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Chipwerte brechen ein, Nikkei fällt um 4 Prozent auf 62.364 Punkte

Nikkei verliert 4,0 Prozent und fällt wegen Verkäufen bei Chipwerten auf Zweimonatstief

Nikkei auf Zweimonatstief

Am 28. an der Tokioter Börse drehte der Nikkei-Index deutlich ins Minus und schloss 2.566 Punkte beziehungsweise 4,0 Prozent tiefer bei 62.364 Punkten. Das war der niedrigste Stand seit rund zwei Monaten; seit dem Rekordhoch von 72.366 Punkten am 25. Juni hat der Index damit mehr als 10.000 Punkte verloren.

Verkäufe bei Halbleitern

Verkäufe aus Sorge vor verschärftem Wettbewerb mit chinesischen Anbietern weiteten sich auf Halbleiterwerte aus und griffen auf den gesamten asiatischen Markt über. Kioxia Holdings, ein großer Hersteller von Halbleiterspeichern, beendete den Handel mit minus 10.000 Yen oder 18 Prozent bei 44.550 Yen und schloss damit am unteren Ende der zulässigen Handelsspanne. Auch Advantest und Tokyo Electron gaben jeweils um mehr als 10 Prozent nach.

Auswirkungen auf Asien

Der südkoreanische Leitindex KOSPI brach um 11 Prozent zum Vortag ein und fiel auf den tiefsten Stand seit rund dreieinhalb Monaten, seit dem 14. April. Auch der taiwanische Taiex verlor 5 Prozent. Die Muttergesellschaft von ChangXin Memory Technologies (CXMT), einem großen chinesischen Hersteller von Halbleiterspeichern, hat bei ihrem Listing am 27. umfangreiches Wachstumskapital aufgenommen, was die Sorge vor mehr Angebot und schärferem Wettbewerb verstärkt hat.

Korrektur der KI-Rally vertieft sich

Halbleiterwerte, die die KI-Infrastruktur stützen, wurden in Anlehnung an den Goldrausch, bei dem eher die Verkäufer von Werkzeugen als die Goldgräber verdienten, als sogenannte 'Schaufel-und-Spaten'-Werte bezeichnet. Trotz anhaltender Sorge vor Überinvestitionen durch Hyperscaler richtet sich der Blick der Anleger zunehmend auf den Aufstieg von Wettbewerbern. Im Juli stellte das Start-up Moonshot AI sein neues KI-Modell 'Kimi K3' vor; es soll nach Berichten eine Leistung erreichen, die jener von Anthropic und OpenAI aus den USA nahekommt.

Während die Dominanz der US-Unternehmen und die Wachstumserzählung an Glanz verlieren, wächst der Wunsch, die Rentabilität von KI zu prüfen. Kohei Okazaki, Chef-Marktökonom bei Nomura Securities, sagte: 'Derzeit sehen nur wenige China als ernsthafte Bedrohung, aber es wurde als willkommener Vorwand für Gewinnmitnahmen genutzt.'

Abwarten vor Fed-Sitzung

Die US-Notenbank (Fed) hält am 28. und 29. die Sitzung des Offenmarktausschusses FOMC ab. Eine Beibehaltung des Leitzinses gilt zwar als wahrscheinlich, doch bei einigen besteht auch Sorge vor einer überraschenden Zinserhöhung, was die Kaufbereitschaft gedämpft hat. Masatsugu Azuma, Chefstratege für japanische Aktien bei BofA Securities, sagte, es gebe keinen Grund, die Gewinnannahmen für KI-Unternehmen nach unten zu korrigieren, und sieht die nächste Unterstützungsmarke im Nikkei bei 60.000 Punkten. Der Trend, stark auf KI-Aktien konzentrierte Positionen zu diversifizieren, nimmt zwar zu, doch sei es noch nicht zu einem Abzug von Kapital aus dem gesamten Aktienmarkt gekommen.

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