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Yen-Schwäche verstärkt sich durch Nahost-Spannungen, zeitweise 163,99 je Dollar

Yen rutscht in die späten 163er, Dollar profitiert von Nahost-Spannungen und Ölpreisanstieg

Yen fällt in die späten 163er

Die Zuspitzung der Lage im Nahen Osten ließ den Yen schwächer und den Dollar stärker werden. Am 23. im New Yorker Devisenhandel fiel der Yen auf den Bereich der späten 163 je Dollar und notierte gegen 11 Uhr US-Ostküstenzeit (0 Uhr am 24. in Japan) bei 163,99 Yen. Um 16 Uhr lag er in der Nähe von 163,80 Yen und damit auf dem schwächsten Stand seit November 1986.

Teures Öl und Dollar-Käufe in Krisen

Die iranfreundliche bewaffnete Gruppe Huthi griff am 23. im Roten Meer zwei saudi-arabische Öltanker an. Aus Sorge, dass auch im Roten Meer, das als Ausweichroute zur Straße von Hormus gilt, der Transport stocken könnte, schossen die Rohöl-Futures kräftig nach oben; der Frontmonat der Nordsee-Brent-Futures erreichte zeitweise 102 Dollar je Barrel. Auch der September-Kontrakt für WTI stieg zeitweise bis in die mittleren 93er und lag phasenweise mehr als 7% über dem Vortag. Die Inflationssorgen wegen höherer Ölpreise nahmen zu, und Spekulationen auf eine frühe Zinserhöhung in den USA stützten ebenfalls die Dollarkäufe.

Der Dollarindex stieg gegenüber dem 22. um 0,4 Punkte auf den mittleren 101er-Bereich. Der Euro fiel zeitweise auf rund 1,1364 Dollar je Euro und markierte damit den schwächsten Stand seit Anfang Juli, also seit drei Wochen. Auch gegenüber dem Pfund, dem australischen Dollar und dem Schweizer Franken legte der Dollar zu.

Zurückhaltende Haltung bei Eingriffen der Behörden

Mark Chandler von Bannockburn Capital Markets sagte, gemessen am Verhalten der japanischen Behörden sei keine Haltung erkennbar, die die vom Markt beachtete Marke von 160 Yen verteidigen wolle. Finanzministerin Satsuki Katayama sagte am 23. zu den weiter fallenden Wechselkursen: 'Bei Bedarf werden wir entschlossen handeln'.

Die Ansicht, dass Deviseninterventionen der Regierung und der Bank von Japan durch Yen-Käufe die grundlegende Schwäche des Yen nicht beheben, ist weit verbreitet. Chandler sagte, das Ausbleiben entschlossener Maßnahmen bislang könne ein Hinweis darauf sein, dass die Behörden den Interventionsbedarf nicht stark genug sehen. Er verweist auf kurzfristige Fundamentalfaktoren wie steigende Ölpreise und höhere US-Zinsen, die den Yen belasten.

Zinsanstieg in den USA schürt Erwartungen an Zinserhöhungen

Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen über weite Laufzeiten. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen, die besonders stark von der Geldpolitik beeinflusst wird, kletterte zeitweise auf etwa 4,37% und erreichte den höchsten Stand seit Februar 2025. Auch die als Maßstab für langfristige Zinsen geltende Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf etwa 4,71% und damit auf das Niveau von Januar 2025.

Die US-Notenbank hält am 28. und 29. ihre Sitzung des Federal Open Market Committee ab. Im FedWatch-Tool, das die Geldpolitik auf Basis von Zinsfutures einpreist, lag die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im Juli am 23. um 16 Uhr bei etwa 36% und damit deutlich höher als die rund 12% eine Woche zuvor. US-Präsident Donald Trump schrieb am Morgen des 23. in seinem sozialen Netzwerk, dass die USA bei einem erneuten ähnlichen Angriff den Iran verantwortlich machen und massive militärische Vergeltungsmaßnahmen verhängen würden. Das US-Nachrichtenportal Axios berichtete am selben Tag, Trump habe gesagt, er erwäge einen groß angelegten Angriff auf den Iran und stehe kurz vor einer Entscheidung.

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