Waldbrände weiten sich in Südwesteuropa bei Hitze und Trockenheit aus, mehr als 140.000 Menschen evakuiert
In Spanien und Frankreich haben sich Waldbrände vor dem Hintergrund von Hitze und Trockenheit verschärft. Nach Angaben der BBC wurden in beiden Ländern mehr als 140.000 Menschen evakuiert. Spanien rief den Ausnahmezustand aus.
Ausnahmezustand in Spanien ausgerufen
In Spanien brachen Brände in der Region Madrid und umliegenden Gebieten aus, worauf die Regierung am 24. den Ausnahmezustand ausrief. Laut Reuters ist dies in dem Land die erste Ausrufung eines Ausnahmezustands wegen eines Brandes; zuvor hatte es seit dem großflächigen Stromausfall 2025 einen solchen Schritt nicht gegeben.
Bis zum Nachmittag des 24. breiteten sich die Flammen weiter aus, wobei sich Brände an mehreren Orten miteinander verbanden. Die Regierungschefin der Region Madrid, Ayuso, sagte über die Region: 'Das ist das schlimmste Feuer aller Zeiten.'
Auch im Südwesten Frankreichs nehmen die Schäden zu
Im französischen Département Gironde brach am 23. ein Brand aus, woraufhin für die gesamte bei Touristen beliebte Halbinsel Cap Ferret Evakuierungsanordnungen erlassen wurden. Am 24. kam es auch im benachbarten Département Landes zu einem Brand.
Nach einer Zählung des französischen Senders Franceinfo erreichte die seit Jahresbeginn bis zum 22. in Frankreich verbrannte Waldfläche 45.000 Hektar und lag damit bereits über dem Wert des gleichen Zeitraums 2025.
EU-Hilfsersuchen und Auswirkungen des Klimawandels
Frankreich und Spanien haben den 'Katastrophenschutzmechanismus' der Europäischen Union (EU) angefordert. Nach Angaben des französischen Präsidenten Macron werden Katastrophenschutzflugzeuge aus Kroatien, Portugal, Tschechien und der Slowakei entsandt.
Hinter der Häufung der Waldbrände steht Trockenheit infolge hoher Temperaturen. Das internationale Forschungsteam 'World Weather Attribution' aus Klimaexperten aus dem Westen und Osten analysierte Niederschläge, Bodenfeuchte und Verdunstung in Europa. In Westeuropa hatte der viele Regen im vergangenen Winter noch Feuchtigkeit im Boden hinterlassen, doch seit April hielten sonniges Wetter und hohe Temperaturen an, sodass die Feuchtigkeit rasch verloren ging.
Dominik Schumacher von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich wies darauf hin, dass in weiten Teilen Europas zwar die Niederschläge im Winter zunehmen, sich aber zugleich der Trend verstärke, dass vor Beginn des Sommers ungewöhnliche Bodenentrocknung auftritt. Damit unterstrich er die Auswirkungen des Klimawandels.
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