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Apple holt sich bei schwachen Halbleiterwerten die Spitze auf Schlusskursbasis zurück

Verkäufe bei Halbleiterwerten, Apple erobert Börsenwert-Spitze zurück

Verkäufe bei Halbleiterwerten

Am 27. US-Aktienmarkt weitete sich der Ausverkauf bei Halbleiterwerten aus, Nvidia fiel gegenüber dem vorherigen Wochenschluss um 5%. Dadurch eroberte Apple beim Börsenwert auf Schlusskursbasis nach rund 15 Monaten weltweit wieder den ersten Platz. Neben dem verschärften Wettbewerb mit chinesischen Unternehmen wächst die Vorsicht gegenüber massiven Investitionen in künstliche Intelligenz (KI).

Hintergrund des Führungswechsels

Der Börsenwert von Apple lag bei rund 4,9 Billionen Dollar und damit über den rund 4,8 Billionen Dollar von Nvidia. Ein Wechsel an der weltweiten Spitze beim Börsenwert auf Schlusskursbasis hatte es zuletzt im Juni 2025 gegeben, als Nvidia damals den führenden US-Konzern Microsoft überholte. Dass Apple nun wieder auf Platz eins steht, ist die erste Rückkehr an die Spitze seit rund 15 Monaten.

Wettbewerb mit China und KI-Sorgen

An diesem Tag wurden die großen, nach Marktkapitalisierung besonders gewichteten Halbleiterwerte breit verkauft. Advanced Micro Devices in den USA verlor 5%, Intel 1% und Micron Technology 2%. Am 27. ging zudem die Muttergesellschaft des chinesischen Rivalen ChangXin Memory Technologies (CXMT) an einem Markt für aufstrebende Unternehmen in Shanghai an die Börse und signalisierte, die Produktionskapazitäten mit dem eingesammelten Kapital ausbauen zu wollen. Am Markt wird erwartet, dass sich der Wettbewerb etwa mit Micron weiter verschärfen dürfte.

Auch Aktien von Herstellern von Halbleiterfertigungsanlagen standen unter Druck. Das US-Medium The Information berichtete am 27., chinesische Unternehmen hätten damit begonnen, DUV-Belichtungsanlagen, mit denen feine Schaltkreise auf Halbleiter gezeichnet werden, selbst zu fertigen. In Erwartung einer stärkeren Konkurrenz aus China kam es zu Verkäufen, ASML Holding aus den Niederlanden verlor 6% und Applied Materials aus den USA 4%. Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX), der aus wichtigen Halbleiterwerten besteht, fiel zeitweise um 5% und rutschte damit vom Höchststand im Juni um 20% ab.

Schwere Investitionslast

Halbleiterwerte hatten seit Jahresbeginn die Märkte anstelle der großen Tech-Konzerne angeführt, doch zuletzt hat der Schwung nachgelassen. Tech-Unternehmen können ihre Investitionen zunehmend nicht mehr allein aus eigenen Mitteln finanzieren und sind häufiger auf die Emission von Unternehmensanleihen angewiesen. Hinzu kommen verdeckte Verbindlichkeiten, die nicht in der Bilanz auftauchen, etwa künftige Leasingverträge für Rechenzentren. Falls die Pläne nicht wie erwartet vorankommen, droht den Halbleiterunternehmen, die ihre Investitionen ausweiten, ein Überkapazitätsrisiko.

Am 26. berichtete das Wall Street Journal, Nvidia verhandle mit OpenAI in den USA über eine Zusage von rund 250 Milliarden Dollar zur Finanzierung der Nutzung riesiger Rechenzentren. Solche zirkulären Geschäfte, die die eigene Halbleiternachfrage sichern sollen, weiten sich in der gesamten KI-Branche aus, und die wechselseitige Abhängigkeit der Unternehmen nimmt zu.

Apples Distanz

Unter den großen US-Tech-Konzernen beteiligt sich Apple als einziges Unternehmen nicht umfassend an dieser Investitionsspirale. Der Marktkonsens für die Investitionen auf Basis der Kapitalflussrechnung im Geschäftsjahr bis September 2026 liegt bei 11,2 Milliarden Dollar und dürfte damit um etwas mehr als 10% unter dem Vorjahr liegen. In der KI-Entwicklung nutzt Apple auch die Technologie von Googles Gemini und wählt Investitionen selektiv statt strikt auf Eigenentwicklung zu setzen.

Die Verkäufe des neuesten Flaggschiffs iPhone 17 laufen gut, und Apple gewinnt Marktanteile von chinesischen Anbietern, die wegen steigender Speicherpreise stark an den Preiserhöhungen leiden. Am 29. wollen Meta und Microsoft ihre Zahlen vorlegen, am 30. folgen Amazon.com und Apple. Alphabet, das bereits am 22. berichtet hat, hob seine Prognose für die Investitionen 2026 auf bis zu 205 Milliarden Dollar an und erhöhte die bisherige Planung um 15 Milliarden Dollar. Sollten die Tech-Unternehmen ohne Apple ihre Investitionsprognosen nacheinander anheben, dürfte die Sorge über die enorme Amortisation der KI-Ausgaben weiter zunehmen.

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