caterpillar wurde ebenfalls verkauft, nachdem Analysten ihre Anlageeinschätzung herabgestuft hatten. Dagegen legten Chevron, Coca-Cola und Apple zu. Der technologielastige Nasdaq Composite startete den Handel mit dem sechsten Verlusttag in Folge, auch Tesla und SpaceX gaben nach.
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