Auslandsberichte reagieren nacheinander auf Takaichis Schlaf-Post
Ausländische Medien haben nacheinander auf einen Post von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi auf X (ehemals Twitter) über ihre kurze Schlafdauer reagiert. Im Fokus standen Berichte über die Arbeitsrealität an der Spitze der Regierung und gesundheitliche Bedenken; auch die Reaktionen in Japan wurden aufgegriffen.
Reaktionen ausländischer Medien
Die Ministerpräsidentin schrieb am Abend des 20. auf X, sie habe 'zum ersten Mal seit Langem fünf Stunden schlafen können' und erklärte, sie sei neben dem Lesen von Unterlagen, die sie aus dem Amtssitz mit nach Hause nehme, sowie von Unterlagen für Parlamentsantworten auch mit Hausarbeit beschäftigt. Zudem räumte sie ein, dass seit ihrem Amtsantritt Schlafphasen von 0 bis 3 Stunden zum Alltag geworden seien.
Die US-Zeitung New York Times (NYT) berichtete vor dem Hintergrund der japanischen Arbeitswelt. Über die Ministerpräsidentin hieß es, sie habe seit ihrem Eintritt in die Politik Fleiß zum Kern ihrer politischen Identität gemacht. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass in Japan lange Überstunden tendenziell als Ausdruck von Loyalität und Fleiß wahrgenommen werden.
Andererseits fehlte es auch nicht an nüchternen Tönen. Der US-Sender CNN berichtete unter der Schlagzeile, der viel beschäftigte Post der Ministerpräsidentin gehe nach hinten los, während die südkoreanische Zeitung JoongAng Ilbo mit der Überschrift über eine kühle Reaktion auf Takaichis 'Werbung für extreme Arbeitsbelastung' berichtete. Die britische öffentlich-rechtliche BBC meldete: 'Kann man ein Land mit drei Stunden Schlaf regieren? Japans Ministerpräsidentin scheint es zu können.'
Bedenken zur Gesundheit
Der australische öffentlich-rechtliche Sender ABC nahm die Notwendigkeit in den Blick, dass die Ministerpräsidentin körperlich fit bleiben müsse. Unter Berufung auf Expertenkommentare hieß es, sie müsse 'ihre Emotionen kontrollieren und ihre flexible kognitive Leistungsfähigkeit aufrechterhalten'.
Dass die Ministerpräsidentin ihren körperlichen Zustand und ihre Schlafdauer in sozialen Medien offenlegt, ist ungewöhnlich. Seit ihrem Amtsantritt hat sie in Antworten im Parlament und an anderer Stelle mehrfach erklärt, dass ihr nicht genügend Schlaf zur Verfügung stehe. Da der Gesundheitszustand eines Staatsoberhaupts auch als 'Staatsgeheimnis' gelten kann, werden auch aus Sicht des Krisenmanagements Bedenken laut.
Bei einer Pressekonferenz am 23. sagte der Vorsitzende des Politikforschungsrats der LDP, Takayuki Kobayashi, er habe der Ministerpräsidentin gesagt: 'Die Arbeitsmenge ist ebenfalls außergewöhnlich, aber bitte schlafen Sie.' Auch der Vorsitzende der Demokratischen Volkspartei, Yuichiro Tamaki, sagte: 'Auch Ruhe ist Arbeit.'
Regierungssprecher Minoru Kihara erklärte auf der Pressekonferenz am selben Tag, X sei kein amtliches Regierungsdokument, und sagte mit Blick auf den Post der Ministerpräsidentin: 'Es handelt sich um einen Beitrag über ein persönliches Konto, daher enthalten wir uns einer Stellungnahme als Regierung.'
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