Erdbeben der Stärke 7 in Kumamoto: Zwei Tote, Schäden an Infrastruktur weiten sich aus
Nach dem Erdbeben mit einer maximalen seismischen Intensität von 7 in der Präfektur Kumamoto suchten Polizei und Feuerwehr auch am 29. die ganze Nacht weiter nach Menschen, deren Aufenthaltsort unklar war. Nach Angaben der Präfektur wurden in der AEON Mall Kumamoto in der Stadt Kashima, in der es nach dem Beben zu einer Explosion gekommen war, zwei Todesfälle bestätigt; eine weitere Person befinde sich in Herz-Lungen-Stillstand.
Rettungseinsätze am Ort werden fortgesetzt
Im Werk von Nippon Paper in Yatsushiro brach ein Teil des Schornsteins ab und stürzte ein, wodurch elf Menschen eingeschlossen wurden. Zwei wurden gerettet, befinden sich aber in Herz-Lungen-Stillstand; über das Schicksal der übrigen neun ist nichts bekannt. Nach Angaben von Polizeikreisen gibt es zudem Informationen, wonach in der AEON Mall Kumamoto etwa 20 bis 30 Menschen, darunter Beschäftigte, im Gebäude eingeschlossen seien. Ein hoher Regierungsvertreter äußerte am Abend des 28. die Ansicht, dass ein Gasleck die Ursache gewesen sein könnte.
Nach Angaben der Feuerwehrbehörde des Innenministeriums wurden um 23.50 Uhr am 28. Evakuierungsanordnungen für mehr als 200.000 Menschen in sechs Städten und Gemeinden der Präfektur Kumamoto ausgegeben. Die Wetterbehörde Japans teilte mit, die Merkmale ähnelten denen des Erdbebens in Kumamoto im April 2016, und rief dazu auf, etwa eine Woche lang auf Erdbeben gleicher Stärke zu achten. Bis 23.00 Uhr am 28. wurden zwölf Erdstöße der Intensität 4 oder höher registriert.
Auch die Infrastruktur ist betroffen
Nach Angaben des Ministeriums für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus waren in 17 Städten und Gemeinden der Präfektur Kumamoto 140.000 Haushalte von Wasserausfällen betroffen. In der Stadt Yatsushiro fiel in der gesamten Stadt bei 60.000 Haushalten das Wasser aus. Das Ministerium bat die Japan Water Works Association, Tankwagen in die betroffenen Gebiete zu schicken. Nach Angaben von Kyushu Electric Power waren Stand früh am Morgen des 29. 41.730 Haushalte in der Präfektur ohne Strom.
Auch die Verkehrsbetriebe reagieren weiter. Der Kyushu Shinkansen wird auch am 29. auf der gesamten Strecke nicht verkehren. Nach Angaben des Verkehrsamts der Stadt Kumamoto fährt die Straßenbahn auf allen Linien ab der ersten Verbindung, jedoch zur Gewährleistung der Sicherheit mit geringerer Geschwindigkeit als üblich. Am Flughafen Kumamoto strichen Japan Airlines elf Flüge und All Nippon Airways zwei Flüge.
Nach Angaben der Wetterbehörde wird für den 29. im Raum Kumamoto eine Höchsttemperatur von 34 Grad erwartet; ab dem 30. soll die Region unter Hochdruckeinfluss stehen, sodass anhaltend Hitzetage mit mehr als 35 Grad zu erwarten sind. Die Behörde rief dazu auf, auf Maßnahmen gegen Hitzschlag wie ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Es ist das erste Mal seit dem Noto-Halbinsel-Erdbeben 2024, dass in Japan eine seismische Intensität von 7 beobachtet wurde; die Wetterbehörde benannte das Beben am 28. als 'Erdbeben in Kumamoto 2026'.
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