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Nikkei 1.811 Yen im Minus, Verkäufe erfassen KI- und Halbleiterwerte

Nikkei fällt um 1.811 Yen, Verkäufe dominieren wegen schwacher US-Halbleiter und höherer Ölpreise

Am 24. an der Tokioter Börse drehte der Nikkei-225-Index ins Minus und schloss 1.811,45 Yen oder 2,7 Prozent niedriger bei 64.611,15 Yen. Neben der Schwäche bei US-Halbleiterwerten am 23. belastete auch der Ölpreisanstieg infolge der Spannungen im Nahen Osten die Anlegerstimmung. Auch Ibiden, dessen Kunde der gut bilanzierende US-Chiphersteller Intel ist, wurde bis auf ein Minus von 4 Prozent verkauft.

Schwäche an den US-Börsen schwappt nach Tokio über

Schon kurz nach Handelsbeginn überwogen die Verkäufe, und das Minus des Nikkei weitete sich zeitweise auf mehr als 2.200 Yen aus. Führende Halbleiterwerte gaben den Ton an: SoftBank Group verlor 7 Prozent, Advantest 6 Prozent und Tokyo Electron 5 Prozent. An der Wall Street war der technologielastige Nasdaq Composite am Vortag um 2 Prozent gefallen, was auch den Tokioter Markt belastete.

Der US-Konzern Alphabet, zu dem Google gehört, fiel am 23. um 7 Prozent. Zwar hatte das Unternehmen am 22. gemeldet, dass der Nettogewinn im Zeitraum April bis Juni 2026 viermal so hoch gewesen sei wie im Vorjahresquartal und zugleich höhere Investitionen angekündigt. Doch der Verkaufsdruck nahm zu, weil Anleger die Rückkehr der hohen Investitionen infrage stellten.

Ein Trader eines ausländischen Wertpapierhauses sagte: 'Die Bilanzen der großen US-Techkonzerne sind nicht schlecht, aber die Kurse ziehen nicht mit. Das drückt auch auf die Stimmung.' Masahiro Yamaguchi, Leiter der Anlagestrategie bei SMBC Trust Bank, verweist darauf, dass Anleger bei solchen Unternehmen 'nicht mit Sicherheit wissen, ob die Ausschüttung an Aktionäre und die Investitionen fortgesetzt werden'.

Schwäche greift nicht auf Ibiden über

Für die Verschlechterung der Marktstimmung stand der Kursrückgang von Ibiden. Intel, ein Großkunde des Unternehmens, teilte am 23. mit, dass der konsolidierte Umsatz im Zeitraum Juli bis September wohl um 16 bis 23 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal steigen werde. Die Intel-Aktie sprang im US-Nachhandel am 23. zeitweise um 13 Prozent nach oben, doch davon profitierte Ibiden nicht.

Der Leiter des Aktienhandels bei Phillip Securities, Takehiko Masuzawa, sieht darin die Sorgen der Anleger: 'Obwohl sich die Stärke der Nachfrage bei KI- und Halbleiterwerten bestätigt hat, zeigt die Schwäche der Ibiden-Aktie die Unsicherheit der Investoren.'

In letzter Zeit häufen sich schlechte Nachrichten. Nachdem US-Medien berichtet hatten, US-Präsident Trump erwäge einen großangelegten Angriff auf den Iran, stiegen die Rohöl-Futures. Wegen der Erwartung einer beschleunigten Inflation erreichten die Renditen langfristiger US-Anleihen zeitweise rund 4,7 Prozent und damit den höchsten Stand seit etwa anderthalb Jahren. Die Anleihekurse gaben nach.

Der Yen notierte im Bereich von 163 Yen je Dollar und damit auf dem schwächsten Stand des Yen und dem höchsten des Dollar seit November 1986. Auch Einzelhandelstitel, die in Phasen fallender KI- und Halbleiterwerte oft gekauft wurden, tendierten wegen höherer Importkosten und Sorgen über eine durch Inflation gebremste Nachfrage schwach.

Korrektur dürfte länger dauern

Die Sorge vor einer Intervention der japanischen Regierung und der Bank of Japan zum Kauf von Yen bleibt stark. Vor der Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC, 28. bis 29.) und der geldpolitischen Sitzung der Bank of Japan (30. bis 31.) bleibt die Lage schwierig, japanische Aktien offensiv zu kaufen.

Hiroki Takashi, Chefstratege bei Monex Securities, sagte: 'Es geht nicht nur um eine Anpassung des Kursniveaus, sondern wir müssen warten, bis sich die Anpassung von Angebot und Nachfrage beruhigt.' Er rechnet damit, dass es Zeit braucht, bis die Gewinnmitnahmen und Verlustverkäufe der Anleger ausgeschöpft sind.

Im Zeitraum April bis Juni stiegen die Aktienkurse weiter, während der Handel lebhaft war. Betrachtet man das Handelsvolumen am Tokioter Prime-Markt seit April nach Nikkei-Kursbereichen, entfiel auf die Spanne von 68.000 bis 70.000 Yen mit 161 Billionen Yen der größte Betrag. 49 Prozent der seit April getätigten Geschäfte wurden zu Kursen von 66.000 Yen oder mehr abgeschlossen, sodass offenbar auch eine beträchtliche Zahl an Anlegern derzeit Buchverluste hat.

Die südkoreanische Finanzkommission (FSC) teilte am 24. mit, die Erhöhung der erforderlichen Einlage bei gehebelten börsengehandelten Fonds (ETF) auf Einzelaktien von ursprünglich für August geplant auf Ende Juli vorzuziehen. Aus Sorge vor Handelsbeschränkungen fiel der südkoreanische Leitindex Kospi zeitweise um rund 5 Prozent.

Zusätzlich zu den Sorgen um die Nachhaltigkeit der KI-Rally haben auch Risikofaktoren wie die Lage im Nahen Osten und die Zinsentwicklung zugenommen. Es dürfte noch Zeit brauchen, bis die Aktien den Korrekturmodus hinter sich lassen.

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